asr-Präsident Szech sieht fairen Wettbewerb im Luftverkehr dauerhaft gefährdet
Mit großer Enttäuschung reagiert die Allianz selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V. auf die heutige Aussage des Präsidenten des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. “Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass ein Marktmissbrauchsverfahren gegen Lufthansa nicht einmal eingeleitet wird”, kritisiert asr-Präsident Jochen Szech.
Aus Sicht des asr habe sich dieses Ergebnis zwar nach der Stellungnahme der damaligen Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries – die schon im Dezember 2017 vor ‘Lufthansa-Bashing’ gewarnt hatte – abgezeichnet, es sei aber dennoch unverständlich: “Wer sich auf der Homepage des Bundeskartellamtes die Definitionen von ‘marktbeherrschenden Unternehmen’ und ‘verbotenen Missbrauch’ durchliest, kommt nicht umhin zu erkennen: Das ist exakt das, was Lufthansa getan hat”, bemängelt Szech die Entscheidung des Bundeskartellamtes.
Große Sorge bereitet dem asr und seinem Präsidenten dabei weniger die Vergangenheit als die Zukunft des Luftverkehrsmarktes: “Die nächste Airline-Pleite wird kommen – und Lufthansa hat durch die Preistreiberei im letzten Herbst die Kriegskasse gut gefüllt. Zudem hat die Lufthansa mit der aktuellen Entscheidung eine amtliche Genehmigung mit Brief und Siegel, auch beim nächsten Marktaustritt eines Wettbewerbers erst die Preise in die Höhe treiben zu dürfen, sowie sich dann das weitaus größte Stück vom Kuchen zu sichern”, so die Befürchtung von Szech.
Der asr verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass trotz der Ankündigung des damaligen Justizministers Heiko Maas aus dem Sommer 2018 bisher keinerlei Maßnahmen zur Einführung einer Insolvenzabsicherung für Airlines erfolgt seien: “Die Zeche zahlen also auch in die Zukunft die Verbraucher, Veranstalter und Reisebüros – profitieren werden dann erneut Lufthansa und ihre Aktionäre”, zeigt sich der asr verärgert.


