Naturreservat bietet 450 Vogelarten, gigantische Bäume und viel lokale Kultur im Dschungel

Ursprünglicher geht es kaum: Reisende, die die Biodiversität Ecuadors in vollen Zügen genießen oder sich für die Lebensweise der Völker im Amazonas-Regenwald kennen lernen möchten, empfiehlt sich das Limoncocha Ecological Reserve. Das Gebiet am Ufer des Río Napo zwischen den Flüssen Coca und Aguarico ist seit 1985 ein Naturreservat und seit jeher die Heimat der Völker Quichua und Shuar. Von der Stadt Puerto Francisco de Orellana aus (Spitzname: Coca) ist das Gebiet bequem für Tagesausflüge zu erreichen.

Das Limoncocha Ecological Reserve gilt als eines der artenreichsten Gebiete der Erde. Es ist von Dschungel bedeckt und umfasst ein ganzes Spektrum an Lebensräumen und Ökosystemen – von Feuchtgebieten über Trockenwälder bis hin zu Sümpfen. Ein großer Teil des Schutzgebiets steht ständig unter Wasser. Die Laguna Limoncocha, ein etwa 2,5 Quadratkilometer großer See, ist ein weltbekannter Standort für die Vogelbeobachtung. Hier gibt es schätzungsweise 450 verschiedene Arten zu sehen, darunter Kolibris, Papageien, Tukane, Harpyien und Truthahngeier. Im See selbst leben schwarze Alligatoren und Piranhas. Erfahrene lokale Tourguides kennen die besten Plätze für die Beobachtung mit Fernglas und Kamera.

Aber auch die Pflanzenwelt des Reservats kann sich sehen lassen. Zu den Baumarten, die hier heimisch sind, gehören Ceibos, Zedern, Lorbeer, Balsabaum und die Pambil-Palme. Besonders die gigantischen Ceibos beeindrucken die Besucher – viele von ihnen sind mehrere hundert Jahre alt.

Zwei einheimische Völker leben im Limoncocha Ecological Reserve: Quichua und Shuar. Vor allem einige der Quichua-Gemeinden leben vom Verkauf ihrer Ernten und vom Öko-Tourismus. Im Rahmen des Community-Tourismus haben Gäste des Reservats die einzigartige Gelegenheit, die lokale Kultur hautnah zu erleben, unter kundiger Führung den Dschungel zu entdecken und damit sowohl die Gemeinden als auch den Artenschutz aktiv zu fördern. Verschiedene Funde deuten übrigens daraufhin, dass diese Region vom 12. bis zum 15. Jahrhundert von der präkolumbianischen Kultur der Napo besiedelt war.

Besucher des Limoncocha Ecological Reserve unterstützen die Bevölkerung auch beim Schutz des einzigartigen Artenreichtums vor der Ölförderung in der Gegend. Bevor die Region zum Naturreservat ernannt wurde, hatte die Ölförderung bereits einigen Schaden angerichtet, auch heute sind die Folgen und die Umweltverschmutzung ein Problem in der Region – die sich dennoch ihre ursprüngliche Wucht bewahrt hat.

Ideale Startpunkte für einen Besuch der Limoncocha Ecological Reserve sind die Städte Coca oder Lago Agrio, die beide weniger als eine Flugstunde von der ecuadorianischen Hauptstadt Quito entfernt liegen. Von beiden Orten aus werden Tagesausflüge wie auch längere Pauschaltouren mit Unterkunft, Mahlzeiten, Ausrüstung und Guide per Bus oder Flugzeug angeboten. Auch etwa dreistündige Bootstouren von Coca aus über den Río Napo sind möglich. Es gibt einige komfortable Lodges, die meisten Unterkünfte aber sind eher einfach gehalten, zum Beispiel als Hütten oder Zeltplätze. Eine Unterkunft in der Stadt ist komfortabler, erfordert aber zeitaufwändiges Pendeln. Typische Touren umfassen Kanutrips über die Laguna Limoncocha, naturkundliche Wanderungen, Angelausflüge, Fotosafaris, Vogelbeobachtung, Schwimmen, Schamanenrituale, Verkostungen lokaler Köstlichkeiten sowie Camping. Die Touren können in Coca und Lago Agrio, aber auch in Quito gebucht werden.

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