Nun müssen Taten zu raschen Entlastungen der europäischen Airlines führen. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) begrüßt das heute von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas in Brüssel vorgestellte Analysepapier zur Lage der europäischen Fluggesellschaften im internationalen Wettbewerb. BDF-Geschäftsführer Michael Engel: „Das Papier von Kallas bringt die Probleme auf den Punkt. Unsere Airlines stehen im weltweiten Wettbewerb an der Front und brauchen dringend Entlastung, wenn sie weiterhin Motor für Wachstum und Arbeitsplätze in der europäischen Wirtschaft sein sollen.“

Das Arbeitspapier der Europäischen Kommission räumt ein, dass sich das Wettbewerbsumfeld der Fluggesellschaften in den letzten Jahren dramatisch verändert hat und dass vielfache Wettbewerbsverzerrungen und einseitige Belastungen die europäischen Airlines benachteiligen. Das Papier nennt hierzu u.a. die Belastungen aus dem europäischen Emissionshandel, nationale Luftverkehrsabgaben, aber auch fehlende Erfolge bei der Entwicklung eines einheitlichen europäischen Luftraums.

Der BDF begrüßt das Plädoyer des Kommissionspapiers für eine europäische Luftverkehrspolitik, die zu einer „kosteneffizienten Infrastruktur“ führt und darin auch die „Interessen der europäischen Verbraucher“ gewahrt sieht. Engel: „Es ist richtig, dass die Kommission den Nutzen einer wettbewerbsfähigen europäischen Airline-Industrie für den europäischen Bürger und Verbraucher herausstellt. Aber es ist kurz vor zwölf, um mit den richtigen Maßnahmen Verbesserungen für die europäischen Fluggesellschaften einzuleiten.“

Die deutschen Airlines kämpfen derzeit nicht nur mit den Folgen der Luftverkehrsteuer, die seit Anfang 2011 die Ergebnisse der Unternehmen belastet, sondern auch mit den Auswirkungen des EU-Emissionshandels, der in zahlreichen Ländern außerhalb der EU abgelehnt wird. Entlastung könnte hingegen auf einem anderen Gebiet kommen. Die EU-Kommission hat einen Vorschlag für eine Marktöffnung bei den Bodenverkehrsdiensten vorgelegt, der derzeit im Europäischen Parlament beraten wird. Da in Deutschland der Zugang zu den Bodenverkehrsdiensten bislang auf zwei Dienstleister beschränkt ist, haben die deutschen Fluggesellschaften heute nicht die gleichen Wahlmöglichkeiten wie die Mehrzahl ihrer ausländischen Konkurrenten, in deren Ländern bereits heute mehr als zwei Anbieter zugelassen sind. Der BDF begrüßt daher den Vorschlag, die Mindestzahl der Bodenabfertigungsdienstleister pro Flughafen auf mindestens drei Anbieter anzuheben.

Der BDF vertritt die Interessen der deutschen Fluggesellschaften gegenüber Wirtschaft und Politik. Die Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten Airlines. Sie befördern jährlich mehr als 120 Millionen Passagiere. Dabei kommen über 750 moderne Flugzeuge zum Einsatz. Die Unternehmen erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 27 Milliarden Euro. In Summe beschäftigen die BDF-Fluggesellschaften 120.000 Mitarbeiter.

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