Ambivalente Entwicklung in den „Old“ bzw.„New Economies“ führt dennoch zu neuem Rekordhoch bei weltweiten Auslandsreisen 2012.Trend 2013: Fortsetzung der positiven Entwicklung in den „New Economies“, moderater Ausblick für die „Old Economies“.
Gewalt und politische Unruhen bestimmen die Schlagzeilen einiger wichtiger Zielländer, darunter Ägypten oder Griechenland – was dazu führt, dass Reisende zum Teil in Scharen fern bleiben. Andere Ziele
wiederum, wie Mexiko (Drogenkrieg) oder Israel (Palästina-Konflikt), die ebenfalls aufgrund negativer Berichterstattung mit Imageproblemen zu kämpfen hatten, können trotzdem Zuwächse verzeichnen.
Ein ähnlich widersprüchliches Bild zeigt sich in Bezug auf die Herkunftsmärkte.
Eine zunehmende Anzahl von Ländern ist nicht in der Lage ihre Schulden zu begleichen, die Staatsschuldenkrise ist nicht zu Ende und daraus resultierende negative Folgen auf das Reiseverhalten, also eine sog. „Abstiegsmobilität“ in den „Old Economies“ – den traditionellen Volkswirtschaften in Westeuropa, den USA und Japan – sind nicht auszuschließen.
Andererseits zeigt sich in den „New Economies“ – wie Brasilien, Mexiko,Polen, Russland, China etc. eine „Aufstiegsmobilität“. In diesen Ländern verdoppelt sich das Einkommen in etwa alle acht Jahre, für die neu entstehende Mittelklasse gehören Reisen zunehmend zum Lifestyle.
Summa summarum ergibt sich hinsichtlich der Übernachtungsreisen ins Ausland weltweit für 2012 wieder ein Rekordhoch. IPKs World Travel Monitor® verzeichnet ein Wachstum von plus 4% auf rund 840 Millionen Auslandsreisen.
Übernachtungen (6,8 Milliarden Nächte / +2%) und Ausgaben (913 Milliarden Euro / +7%) erzielten ebenfalls ein Rekordhoch in 2012.
„Trotz der zum Teil sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den Ziel- als auch den Herkunftsländern wurde auf allen Ebenen – Zahl der Reisen, Übernachtungen und Ausgaben im Ausland, 2012 erneut ein Rekordhoch erzielt“, so Rolf Freitag, Geschäftsführer von IPK International.
Was das Jahr 2013 angeht, wird sich die bestehende Ambivalenz fortsetzen. Dazu Rolf Freitag: „Wir erwarten für die „New Economy“ Länder Asiens ein Wachstum der Auslandsreisenachfrage von 7%. Für die „Old Economy“ Länder Europas rechnen wir hingegen nur mit 2% Wachstum und für Nordamerika gehen wir von einem Nullwachstum aus“.
Weitere Ergebnisse aus dem World Travel Monitor® von IPK International zu den Auslandsreisen der Europäer und Deutschen in 2012:
Europäer tendieren verstärkt zu Städtereisen
Die Europäer unternahmen in 2012 mehr Reisen als in 2011 – aber wie die Daten des World Travel Monitor® 2012 zeigen – liegt das Reisevolumen immer noch knapp unter dem hohen Niveau, das 2008 erreicht wurde. Insgesamt stieg die Zahl der Auslandsreisen der Europäer in 2012 um 2% auf 421 Millionen, nach einem Wachstum von 3% im Jahr 2011. Die Zahl der Übernachtungen blieb stabil bei 3,5 Milliarden Nächten. Die Ausgaben für Auslandsreisen stiegen jedoch um 2% auf 353 Milliarden Euro.
Was die Urlaubsarten betrifft, so unternahmen die Europäer im vergangenen Jahr am häufigsten einen Strandurlaub. Hier wurde jedoch lediglich ein Zuwachs von 1% erzielt. Die Anzahl der Rundreisen ging dagegen um -12% stark zurück. Im Gegenzug gab es ein starkes Wachstum von 13% für Städtereisen.
Nicht-Euro-Länder boomen, große Quellmärkte stagnieren, Krisenländer schwächeln
Wie die World Travel Monitor® Zahlen von IPK zeigen, gab es 2012 für die wichtigsten Quellmärkte in Europa Höhen und Tiefen. Den größten Zuwachs in Europa erzielte im letzten Jahr Russland mit einem Anstieg von 14%. Auch die Auslandsreisen der Schweizer und Norweger legten stark zu (je 7%). Von den aufkommensstärksten europäischen Quellmärkten war Frankreich im vergangenen Jahr ohne jegliches Wachstum (0%), während Deutschland und Großbritannien um je 1% zulegten. Deutlich negative Auslandsreisebilanzen hatten dagegen die sogenannten Euro-Krisenländer wie Spanien (-5%), Italien (-6%), Portugal (-7%) oder Griechenland (-7%).
