Mallorca ist und bleibt eines der beliebtesten Reisziele der Deutschen – bei den Online-Buchungen gibt es allerdings noch viel ungenutztes Potential. Das war die Erkenntnis beim fünften Fachkongress Destination meets Online, der vom 18. bis 21. April auf Mallorca stattfand. Mit zahlreichen Referenten aus Wirtschaft und Forschung, rund 250 deutschen und 80 spanischen Teilnehmern und erwies sich das Touristiker-Treffen erneut als renommierte Plattform für die Online-Branche.
Laut dem Tourismusmanagement-Professor Dr. Axel Jockwer hängt der nachhaltige Erfolg Mallorcas als Urlaubsziel vor allem mit dem vielschichtigen Image der Insel zusammen. „Natürlich denkt man bei Mallorca auch an Sangria, Jürgen Drews und Bettenburgen“, sagte Jockwer. „Das sind aber akzeptierte Klischees und keine Verurteilung – im Gegenteil, sie verleihen dem Gesamtbild die Würze.“
Dies bestätigte auch Georg Ziegler, Leiter des Bereichs B2B beim Bewertungsportal HolidayCheck: Wie die Auswertung der Mallorca-Gästebewertungen der letzten drei Jahre zeige, habe die Balearen-Insel immer noch eine Spitzenposition bei Pauschalreisen. „Mallorca wird ein Klassiker bleiben“, sagte Ziegler. Die Hotels müssten aber mehr tun, um diesen Status zu halten. Kundenempfehlungen hätten einen signifikanten Einfluss auf die Buchungslage eines Hotels, da sich mehr als 70 Prozent der Gäste vorab im Internet über ein Hotel informierten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Destinationen sind Pauschalreisen nach Mallorca seit 2009 online weniger stark als in anderen Vertriebskanälen gewachsen, wie eine Untersuchung der GfK ergeben hat – auffällig angesichts der Tatsache, dass die Pauschalreise mit einem Drittel Buchungsanteil die wichtigste Reiseform der Deutschen sei, sagte der GfK-Tourismusberater Roland Gassner. „Da gibt es noch Nachholbedarf.“
Ein einheitlicher Appell aus nahezu allen Vorträgen war das Thema Gratis-WLAN in den Urlaubs-Hotels. Mit diesem Service täten sich die Gastgeber selbst einen Gefallen – indem sie ihre Gäste als Multiplikatoren auf Facebook und Co. für sich sprechen ließen. (ke)

