„Der Tourismus ist einer der stärksten und dynamischsten Wirtschaftsbereiche, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig MdB als Vorsitzender des Ausschusses für Tourismus des Deutschen Bundestages in seiner heutigen Plenarrede.
Anlass seiner Rede war die Vorstellung des tourismuspolitischen Berichts durch die Bundesregierung. Dieser zeigt: 2,9 Millionen Erwerbstätige sind in Deutschland direkt im Tourismus beschäftigt. Nahezu 100 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung sowie fast 280 Milliarden Euro Konsumausgaben entstehen im Tourismus.
„Es wäre wünschenswert, wenn der Bericht mindestens alle zwei und nicht nur alle fünf Jahre vorgelegt würde. Nur so kann er als Handlungsempfehlung oder Masterplan für den Tourismus in Deutschland dienen“, so Brähmig. Für die nächste Legislaturperiode fordert Brähmig mehr Mitglieder für den Ausschuss. Dies würde der gestiegenen wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus gerecht.
Um den Tourismus fit für die Zukunft zu machen, sprach sich Brähmig für die bessere Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus. Er kritisierte die Unterrepräsentanz der tourismuswissenschaftlichen Lehrstühle an Universitäten und forderte eine Abkehr von diesem Trend.
Als weiteren wichtigen Punkt nannte Brähmig die Barrierefreiheit im Tourismus. „Fraktionsübergreifend engagieren wir uns im Ausschuss für Tourismus schon seit Jahren dafür, die Barrierefreiheit zu einem Markenzeichen im Deutschlandtourismus zu machen“, sagte er in der Plenarrede.
Die Bettensteuer bzw. City-Tax lehnt Brähmig grundsätzlich ab, da die Abgabe zu einer Verschlechterung der internationalen Wettbewerbssituation der Beherbergungsbetriebe beiträgt. „Das rein fiskalische Denken der Kommunen berücksichtigt nicht, dass jeder Gast jeden Euro nur einmal ausgeben kann. Ziehe ich dem Touristen bei der Bettensteuer das Geld aus der Tasche, kann er es nicht im Gastgewerbe, beim Bäcker oder Buchhändler ausgeben,“ erklärte Brähmig weiter. Die sinkenden Umsätze an dieser Stelle werden Steuermindereinnahmen bewirken und Arbeitsplätze vernichten. Insofern handelt sich nach der Meinung des Tourismuspolitikers hier um ein reines Nullsummenspiel und zusätzlich kann in Ballungsgebieten der Gast auf umliegende Städte und Gemeinden ausweichen.
Eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Tourismuswirtschaft sieht Brähmig in der Schaffung von freiwilligen Tourismusfonds, in den alle vom Tourismus profitierenden Betriebe einzahlen. Die Gelder werden dann in die allgemeine touristische Infrastruktur oder in das Marketing investiert werden. Mehr Gäste bedeuten höhere Umsätze und damit höhere Steuereinnahmen.

