Für die Öffnung des deutschen Luftraums zu Gunsten des Single European Sky (SES) hat sich der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) am Mittwoch in Berlin ausgesprochen. Vor dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags unterstrich BDF-Vorstandsmitglied und Air Berlin-Chef Joachim Hunold die Notwendigkeit länderübergreifender Flugsicherungsstrukturen, mit denen Flugwege verkürzt und CO2-Emissionen um bis zu 12 Prozent reduziert werden können.
„Unsere Piloten hangeln sich während des Fluges in Europa von einer Flugsicherung zur nächsten“, berichtete Hunold. „Statt effizienter Direktflüge fliegen wir im Zick-Zack und produzieren eine Warteschleife nach der anderen. Das ist eine immense Verschleuderung von betrieblichem und volkswirtschaftlichem Kapital.“
Derzeit ist die Flugsicherung im europäischen Luftraum in ein Korsett nationaler Zuständigkeiten gezwängt. Dadurch gibt es insgesamt 47 Flugsicherungs-Organisationen mit 22 Betriebssystemen sowie 30 Programmiersprachen, die klimaschädliche Umwege und Milliardenkosten für die Airlines verursachen. Pro Flug bezahlen die Fluggesellschaften in Europa fast doppelt so viel für die Flugsicherung wie in den USA.
Für die Umsetzung des Single European Sky ist es notwendig, dass die Flugsicherungen zusammenwirken und große funktionale Luftraumblöcke geschaffen werden. Bislang war dieser Schritt durch Vorgaben aus dem deutschen Grundgesetz nicht möglich. Ein entsprechendes Reformpaket wurde jetzt durch die Fluggesellschaften ausdrücklich begrüßt.
Der BDF vertritt die Interessen der deutschen Linien-, Charter- und Low Cost-Carrier gegenüber Wirtschaft und Politik. Die Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten Fluggesellschaften. Sie befördern jährlich mehr als 120 Millionen Passagiere. Dabei kommen über 750 moderne Flugzeuge zum Einsatz. Die Unternehmen erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 27 Milliarden Euro. In Summe beschäftigen die BDF-Fluggesellschaften 120.000 Mitarbeiter.

