Lufthansa – Einführung einer CRS (Computer Reservierungssystem) Gebühr.ASR unterstützt Klage des VFSW gegen das Lufthansa Unternehmen Austrian Airlines
Der Verein zur Förderung und zum Schutz eines fairen und lauteren Wettbewerbs in Österreich (VFSW) hat mit Unterstützung des asr in der vergangenen Woche Klage gegen die zur Lufthansa Gruppe gehörende Fluggesellschaft Austrian Airlines erhoben. Die Klage richtet sich gegen die zum 01.09.2015 von den verschiedenen Lufthansa-Unternehmen eingeführte CRS-Gebühr von 16 EUR für jede Ticketbuchung.
Bislang wurden ca. 70 % aller Lufthansaflüge über Reservierungssysteme gebucht, die einen übergreifenden Vergleich ermöglichten. Die Lufthansa-Unternehmen verlangen jetzt für Tickets, die über derartige Reservierungssysteme gebucht werden, zusätzlich 16 EUR. Nur für Tickets, die über die konzerneigenen Reservierungsmöglichkeiten gebucht werden, müssen keine zusätzlichen 16 EUR gezahlt werden.

Das ist nach Auffassung des ASR und des VFSW rechtswidrig. Die Klage wird unter anderem darauf gestützt, dass

- die Buchungen über externe Reservierungssysteme entgegen EU-Vorgaben benachteiligt werden
- bei den konzerneigenen Buchungssystemen womöglich nicht alle zur Verfügung stehenden Tarife, sondern vielfach überhöhte Preise angeboten werden, obwohl den Kunden der Eindruck einer Best-Preis-Auswahl vermittelt wird
- entgegen der klaren gesetzlichen Verpflichtung, Endpreise anzugeben, die Preise während des Buchungsvorgangs veränderbar sind und erst nach Abschluss des Buchungsvorgangs feststehen
- im Übrigen wird mit der Klage beanstandet, dass die Lufthansa-Unternehmen mit dem eigenen Reservierungssystem das so genannte „Dynamic Pricing“ einführen, also Preise nach der Auswertung persönlicher Daten der Kunden bestimmt werden

Der ASR Ausschuss Flug, unter Leitung des Vizepräsidenten Jochen Szech, ist seit Bekanntwerden der Einführung der CRS Gebühr durch die LH sowohl in Diskussionen und Gesprächsvorbereitungen mit der Lufthansa selbst, mit den Verbraucherschutzverbänden in Deutschland, mit der Politik in Berlin und Brüssel, als auch mit internationalen Partnerverbänden. „Es gibt nunmehr erste Gesprächstermine“, so Szech, „denn wir hoffen immer noch auf vernünftige Lösungen ohne Gerichtstermine.“

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