Umsatz im zweiten Quartal konjunkturbedingt rückläufig – Ausblick bestätigt: Positives Konzern-ergebnis zum Ende des Rumpfgeschäftsjahres erwartet. – Touristik: Operatives Ergebnis im zweiten Quartal +22 Prozent. – Containerschifffahrt belastet weiterhin deutlich das Konzern-Ergebnis im zweiten Quartal. – Stärkung der Finanzstruktur der TUI AG durch Asset-Streamlining-Maßnahmen eingeleitet

Die TUI AG rechnet zum Ende des Rumpfgeschäftsjahres (Januar bis September 2009) mit einem positiven Abschluss. Für das Kerngeschäft Touristik wird ein leicht unter dem Vorjahr liegendes, aber insgesamt befriedigendes, operatives Ergebnis erwartet. Im Rahmen der Beteiligung an der Hapag-Lloyd AG entstehen negative Equity-Ergebnisbeiträge. Zusätzliche Belastungen ergeben sich aus Zinseffekten auf Darlehen, die der Containerschifffahrt gewährt worden sind. Dem stehen der Buchgewinn aus dem mehrheitlichen Verkauf der Containerschifffahrt sowie geringere Integrationsaufwendungen in der Touristik gegenüber. Diese Effekte sowie das positive operative Touristikergebnis werden unter dem Strich zu einem positiven Konzernergebnis im Rumpfgeschäftsjahr 2009 führen.

Die Umsatzentwicklung im Kerngeschäft Touristik im zweiten Quartal 2009 war entsprechend den Erwartungen des Managements rückläufig. Der Umsatz der fortzuführenden Bereiche (Touristik und Zentralbereich) ging im zweiten Quartal um rund 12 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro zurück (Vorjahr 4,7 Milliarden Euro). Kumuliert für das erste Halbjahr ergibt sich ein Umsatzrückgang um rund 13 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro (Vorjahr 8,3 Milliarden Euro). In der Touristik konnte mit aktiver Kapazitätssteuerung die Preisqualität trotz Gästerückgangs erfolgreich auf hohem Niveau gehalten werden.

Das bereinigte EBITA der fortzuführenden Geschäftsbereiche sank im zweiten Quartal leicht um rund 6 Prozent auf rund 95 Millionen Euro (Vorjahr 101 Millionen Euro). Kumuliert für das erste Halbjahr betrug das operative Ergebnis der fortzuführenden Bereiche -192 Millionen Euro (Vorjahr -113 Millionen Euro).

Das negative Konzernergebnis im zweiten Quartal in Höhe von rund -524 Millionen Euro (Vorjahr -127 Millionen Euro) ist im Wesentlichen auf die Schifffahrt zurückzuführen. Das anteilige negative Ergebnis von Hapag-Lloyd beträgt -121 Millionen Euro. Darüber hinaus fielen Belastungen aus Zinseffekten für die der Hapag-Lloyd AG gewährten Darlehen in Höhe von 371 Millionen Euro an. Hintergrund: TUI ist aufgrund von Rechnungslegungsvorschriften angehalten, die Darlehen, die sich aus dem Finanzierungsschirm für die Hapag-Lloyd ergeben, einer Marktbewertung zu unterziehen. Die derzeitige Finanz- und Risikolage der Containerschifffahrt zum 30. Juni 2009 führt im Vergleich zum 31. März 2009 zu einem Anstieg des risikoadäquaten Zinssatzes, der die Neubewertung der von TUI an die Containerschifffahrt gewährten Darlehen erforderlich machte.

Kumuliert für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres wurde mit rund 82 Millionen Euro ein positives Konzernergebnis erzielt (Vorjahr rund -406 Millionen Euro). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie lag nach den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres bei 0,78 Euro (Vorjahr -0,93 Euro).

Zur vorsorglichen Stärkung der Finanzstruktur hat die TUI AG ein so genanntes Asset-Streamlining-Programm eingeleitet, welches bis in das Jahr 2012 reichen wird. Vorgesehen ist unter anderem die Refinanzierung von bisher im Eigentum der TUI AG befindlichen Vermögenswerten wie zum Beispiel Immobilien, Hotels und Kreuzfahrtschiffen.

Detailentwicklung Touristik

TUI Travel
Der Umsatz der TUI Travel nahm im zweiten Quartal erwartungsgemäß ab und erreichte rund 4 Milliarden Euro (Vorjahr 4,6 Milliarden Euro). Dieser Rückgang von rund 12 Prozent ist zurückzuführen auf gesunkene Gästezahlen infolge der Wirtschaftskrise sowie auf den im Vorjahresvergleich schwächeren Wechselkurs des britischen Pfunds gegenüber dem Euro. Für das erste Halbjahr lag der Umsatz mit rund 6,9 Milliarden Euro um 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr 8 Milliarden Euro).

