Einfahrtverbote in Umweltzonen belasten große Teile der Tourismuswirtschaft
Freie Fahrt für Reisebusse in Umweltzonen haben der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) und seine Mitgliedsfachverbände für Hotellerie, Gastronomie und Bustouristik in einem gemeinsamen Brief an Politiker in Bund und Ländern gefordert. Der BTW, der DEHOGA Bundesverband, der Hotelverband Deutschland (IHA) sowie der Internationale Bustouristik Verband (RDA) appellierten an fachlich mit dem Thema beschäftigte Ministerien und Ausschüsse, die Branche bei der Lockerung bzw. Vermeidung von Einfahrtbeschränkungen in Umweltzonen für Reisebusse mit so genannten Euro III-Motoren zu unterstützen.

Noch bis Ende 2006 waren Euro III-Busse die modernste lieferbare Fahrzeugnorm. Ab 2012 nun sollen diese Fahrzeuge, die häufig noch nicht einmal wirtschaftlich abgeschrieben sind, zunehmend aus den Umweltzonen ausgesperrt werden. Die vorwiegend mittelständischen und kleinen Busunternehmen sind in vielen Fällen nicht in der Lage, ihre Busflotten so schnell komplett zu erneuern. Ohne kostspielige Umrüstung oder den Kauf von neuen Fahrzeugen können sie keine Gäste mehr in die Innenstädte zahlreicher interessanter Städtereiseziele bringen. Das schadet den Busunternehmern aber auch Hotellerie, Gastronomie, Veranstaltungs-Zentren und Sehenswürdigkeiten vor Ort und damit einem erheblichen Teil der deutschen Tourismuswirtschaft. Reisebusse sind für den Städtetourismus ein unverzichtbarer Faktor. Rund ein Viertel der Besucher von Sehenswürdigkeiten und Events in den Städten reisen per Bus an. Nach einer Studie des dwif erwirtschaftet die Bustouristik inklusive Verpflegung, Unterkunft und Reiseausgaben unterwegs einen Bruttoumsatz von 10,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig trägt der Reisebus als generell umweltfreundliches Verkehrsmittel nur zu einem verschwindend geringen Teil zu den Gesamtemissionen bei, weshalb seine Einbeziehung in die Umweltzonenverbote zu keiner merklichen Verbesserung führt.

Die in Kürze zunehmend drohenden Fahrverbote sind daher unverhältnismäßig und müssen dringend abgewendet werden. Schnelle Änderungen der bestehenden Umweltzonenregelungen sind aus Sicht der Tourismuswirtschaft unerlässlich. Eine generelle Ausnahme des Reisebusses von den Vorgaben wäre die schlüssigste Variante. Alternativ sind Übergangsvorschriften für Euro III-Busse notwendig.

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