von Eleonore Findling
Das H 10 am Ku’damm arbeitet seit einem Jahr erfolgreich
Hotels boomen in Berlin. Rechts und links der Spree schießen die Neubauten wie Pilze aus der Erde. Aber hin und wieder er- lebt auch ein geschichtsträchtiger Altbau seine Wiedergeburt – als modernes Gästehaus. Die Joachimsthaler Straße Nr. 31 – 32 ist solch eine Adresse. Nur wenige Schritte vom Ku’damm entfernt hat die renommierte spanische Kette H 10 vor fast genau einem Jahr das erste Hotel in Deutschland eröffnet, von insgesamt 40 weltweit. Es ist eine moderne, mit allem modernen Komfort ausge- stattete 4-Sterne-Übernachtungsstätte, deren Mauern einmal eine Schule beherbergten. Könnten die Schüler von einst, die zwischen 1888 und 1951 die Schulbank in der 7. und 8. Charlottenburger Gemeindedoppelschule drückten und dort das Große und Kleine Einmaleins lernten, heute noch einmal hierher kommen, würden sie das Haus auf den ersten Blick leicht wieder erkennen. Alles ist so geblieben, wie es einmal war, die hohen, unverwechselbaren Kastenfenster, die histori-sche Fassade, selbst die beiden Eingangstüren, denn damals gingen Buben und Mädchen noch getrennt in die Schule. Restauriert wurde behutsam und liebevoll, nach den strengen Auflagen des Denkmalschutzes.. Es galt, alte Architektur zu erhalten und mit modernem Komfort zu verbinden.So entstanden in den ehemaligen Klassenräumen 22 großzügig eingerichtete Gästezimmer und Loftsuiten zwischen 40 und 54 Quadratmetern. Auffallend ist die ungewöhnliche Deckenhöhe von 3,85 m, die wie alles hier im Original erhalten wurde. Die alten Schulfenster geben den Räumen ein unverwechselbares Gesicht und lassen viel Licht hinein. Einziges Zugeständnis an die heutige Zeit: dickes Schallschutzglas, um den Straßenlärm draußen zu halten. Es hat auch etwas Besonderes, dass selbst der Name des Hotels, das nun in einer ehemaligen Schule residiert, etwas mit dem Lernen zu tun hat. H 10 heißt, frei übersetzt, Hotel mit der besten Note, denn an spani- schen Schulen wird die höchste Leistung mit einer 10 bewertet.

Hervorragende Noten, so können wir guten Gewissens sagen, hat das Haus in der Joachimsthaler Straße allemal verdient. Das betrifft auch den Neubau, dessen sieben Etagen sich hinter der historischen Bildungsstätte erheben. Hier befinden sich auch die meisten der 199 Zimmer, Suiten und Lofts in 5 Kategorien, fünf Tagungsräume (vier davon mit Tageslicht) für bis zu 100 Personen. Ein Entspanungs-Erlebnis der besonderen Art bietet das Despacio Beauty Centre, wo der Gast alles findet, was er zum Erholen braucht – von Sauna und Dampfbad bis zum Fitness- und Entspannungsbereich. Aßerdem kann man sich bei Massagen und Beauty-Behandlungen verwöhnen lassen. Beide Gebäude sind in der Mitte durch eine weiträumige Lobby verbunden, die ein imposantes Glasdach krönt. Große Scheiben, viel Glas, helle Farben dominieren. Licht flutet reichlich durch Flure und Zimmer. Es ist hell im ganzen Haus. Der Gast spürt, hier haben die spanischen Bauherren die Sonne ihres Landes buchstäblich in ihr jüngstes Stadthotel geholt.

Informationen
H10 Hotels mit Sitz in Barcelona hat zurzeit 45 Häuser in Spanien (u.a. in Barcelona und Madrid, auf Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, Gran Canaria, Mallorca, an der Costa del Sol), außerdem je ein Haus in Rom, London und Berlin, außerdem in Mexiko (2 Häuser), der Dominikanischen Republik (1) und neueröffnet in Cubas Hauptstadt Havanna (Ende 2012 eröffnet auf Cuba ein zweites Haus: das Resort Varadero Aqua Ocean)..
Informationen unter www.h10hotels.com
Alle Foto Udo Rößling

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