Zwei neue Hotels am Alexanderplatz unter InterContinental-Flagge

von Wolfgang Weiß
Mit der Frage nach der Theanolte-Bähnisch-Straße oder der Bernhard-Weiß-Straße wären wohl die meisten Berliner überfordert. Erst der Zusatz nähe Keibelstraße würde wohl für Aufklärung sorgen. Hier, am stadtauswärts führenden Straßentunnel, ist auf der linken Seite ein moderner schmuckloser zehngeschossiger Würfel entstanden, der die beiden jüngsten Berliner Hotels beherbergt: Das Hotel Indigo und das Holiday Inn. Beide tragen den Zusatz „Berlin Centre – Alexanderplatz“ und wurden am 1. Mai dieses Jahres eröffnet.

Die Rezeption im neuen Holiday Inn am Alexanderplatz

Die neuen Häuser im 4-Sterne-Superior– und 4-Sterne-Bereich gehören zu den Azure Hotels, richtiger zur Azure Property Group mit Hauptsitz in Luxemburg, die mit dem britischen Konzern InterContinental Group (IHG – weltweit größte Hotelgruppe mit 640 000 Zimmer in 100 Ländern)) einen Franchisevertrag geschlossen hat. Die beiden Häuser firmieren unter den IHG-Portfolios Indigo und Holiday Inn. Während letztere seit Jahren als Marke bekannt sind, ist Indigo „frisch auf dem deutschen Markt“. Die vorwiegend in den USA etablierten Boutique-Hotels des Portfolios zurzeit gibt es 39, weitere 60 sind in Arbeit, darunter auch in Deutschland, sind über London in diesem Jahr in Berlin angekommen – und zwar gleich zweimal mit dem Hotel Indigo Berlin Centre Hardenbergstraße und mit der in Rede stehenden Herberge. Das Besondere dieser Hotels: Es handelt sich um charmante, meist kleinere, individuell gestaltete Häuser.

Die Rezeption im neuen Indigo Hotel am Alexanderplatz

Entsprechend dieser Philosophie und dem Credo „Jedes Hotel Indigo ist anders“, so Dirk Dreyer, General Manager, wartet das Indigo am Alexanderplatz mit einigen Überraschungen auf. In die Gestaltung des Hauses, für die die Düsseldorfer Architekten Klein Associates verantwortlich zeichnen, flossen lokale und kulturelle Elemente der Umgebung ein, wie Senior Sales Manager Robert Singer bei einem Rundgang betonte. Dazu gehört die Idee, den Neptunbrunnen als eines der zentralen Motive in den Zimmern zu verwenden. In den Fluren treffen die Gäste auf ein weiteres hotelnahes Motiv, den Fernsehturm. Unter den Hotelbetten Paneele, die in der Optik an die Berliner Mauer erinnern. Im Hotelflur kann man auch einen Kurzkurs in „Berlinisch“ nehmen. Einzelne der hier aufgeschriebenen und „übersetzten“ Zitate scheinen direkt aus Zilles Zeiten zu stammen.

Das moderne klare Design in den Indigo Zimmern

Die Zimmer sind geräumig und modern ausgestattet, die Badezimmer leicht zugänglich, auch für Behinderte. In allen Räumen wird auf textilen Fußbodenbelag verzichtet. Aus hygienischen Gründen und weil viele Gäste es so wünschten, versichert der Sales Manager. Aus einigen höher und über Eck gelegenen Zimmern mit Panoramaverglasung ergibt sich ein fantastischer Blick auf den Alexanderplatz und den Fernsehturm. Im geräumigen und geschmackvoll eingerichteten Restaurant „La Maison de l’entrecôte“ bietet Küchenchef Andreas Wernicke (40) die wohl zartesten Steaks nördlich des Alexanderplatzes an – und es gibt nur ein Menü um das Entrecôte. In der Bar „White 5“ (nach Bernhard-Weiß-Straße 5/Berater war Andreas Lanninger, wohl einer der bekanntesten Barkeeper nicht nur der deutschen Hauptstadt ) können die Gäste nicht nur zahlreiche Cocktails und Longdrinks genießen, sondern auch zwischen 80 verschiedenen Weinen wählen. Ein Fitnesscenter im Basement befindet sich unter dem Empfang. Von hier aus kann man auch ein Kuriosum betrachten: Einen stilisierten hölzernen Zander (wegen Alexanderplatz! Da muss man erst Mal drauf kommen), der über zwei Etagen reicht. Eine Unmenge kleiner Spielzeugtrabbis sowie Tuben mit Pflegemitteln sollen in der Lobby die Brücke zur DDR-Vergangenheit schlagen.

