Auch an Bord eines Flugzeuges kann es zu medizinischen Zwischenfällen kommen. Gerade ist der frisch gebackene RTL-Dschungelkönig Joey Heindle auf dem Heimflug nach Deutschland zusammengebrochen und musste mit Sauerstoff versorgt werden. Doch was passiert mit Passagieren, die während eines Fluges beispielsweise eine Herzattacke erleiden? Wie sind Airlines auf medizinische Notfälle generell vorbereitet? Die Flugsuchmaschine Fly.com ist diesen Fragen nachgegangen und hat die wichtigsten Antworten zusammengestellt.
Kein allgemein gültiger Standard
Alle Flugbegleiter sind für den medizinischen Ernstfall an Bord ausgebildet. Auch die Ausstattung der Flugzeuge mit Medikamenten und Medizintechnik entspricht dem gesetzlichen Reglement. Allerdings gibt es kaum verbindliche internationale Vorschriften. Jede Fluggesellschaft entscheidet außerhalb dieses gesetzlichen Rahmens selbst über die endgültige medizinische Ausstattung an Bord und die Ausbildung ihrer Flugbegleiter. Neben Sauerstoffmasken und Erste-Hilfe-Koffern stehen bei renommierten Fluggesellschaften auch teilweise Defibrillatoren zur Wiederbelebung von Notfallpatienten zur Verfügung. Jedoch ist dies kein allgemeiner Standard.

Geburten sind auch in der Luft nicht ausgeschlossen. „Kurse zur Geburtseinleitung sind Teil der Flugbegleiter-Ausbildung einiger Airlines. In diesen Kursen lernen die Flugbegleiter, wie sie in zehntausend Meter Höhe ein Baby zur Welt bringen“, weiß Dahlia Preziosa, Country Managerin von Fly.com in Deutschland. Viele Fluggesellschaften befördern angehende Mütter bis zum Ende der 36. Schwangerschaftswoche problemlos. Dennoch ist es ratsam, ein aktuelles ärztliches Attest und den Mutterpass auf Reisen mit sich zu führen.

Pilot entscheidet über mögliche Zwischenlandung
Kommt es zu einem medizinischen Notfall an Bord einer Maschine, werden alle verfügbaren Hilfsmittel zum Patienten gebracht. Die Crew-Mitglieder kümmern sich um den Patienten, überprüfen Atmung und Puls und versorgen ihn notfalls mit Sauerstoff. Die Piloten werden informiert und entscheiden dann nach Sachlage selbst, ob sie eine Zwischenlandung für nötig halten. Zusätzlich nutzen besonders größere, internationale Fluggesellschaften eine Notfall-Hotline. Über ein Satellitentelefon erreichen sie Alarmzentralen, deren medizinisches Personal Hilfestellung leisten kann. So können zum einen weitere Diagnosen für die Behandlung von Patienten übermittelt und im Flugzeug umgesetzt werden. Zum anderen kann bei der Suche und Auswahl eines geeigneten Ausweichflughafens geholfen werden. Denn ein Flughafen muss sich nicht nur für die Landung des Flugzeugs eignen, sondern auch die Weiterbehandlung des Patienten in einem entsprechenden Krankenhaus gewährleisten.

Magenschmerzen sind die häufigsten Beschwerden
Es muss nicht immer gleich zu einem Notfall kommen. Die meisten kleineren Zwischenfälle – knapp 30 Prozent – sind Bauchschmerzen. „Eine sogenannte WHO-Trinklösung, eine wässrige Lösung aus Traubenzucker, Kochsalz und weiteren Elektrolyten wie Natrium, Kalium und Magnesium, sowie Antiemetika – Medikamente, die Übelkeit und Brechreiz unterdrücken sollen – können über das Schlimmste hinweg helfen und sind meist in der Bordapotheke vorhanden“, erklärt Dahlia Preziosa.

Ausreichend Flüssigkeit trinken
Die Klimaanlage an Bord sorgt für eine extrem trockene Luft in der Flugzeugkabine, was zu Beschwerden wie trockenen Schleimhäuten führen kann. Außerdem besteht besonders auf Langstreckenflügen das Risiko einer Thrombosebildung. Das lange Sitzen führt zu Durchblutungsstörungen und kann in den betroffenen Körperregionen unangenehm spannen. „Um derartige Probleme zu vermeiden, sollten Passagiere während des Flugs viel trinken – am besten Wasser und Fruchtsäfte“, rät Dahlia Preziosa.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.