von Redaktion, chd

Was kosten Hotelzimmer wirklich? In der aktuellen Berichterstattung über die Entwicklung der Raten werden trügerische Zahlen veröffentlicht. So reportet das Reiseportal trivago.de: „Die Hotelpreise in Deutschland sind von Dezember 2009 auf Januar 2010 um ein Prozent gestiegen. Die umstrittene Mehrwertsteuersenkung hat demnach noch nicht zu sinkenden Übernachtungspreisen geführt.“

Der vielfach zitierte „trivago Hotelpreis Index“ gibt aber nur die Zimmerpreise wieder, die auf dem Portal im Dezember abgefragt wurden. Wie sich die tagesaktuellen Raten tatsächlich entwickeln, wird damit nicht erfasst.

In der Berichterstattung wird auch nicht erwähnt, dass die Hotelraten im vergangenen Jahren überproportional gesenkt wurden und nun keine weiteren Spielräume für massive Preissenkungen bestehen. Die Erwartungshaltung nach der Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtung ist überzogen, monieren Hoteliers, die nicht genannt werden möchten.

Der in der Methodik nicht einwandfreie „trivago Hotelpreis Index“ weist aber immerhin darauf hin, dass die Raten von Hotels in größeren deutschen Städten im Januar 2010 gegenüber dem Vorjahresmonat um bis zu 21 Prozent gesunken sei.

„Stern“-Umfrage unter 21 Hotels
Aktuell berichtet auch die Onlineausgabe des „Stern“ über die Preisentwicklung in der Hotellerie. Die Steuerentlastung werde nicht an die Gäste weiter gegeben, wird moniert. Dazu wurden allerdings nur 21 nicht näher benannte Hotels in Deutschland befragt. Dem Ergebnis zufolge habe nur ein Betrieb die Preise gesenkt.

Die „Umfrage“ hat nichts mit einer professionellen Marktbefragung gemein. Eine Repräsentativität in der über 13.400 Betriebe zählenden Hotellerie wird aber erst ab rund 300 antwortenden Betrieben erreicht.

IHA: „Auch die kommenden Monate werden noch einmal hart“
Die Hotelzimmerpreise in Deutschland hinken im europäischen und internationalen Vergleich hinterher. Dies macht Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer vom Hotelverband Deutschland (IHA), gegenüber dieser Fach-Illustrierten deutlich. Auch wenn sich der Zimmerpreis 2008 etwas erholen konnte, lag er mit 90 Euro immer noch weit unter dem europäischen Durchschnittswert von 107 Euro.

„Die deutsche Hotellerie steht in einem scharfen internationalen und preissensiblen Wettbewerb. Der Beherbergungsmarkt ist von Überkapazitäten und einem extrem hohen Konkurrenzdruck geprägt“, so Luthe. Steigende Kosten – wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer, Rundfunkgebühren, der Energiepreise oder steigende Lohnzusatzkosten – wurden nicht an die Gäste weitergegeben. Die Preise blieben in den letzten Jahren konstant.

Infolge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise rutschten die Zimmerpreise von Januar bis Oktober 2009 dann um acht Prozent in den Keller. Der Durchschnittspreis beträgt jetzt nur noch 82 Euro. „Hoffnung auf eine schnelle konjunkturelle Erholung gibt es nur wenig. Auch die kommenden Monate werden noch einmal hart“, macht Luthe deutlich.

Viele Betriebe stünden mit dem Rücken zur Wand. „Sie werden mit Blick auf ihre Gäste, ihren Standort und ihr Konzept entscheiden, wie sie die ersparte Mehrwertsteuer sinnvoll einsetzen – für Investitionen, Preissenkungen zur Sicherung und Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätze“, sagte der Hotelmarktexperte. (car.) Bitte lesen Sie weiter bei www.tophotel.de

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