Trotz zwiespältiger weltwirtschaftlicher Entwicklung hat der internationale Tourismus in 2013 ein neues Allzeithoch erreicht.
In 2014 wird sich diese positive Entwicklung weltweit fortsetzen und jetzt auch zahlreiche „advanced economies“ erfassen.
In den meisten Destinationen des Welttourismus war die Stimmung in 2013 gut. Es wurden in großer Zahl neue Arbeitsplätze geschaffen und die Zahl der Tourismusinvestitionen in der Pipeline ist groß.
Damit hat sich der Tourismus auch in 2013 als einer der Haupt-Wachstumstreiber der eher träge dahin dümpelnden Weltwirtschaft bestätigt.
Einige Destinationen blieben leider von Gewalt, politische Unruhen und Naturkatastrophen nicht verschont. Ägypten kommt nicht zur Ruhe und die Absatzzahlen sind im Herbst nach kurzer Erholung wieder eingebrochen. In Syrien ist die Tourismuswirtschaft zusammengebrochen. Neu sind die politischen Unruhen in Thailand und der Türkei, was bisher noch nicht zu negativen Absatzzahlen geführt hat. Griechenland bleibt zwar noch unruhig, ist in 2013 aber auferstanden und glänzt jetzt mit zweistelligen Tourimus-Plus.
In den Herkunftsländern des internationalen Tourismus zeigt sich ein zwiespältiges Bild. Trotz anhaltender Staats- und Bankschuldenkrise hat sich die ökonomische Stimmung in den „advanced economies“ spürbar verbessert. Mit wenigen Ausnahmen wächst das Sozialprodukt dort wieder, wenn auch noch sehr zaghaft. Die „emerging economies“ haben auch in 2013 wieder „outperformed“. Jedoch boomt es nichtmehr überall. Das Wachstum der „emerging markets“ insgesamt ging daher von 5,6% auf 4,6% zurück. In der Folge hat sich die Schere zwischen der Dynamik der „advanced“ und jener der „emerging markets“ in 2013 etwas geschlossen.
Summa summarum verzeichnet IPKs World Travel Monitor® für das internationale Reisejahr 2013 eine Zunahme der Auslandsreisen um +5% auf 952 Millionen. Die Zahl der Auslandsübernachtungen nahm um 4% zu (7,6 Milliarden Nächte) und die internationalen Reiseausgaben in Höhe von 989 Milliarden Euro sind um +6% gestiegen.
„Trotz der zum Teil sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den Ziel- als auch den Herkunftsländern wurde auf allen Ebenen – Zahl der Reisen, Übernachtungen und Ausgaben im Ausland, 2013 erneut ein Rekordhoch erzielt. Damit hat sich der Tourismus in 2013 erneut als Wachstumstreiber der Weltwirtschaft bewährt“, so Rolf Freitag, Geschäftsführer von IPK International.
In 2014 wird sich die bestehende Ambivalenz zwischen advanced und den emerging economies verringern. Die Reisen aus den advanced economies werden noch etwas stärker als im Vorjahr wachsen während sich der Reiseboom aus den Schwellenländern etwas verlangsamen könnte. Dazu Rolf Freitag: „Wir erwarten für die „New Economy“ Länder Asiens ein Wachstum der Auslandsreisenachfrage von 8%. Für Europa rechnen wir mit 4% Wachstum und für Nordamerika gehen wir von einem 3%igen Wachstum aus“.

Weitere Ergebnisse aus dem World Travel Monitor® von IPK International zu den Auslandsreisen der Europäer und Deutschen in 2013:
Europa weiterhin positiv
Die Europäer unternahmen in 2013 mehr Reisen als in 2012. Insgesamt stieg die Zahl der Auslandsreisen der Europäer in 2013 um 3% auf 432 Millionen, nach einem Wachstum von 2% im Jahr 2012. Die Zahl der Übernachtungen blieb stabil bei 3,5 Milliarden Nächten. Die Ausgaben für Auslandsreisen stiegen jedoch um 2% auf 368 Milliarden Euro.
Was die Urlaubsarten betrifft, so unternahmen die Europäer im vergangenen Jahr am häufigsten einen Strandurlaub. Hier wurde ein Zuwachs von +4% erzielt. Die Anzahl der Rundreisen gingen dagegen nur um 1% nach oben. Im Gegenzug gab es ein stärkeres Wachstum von 5% für Städtereisen und Winterurlaub.

