Von Ute Müller
Panama- Die sieben Länder Zentralamerikas werden dieses Jahr mit 8,3 Millionen Touristen einen neuen Besucherrekord verzeichnen, das sind 1,5 Millionen mehr als im Vorjahr. Davon stammten mehr als 600.000 aus Europa, insbesondere Spanien, Groβbritannien und Deutschland. „Wir haben es geschafft, unsere Länder als einheitliche Marke zu präsentieren und unsere Stellung als attraktive Destination gestärkt“, so José Napoleon Duarte Tourismusminister von Salvador auf der achten Edition der Tourismusmesse Central American Travel Market (CATM), die Ende Oktober in Panama stattfand.
Dort trafen sich dieses Jahr 206 Aussteller, 124 Veranstalter aus 24 Ländern sowie 42 Medienvertreter, deutlich weniger als im Vorjahr, als die Tourismusmesse in Antigua (Guatemala) abgehalten wurde. Dennoch wurde die CATM 2011 ein Erfolg. „Wir sind jetzt nicht mehr die vergessene Region auf dem Globus“, unterstrich Salomón Shamah, Tourismusminister von Panama. Panama habe 1,2 Millionen Dollar in die Messe investiert, werden aber Einnahmen von 20 Millionen Dollar erzielen, so Shamah. Schon jetzt steht des Tourismus für 10,4 Prozent des panamenischen Bruttoinlandsprodukts und ist die wichtigste Devisenquelle.
Shamah weiβ, dass sein Land, was die Vielfalt der Flora und Fauna anbelangt durchaus mit Costa Rica vergleichbar ist, aber deutlich weniger Besucher empfängt. „Wir können Costa Rica nicht besiegen, sondern müssen uns differenzieren, ein eigenes Image entwickeln“, so Shamah. Panama verfügt neben dem Kanal als Besuchermagnet auch über mehrere Eingeborenenstämme, einzigartig in Mittelamerika. Einer dieser Stämme, die Embera (im Nationalpark Chagres) leben nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt und geben Touristen gerne eine Einführung in ihre Kultur.
Um das Prestige Panamas zu stärken, gibt es für jeden Reisenden bei seiner Ankunft eine kostenlose Versicherung, die medizinische Versorgung im Notfall mit einschlieβt. Ansonsten haben die Länder ihre Zusammenarbeit weiter verstärkt. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenten, sondern ergänzen uns gegenseitig und versuchen, den Besuchern maβgeschneiderte Produkte anzubieten“, so Nelly Jérez, Tourismusministerin von Honduras. „Wer etwa die Mayastätten in Guatemala besucht, kann seinen Besuch danach mit einem Besuch der Karibikinsel Roatán (Honduras) oder Belize abrunden“. Inzwischen verfügen die Länder auch über eine eigene Tourismuspolizei, die für die Sicherheit der Besucher sorgt.

alle Foto: Ute Müller

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