Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) kritisiert die Genehmigung der Entgeltordnung für den Frankfurter Flughafen durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Energie und Landesentwicklung (HMWEVL). BDF-Geschäftsführer Dr. Michael Engel: „Die Tatsache, dass man dem Förderprogramm einen neuen Namen gegeben hat, ändert nichts daran, dass neue Airlines auch auf Bestandsstrecken bevorzugt und etablierte Fluggesellschaften benachteiligt werden. Die Genehmigung bedeutet faktisch eine enorme Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der deutschen Fluggesellschaften am Frankfurter Flughafen.”
Auch wenn die Fraport auf entsprechende Hinweise des HMWEVL seine Entgeltordnung im Vorfeld der Genehmigung geändert hatte, so bedeutet die jetzt genehmigte Entgeltregelung nach wie vor, dass sog. New Entrants sehr viel schneller und umfassender in den Genuss von Entgeltvergünstigungen kommen, als Airlines, die schon heute die gleiche Strecke bedienen.
Engel: „Für eine neue Airline, die erst 2017 am Flughafen startet, ist jeder Passagier ein Wachstums-Passagier. Auf diese Weise ist es ungleich leichter, auf 5, 10 oder 15 Prozent Wachstum zu kommen, und auch die höchste Entgeltvergünstigung zu bekommen. Es bleibt dabei: 14 Euro Vergünstigung für einen Passagier halbiert für eine neue Airline die Entgeltbelastung gegenüber einem etablierten Carrier, der diese Vergünstigung nie erreichen kann und damit keine Chance im direkten Wettbewerb mehr hat.“
Mitglieder des BDF sind die Deutsche Lufthansa, Air Berlin, Condor, Germanwings, TUIfly, Germania sowie die Lufthansa Cargo. Die Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten Airlines. Sie befördern jährlich rund 145 Millionen Passagiere. Dabei kommen über 900 moderne Flugzeuge zum Einsatz. Die Unternehmen erwirtschaften jährlich einen Umsatz von über 30 Milliarden Euro. In Summe beschäftigen die BDF-Fluggesellschaften 135.000 Mitarbeiter.