Deutscher Reisemarkt weiterhin positiv
Für den gesamtdeutschen Markt (In- und Auslandsreisen) gab es dem World Travel Monitor® zufolge im vergangenen Jahr eine weiterhin positive Entwicklung. Die Deutschen unternahmen 329 Millionen In- und Auslandsreisen im Jahr 2012 (+3%) und die Zahl der Übernachtungen lag mit 1,6 Milliarden ebenfalls um 3%
höher. Wichtig für den Tourismussektor: Die Zahl der Urlaubsreisen der Deutschen stieg um 2%, das sind mittlerweile 45% des gesamten Reisemarktes. Auch Geschäftsreisen (+6%) und private Reisen (+2%) entwickelten sich positiv. Durch einen Anstieg von 6% auf 144 Milliarden Euro übertraf die Wachstumsrate der Gesamt-Reiseausgaben der Deutschen die des Reisevolumens und der Übernachtungen.
Insgesamt gab es einen klaren Trend zur Inlandsreise mit einem Anstieg von 3% (auf 256 Millionen Reisen), wogegen Auslandsreisen lediglich um 1% (auf 73,5 Millionen Reisen) zunahmen.
Dies betrifft auch die Urlaubsreisen der Deutschen: Urlaub im eigenen Land stieg um 4% (auf 96,2 Millionen), wogegen die Urlaubsreisen der Deutschen ins Ausland mit 52,6 Millionen konstant auf Vorjahresniveau blieben.
„Den Trend zu mehr Reisen im eigenen Land und weniger Auslandsreisen beobachten wir in Deutschland nun schon seit mehreren Jahren“, sagt IPK-Chef Rolf Freitag.
Keine Veränderung gab es auch hinsichtlich der Top Urlaubsziele der Deutschen: Auch 2012 lag Österreich an erster Stelle (17% Marktanteil), gefolgt von Spanien (16%) und Italien (13%). Alle drei Urlaubsziele konnten mit einstelligen Wachstumsraten ihre Marktanteile halten. Weitere beliebte ausländische Urlaubsdestinationen der Deutschen im vergangenen Jahr waren die Türkei (8%), Frankreich (6%) und die Niederlande (6%). Im Hinblick auf die Ziele im Inland bleibt Bayern mit 20 Millionen Urlaubsreisen der absolute
Marktführer. Bayern ist doppelt so populär wie die auf Platz zwei und drei liegenden Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg.
Ausblick 2013
Obwohl die Weltwirtschaft eher in Richtung Rezession steuert, erwartet IPK für 2013 ein weltweites Tourismuswachstum von 3%. Dabei wird die Tourismuswelt weiterhin gespalten sein.
In den aufstrebenden Märkten Asiens wird die Tourismusnachfrage um 7% zunehmen. Die traditionellen Reisemärkte in Europa und Nordamerika befinden sich weiterhin in einer Phase der Konsolidierung mit mäßigen Zuwachsraten von etwa 2% für Europa und einem Nullwachstum (0%) für Nordamerika.
Auch im Tourismus wird das Thema Social Media weiter an Relevanz gewinnen. Fast jeder zweite europäische Auslandsreisende ist Teil der Social Media Community und 14% davon nutzen Social Media bereits als
Informationsquelle für die Reiseplanung und Reisedurchführung.
Alle dargestellten (vorläufigen) Ergebnisse basieren auf dem World Travel Monitor® von IPK International, der weltweit einzigen und größten Tourismusstudie zum internationalen Reiseverkehr. Die Daten des World Travel Monitor® werden im Rahmen von bevölkerungsrepräsentativen Umfragen in mehr als 60 Ländern erhoben. Weltweit werden dazu jährlich mehr als 500.000 Interviews durchgeführt.
Im Rahmen des World Travel Monitor® werden auch Sonderstudien publiziert, wie z.B. Long Haul Reisen der Europäer/Asiaten/Südamerikaner; Geschäfts-/MICE-Reisen, Jugendreisen, Städtereisen, Motive der Sun&Beach Urlauber, Online vs. Offline-Bucher etc.