Nicht-Euro-Länder boomen, große Quellmärkte legen wieder zu, Krisenländer schwächeln weiter
Wie die World Travel Monitor® Zahlen von IPK zeigen, gab es 2013 für die wichtigsten Quellmärkte in Europa Höhen und Tiefen. Den größten Zuwachs in Europa erzielte im letzten Jahr wiederum Russland mit einem Anstieg von 13%. Auch die Auslandsreisen der Türken legten stark zu (10%). Auch die aufkommensstärksten europäischen Quellmärkten wie Frankreich (+4%), Großbritannien (+3%) und Deutschland (+2%) legten im vergangenen Jahr wieder zu. Deutlich negative Auslandsreisebilanzen hatten dagegen die sogenannten Euro-Krisenländer wie Spanien (-5%) und Italien (-3%).

Deutsche tendieren zu Auslandsreisen
Für den gesamtdeutschen Markt (In- und Auslandsreisen) gab es dem World Travel Monitor® zufolge im vergangenen Jahr eine weiterhin positive Entwicklung. Die Deutschen unternahmen 335 Millionen In- und Auslandsreisen im Jahr 2013 (+2%), und die Zahl der Übernachtungen lag mit 1,7 Milliarden ebenfalls um 2% höher. Wichtig für den Tourismussektor: die Zahl der Urlaubsreisen der Deutschen stieg um 3%, das sind mittlerweile 46% des gesamten Reisemarktes. Auch Geschäftsreisen (+4%) entwickelten sich positiv. Private Reisen (-1%) verzeichneten im vergangenen Jahr einen Rücklauf. Durch einen Anstieg von 6% auf 153 Milliarden Euro übertraf die Wachstumsrate der Gesamt-Reiseausgaben der Deutschen die des Reisevolumens und der Übernachtungen.
Das erste Mal seit Jahren gab es einen Trend zur Auslandsreise mit einem Anstieg von 2% (auf 75,3 Millionen Reisen), wogegen Inlandsreisen lediglich um 1% (auf 260 Millionen Reisen) zunahmen.
Dies betrifft auch die Urlaubsreisen der Deutschen: Urlaub im eigenen Land stieg um 3% (auf 98,6 Millionen) wogegen die Urlaubsreisen der Deutschen ins Ausland mit 54,8 Millionen (+4%) sogar noch stärker anstiegen. “Der Trend zu mehr Reisen ins Ausland und weniger Riesen im eigenen Land ist in Deutschland nun seit mehreren Jahren das erste Mal zu beobachten”, sagt IPK-Chef Rolf Freitag.

Keine Veränderung gab es auch hinsichtlich der Top Urlaubsziele der Deutschen: Auch 2013 lag Österreich an erster Stelle (17% Marktanteil), gefolgt von Spanien (16%) und Italien (12%). Österreich und Spanien konnten mit einstelligen Wachstumsraten ihre Marktanteile halten, Italien mit negativem Wachstum verlor dagegen 1% Marktanteil. Weitere beliebte ausländische Urlaubsdestinationen der Deutschen im vergangenen Jahr waren die Türkei (8%), die Niederlande (6%) und Frankreich (6%). Griechenland erholt sich mit einer zweistelligen Wachstumsrate. Im Hinblick auf die Ziele im Inland bleibt Bayern mit 20 Millionen Urlaubsreisen der absolute Marktführer. Bayern ist doppelt so populär wie die auf Platz zwei und drei liegenden Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg.
Ausblick 2014
Obwohl die Weltwirtschaft sich eher träge entwickelte, erwartet IPK für 2014 ein weltweites Tourismuswachstum von 5%.
In den aufstrebenden Märkten Asiens wird die Tourismusnachfrage um 8% zunehmen, in Südamerikanischen Märkten um 4%. Aber auch die traditionellen Reisemärkte in Europa und Nordamerika befinden sich wieder in einer Wachstumsphase mit Zuwachsraten von etwa 4% für Europa und 3% für Nordamerika.
Auch im Tourismus wird das Thema Social Media weiter an Relevanz gewinnen. Gut jeder zweite europäische Auslandsreisende ist Teil der Social Media Community und 16% davon nutzen Social Media bereits als Informationsquelle für die Reiseplanung und Reisedurchführung.

Alle dargestellten (vorläufigen) Ergebnisse basieren auf dem World Travel Monitor® von IPK International, der weltweit einzigen und größten Tourismusstudie zum internationalen Reiseverkehr. Die Daten des World Travel Monitor® werden im Rahmen von bevölkerungsrepräsentativen Umfragen in mehr als 60 Ländern erhoben. Weltweit werden dazu jährlich mehr als 500.000 Interviews durchgeführt.
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