Durch aktives Kapazitätsmanagement konnte TUI Travel trotz rückläufiger Buchungen Preisqualität und Auslastung der fest eingekauften Kapazitäten auf hohem Niveau halten. Das operative Ergebnis der TUI Travel (bereinigtes EBITA) verbesserte sich im zweiten Quartal um 26 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichswert auf insgesamt 98 Millionen Euro (Vorjahr 72 Millionen Euro). Dies entspricht einem Plus von rund 35 Prozent. Der Ergebnisanstieg ergibt sich im Wesentlichen aus höheren Synergieeffekten und der Verlagerung des Ostergeschäfts in das zweite Quartal. Kumuliert für das erste Halbjahr lag das Ergebnis bei -191 Millionen Euro (Vorjahr -167 Millionen Euro).

TUI Hotels & Resorts
Der Hotelbereich erzielte im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der durchschnittliche Erlös pro Bett konnte über alle Hotelmarken gesehen im zweiten Quartal um 6,7 Prozent und im ersten Halbjahr um 6,5 Prozent gesteigert werden. Die Bettenauslastung ging im zweiten Quartal um 7 Prozentpunkte zurück und lag bei 73 Prozent. Im zweiten Quartal wirkten sich neben niedrigen Gästezahlen aus den großen Quellmärkten auch die Folgen der Schweinegrippe aus. Zur Eingrenzung der wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Riu Gruppe sieben Hotels in Mexiko zeitweilig geschlossen. Dank dieser Maßnahme und aufgrund eines strikten Kostenmanagements konnte das Ergebnis der Riu Gruppe jedoch stabil gehalten werden.

Insgesamt betrug das operative Ergebnis des Hotelbereichs (bereinigtes EBITA) im zweiten Quartal rund 12 Millionen Euro (Vorjahr 15 Millionen Euro). Kumuliert für das erste Halbjahr verzeichnet der Bereich ein um 4 Millionen Euro gesunkenes bereinigtes EBITA von rund 25 Millionen Euro (Vorjahr 29 Millionen Euro).

Kreuzfahrten
Der Bereich Kreuzfahrten umfasst neben Hapag-Lloyd Kreuzfahrten das Gemeinschaftsunternehmen TUI Cruises. Das Joint Venture wird at Equity im Konzernabschluss bewertet, so dass hier keine Umsätze ausgewiesen werden.

Der Umsatz des Bereichs Kreuzfahrten ging im zweiten Quartal um rund 4 Prozent auf rund 45 Millionen Euro leicht zurück (Vorjahr 47 Millionen Euro). Das operative Ergebnis des Bereichs (bereinigtes EBITA) lag im zweiten Quartal mit -4 Millionen Euro unter dem ausgeglichenen Ergebnis des Vergleichszeitraums. In dem Ergebnis sind anteilige Vorlaufkosten für TUI Cruises in Höhe von 2 Millionen Euro enthalten. Die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung resultiert aus einer geringeren Auslastung von 71 Prozent sowie leicht gesunkenen Durchschnittsraten pro Tag und Passagier.

Bezogen auf die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres ging das bereinigte Ergebnis des Kreuzfahrtbereichs auf rund -4 Millionen Euro zurück (Vorjahr 6 Millionen Euro). Hierin enthalten sind anteilige Vorlaufkosten für TUI Cruises in Höhe von rund 5 Millionen Euro.

Detailentwicklung Containerschifffahrt
Nach dem mehrheitlichen Verkauf der Hapag-Lloyd AG wird die Beteiligung nicht mehr voll konsolidiert, sondern lediglich at Equity im Quartalsabschluss bewertet.

Alle folgenden Angaben sind zur besseren Einschätzung des operativen Geschäfts aus Sicht der Hapag-Lloyd AG auf 100-Prozent-Basis dargestellt. Als Folge der Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ging die Transportmenge im zweiten Quartal um rund 17 Prozent und in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um rund 16 Prozent zurück. Die durchschnittlichen Frachtraten sanken im zweiten Quartal um rund 25 Prozent und nach sechs Monaten um rund 20 Prozent im Vergleich zu den Vorjahreswerten. Der Umsatz ging im zweiten Quartal um rund 26 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte Ergebnis sank um 307 Millionen Euro auf -192 Millionen Euro (Vorjahr 115 Millionen Euro). Kumuliert für das erste Halbjahr belief sich der Umsatz auf 2,2 Milliarden Euro (Vorjahr 2,9 Milliarden Euro) und das bereinigte EBITA auf -435 Millionen Euro (Vorjahr 133 Millionen Euro).

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