Ein Zimmer im neuen Holiday Inn

Das zweite, unmittelbar benachbarte Haus, das Holiday Inn Berlin Centre Alexanderplatz, in das man vom Indigo aus durch eine, allerdings verschlossene Glastür gelangt, kommt etwas nüchterner daher. Es verfügt aber über eine Besonderheit, die man so schnell nicht in anderen Hotels findet. Per Knopfdruck auf der Fernbedienung, so führt es Julia Schröder, Asst. Sales Manager vor, taucht am Fußende des Bettes aus dem Rahmen ein Flachbildfernseher auf, den man auch nach allen Seiten drehen kann. Im Holiday Inn gibt es vier Zimmerkategorien, wobei die Suite auch über eine kleine Terrasse verfügt, ebenfalls mit spektakulärem Blick auf das „Haus des Lehrers“, das Einkaufszentrum „Alexa“ und den Alexanderplatz und Fernsehturm überhaupt. Im hauseigenen vietnamesischen Restaurant „ViLo“, darauf legt man Wert, werden alle Speisen ohne Geschmacksverstärker zubereitet.

Das Restaurant ViLo im Holiday Inn mit vietnamesischer Küche

Beide neuen Hotels nördlich des Alexanderplatzes sind komplett raucherfrei. Sie verfügen über kostenloses W-Lan und man kann in die Festnetze vieler Länder (auch USA) kostenlos telefonieren. 24-Stunden-Zimmerservice. Der Verkauf für beide Häuser erfolgt zentral. Die Auslastung, so versichert man uns, betrage jetzt im August fast 100 Prozent.
Das dritte Azure-Haus an diesem Ort ist das ONE80= Hostel mit aufregender Bar und Klub in der Otto-Braun-Straße. Doch das ist ein neues Kapitel…

Fact Sheets
Hotel Indigo Berlin Centre Alexanderplatz:
153 Zimmer (auch behindertengerecht) in verschiedenen Kategorien, Ausstattung: Kostenloses Wi-Fi, Festnetz-Telefonnutzung kostenlos, LCD-Flatscreen, Sky-TV kostenlos, Tee- und Kaffeemaschine und Zubehör, Safe, iPod Docking Station, Klimaanlage. In Executive-Zimmern Mini-Bar.
Gastronomie: Restaurant „La Maison de l’entrecôte“, Hotelbar „White 5“
Fitnessraum im Basement
Business Center: 24 Stunden geöffnet mit High Speed Internet Access; Laptop, Fax, Drucker, Kopierer, Scanner
www.hotelindigoberlin.com

Holiday Inn Berlin Centre Alexanderplatz
242 Zimmer in verschiedenen Kategorien, Ausstattung: Kostenloses Wi-Fi, Festnetz-Telefonnutzung kostenlos, LCD-Flatscreen, Sky-TV kostenlos, Tassimo Kaffeemaschine, Safe, iPod Docking Station, Klimaanlage, Regendusche;
Gastronomie: Vietnam-Restaurant „ViLo“, Lobby-Bar
Fitnessraum im Basement
Business Center: 24 Stunden geöffnet mitHigh Speed Internet Access; Laptop, Fax, Drucker, Kopierer, Scanner
www.hiberlincenter.com
Fotos: Udo Rößling

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