von Ute Müller

Antigua –  Für viele der geschwächten Volkswirtschaften Mittelamerikas könnte sich der Tourismus zum wichtigsten Wachstumsmotor überhaupt entwickeln.  Doch dafür ist eine noch stärkere interregionale Zusammenarbeit  nötig. “Unsere Länder werden künftig an einem Strick ziehen und sich gegenseitig nicht länger als Konkurrenten begreifen”, sagte Roberto Robles, Vorsitzender der guatemaltekischen Tourismusbehörde Inguat.  Es handelt sich um die  zentrale Botschaft der siebten Edition der CATM (Centro America Travel Market), der wichtigsten Tourismus-Messe Zentralamerikas, die im Oktober in Antigua/Guatemala stattfand.

Dort trafen sich dieses Jahr 184 Aussteller aus 41 Ländern, 158 Veranstalter sowie 91 Medienvertreter, so viele wie nie zuvor. „Die Marke „Centroamérica“ haben wir allen Naturkatastrophen und Imageproblemen zum Trotz fest etablieren können“, so der guatemaltekische Staatschef  Álvaro Colom. Davon profitierte Guatemala ganz besonders. In den letzten fünf Jahren meldet das Land jährliche Zuwachsraten von 8,6 Prozent bei den Besucherzahlen, 1,7 Millionen Menschen kamen letztes Jahr, der Tourismus ist wichtigste Devisenquelle.

Alle sieben Länder der Region wollen sich künftig bei ihren Massnahmen eng abstimmen und den Reisenden maβgeschneiderte Pakte in mehrere Länder der Region anbieten, zumal da sich ihre Produkte ergänzen. Während etwa Guatemala mit seinen Maya-Stätten aufwartet, lockt beispielsweise Belize mit einer Vielzahl unberührter Stränden. Verstärkt werden soll die Zusammenarbeit vor allem beim Thema Sicherheit.   „Unsere Region leidet mehr als andere unter den Auswirkungen des internationalen Terrorismus und der Drogenproblematik”, so Napoleón Duarte, Tourismusminister von Nicaragua und kündigte eine Verdoppelung der Polizeibeamten in der ganzen Region an.  „Ein Tourist, der eine Schusswaffe sieht, kommt so schnell nicht wieder“, so Duarte. Auch Spanien hilft beim Aufbau eines eigenen zentralamerikanischen Polizeicorps.

Insgesamt bereisten in den ersten acht Monaten des Jahres 7,4 Millionen Menschen Mittelamerika,  das sind 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die europäischen Besucher stammen vorwiegend aus Spanien, Deutschland, Frankreich und Italien. Die Deviseneinnahmen im gleichen Zeitraum beliefen sich auf 4,3 Mrd. Dollar (plus 3,1 Prozent). Vorbild ist und bleibt Costa Rica, das die höchsten Einnahmen und Besucherzahlen in Mittelamerika aufweist. Im nächsten Herbst findet die CATM in Panama statt.

Infos unter www.catmcentroamerica.com, www.visitguatemala.com

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