18. Tourismusgipfel: Es wird Zeit für ein Level Playing Field.Mit einem Appell an die Politik, den Wachstumsmotor Tourismus am Laufen zu halten hat der Präsident der deutschen Tourismuswirtschaft Dr. Michael Frenzel den 18. Tourismusgipfel eröffnet. Dafür sei es notwendig auf ständig neue Belastungen der Branche und ihrer Gäste zu verzichten und bereits bestehende Belastungen zu reduzieren. Vor rund 500 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Medien forderte Frenzel eine schnellstmögliche Abschaffung der Luftverkehrsteuer, das Aus für das Projekt PKW-Maut sowie eine regelmäßige und zeitnahe Evaluierung des arbeitsmarktpolitischen Experiments Mindestlohn.
„Dieser wird nicht nur zu Belastungen bei der Lohnhöhe, sondern insbesondere auch zu viel zusätzlicher Bürokratie und Verwaltungsaufwand für alle Unternehmen führen.“ Das gelte es im Auge zu behalten und ggf. Korrekturen einzuleiten.
Frenzel appellierte aber auch an die Branche, auf gesellschaftliche Entwicklungen – von Neuen Märkten bis hin zu neuen Trends wie Sharing Economy – angemessen zu reagieren. „Wir selbst sind gefordert, eingefahrene Strukturen aufzubrechen, um marktgerechte Antworten zu finden, da am Ende die Rolle des Staates nur sein kann, für Wettbewerbsgleichheit – ein Level Playing Field – zu sorgen. Das allerdings müssen wir einfordern.“ Der deutsche Luftverkehr kämpft derzeit durch Luftverkehrsteuer, Nachtflugverbote oder auch die permanente Streikgefahr mit deutlich schlechteren Rahmenbedingungen als beispielsweise die Konkurrenz in Middle East. Die Pauschalreiserichtlinie sollte eigentlich novelliert werden, um künftig auch die so genannten Click-Through-Buchungen im Internet zu erfassen. Mit dem aktuellen Entwurf jedoch würde diese Problematik nicht mehr zufriedenstellend gelöst. Und auch für die Unternehmen der Sharing Economy gelten bislang in Teilen andere Regeln als für traditionelle Wirtschaftsunternehmen.

Aussenminister a.D, und einer der führenden Köpfe der Wiedervereinigung, Hans Dietrich Genscher bei seiner spannenden und humorvollen Rede zu 25Jahren Reisefreiheit
Die Eröffnungsrede des Tourismusgipfels hielt in diesem Jahr Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Als weiterer Höhepunkt erwartet die Teilnehmer – wenige Tage vor dem 25. Jahrestag des Mauerfalls – eine Rede des früheren Bundesaußenministers und Vizekanzlers Hans-Dietrich Genscher zum Thema „25 Jahre Reisefreiheit“.
Weitere Informationen rund um den 18. Tourismusgipfel finden Sie unter www.btw.de.
Wirtschaftliche Entwicklung Tourismuswirtschaft
Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung von Informationen rund um die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung sowie die generelle wirtschaftliche Bedeutung der Tourismuswirtschaft:
• Wirtschaftsfaktor Tourismus: Fast 3 Millionen Menschen in Deutschland verdanken ihren Arbeitsplatz dem Tourismus. 4,4 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland gehen auf das Konto des touristischen Konsums. Damit befindet sich die Branche auf Augenhöhe mit Automobilindustrie und Maschinenbau.
• Zahl der Reisetage: Die Deutschen haben 2013 laut BTW-Tourismusindex rund 1,58 Milliarden private Reisetage absolviert.
• Touristenankünfte weltweit: Die Zahl der Touristenankünfte stieg laut UNWTO im ersten Halbjahr 2014 weltweit um 5 Prozent.
• Reiseziel Deutschland/Gastgewerbe: Die Beliebtheit des Reiseziels Deutschland legt weiter zu. Von Januar bis August stieg die Zahl der Übernachtungen in Deutschlands Beherbergungsbetrieben laut Statistischem Bundesamt um 3 Prozent gegenüber den ersten sieben Monaten des Vorjahrs. Von den insgesamt 288,7 Millionen Übernachtungen entfielen 51,6 Millionen auf Gäste aus dem Ausland (+ 5 %) und 237,1 Millionen auf inländische Gäste (+ 2 %). Der Gastgewerbeumsatz lag bis einschließlich Juli 3,6 Prozent höher als in den ersten sieben Monaten des Vorjahrs. (Quelle: Statistisches Bundesamt)
• Reiseveranstalter und Reisebüros: Der Deutsche ReiseVerband (DRV) prognostiziert für den Reiseveranstalter- und Reisebüromarkt für das Jahr 2014 eine Steigerung des Gesamtumsatzes im unteren einstelligen Prozentbereich. 2014 war ein sehr starkes Frühbuchergeschäft zu beobachten. Buchungszuwächse konnten unter anderem die klassischen Badereiseziele der Deutschen verzeichnen. Spanien wird seine Position als beliebtestes Auslandsreiseziel der Deutschen behalten, Griechenland hat seinen Comeback-Kurs aus dem vorangegangenen Jahr fortgesetzt. (Quelle: DRV)
• Passagierzahlen Flughäfen: Die deutschen Verkehrsflughäfen zählten bis August rund 137,4 Millionen Passagiere und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum basiert auf dem Europa- (+3,2 %) und Interkontinental-Verkehr (+3,5 %), während der innerdeutsche Verkehr stagniert. (Quelle: ADV)
• Deutsche Bahn: 10 Millionen zusätzliche Reisende waren im ersten Halbjahr mit den Zügen der Deutschen Bahn unterwegs. Erstmals zählte die Bahn damit mehr als eine Milliarde Fahrgäste. Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent. (Quelle: Deutsche Bahn)
• Reisebus/Fernlinienbus: Die Zahl der Urlaubsreisen mit dem Reisebus stieg im Jahr 2013 um 260.000 auf 5,6 Millionen. (Quelle: RDA). Im Linienfernverkehr mit Bussen wurden 2013 rund 8,2 Millionen Fahrgäste befördert – damit hat insbesondere die zum 1. Januar 2013 in Kraft getretene Liberalisierung des Linienfernverkehrs mit Bussen zu einem Wachstum von fast 180 Prozent geführt. Insbesondere der Verkehr zwischen deutschen Städten wuchs immens: Hier haben sich die Fahrgastzahlen gegenüber dem Vorjahreswert von 2,1 Millionen mehr als verdreifacht (+ 226 %). (Quelle: Statistisches Bundesamt)
• Geschäftsreisen: Die Zahl der Geschäftsreisen legte 2013 um 2,9 Prozent auf 171,1 Millionen zu. Allein die 10 Millionen Geschäftsreisenden gaben 48,2 Milliarden Euro aus. (Quelle: VDR)
• Veranstaltungsmarkt: Die deutschen Veranstaltungsstätten zählten im vergangenen Jahr 371 Millionen Teilnehmer – 2,5 Prozent mehr als 2012. Die Zahl der Veranstaltungen lag mit 3,01 Millionen Tagungen, Kongressen und Events 1,3 Prozent über dem Ergebnis von 2012. (Quelle: EVVC)
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