Sternengriff in Prenzlberg
von Wolfgang Weiß
Metzer Straße 26 lautet die Adresse eines kleinen Privathotels mitten im Herzen von Prenzlauer Berg. Man muss erst einen großen Toreingang (typisch für Berliner Mietshäuser aus dem Ende des 19. Jahrhunderts) durchqueren, um an die Freitreppe zu gelangen, die zur Hotellobby führt. Während draußen, am „kleinen Kudamm des Nordens“ der Verkehr braust, fühlt sich der Gast hier in eine andere, stillere Welt versetzt.
Dazu tragen nicht nur die Bronze-Figuren von Marco Flierl bei, wie „Die Schwebende“, „Der Stehende“ und „Das Pferd“, die den Eingang säumen und schon einen kulturellen Vorgeschmack auf das geben, was im Inneren noch zu erwarten ist. Dazu gehört auch die Plastik „Der nicht zuständige Beamte“ im terrassenförmig angelegten Garten.
„Sie ist unser Stolz“, sagt Sascha Hilliger, Projektmanager in Myer`s Hotel und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Pro Prenzlauer Berg e.V.“, der die Journalistengruppe durch das seit 15 Jahren bestehende Haus führt. Ganz am Anfang verfügte es nur über 21 Zimmer im Drei-Sterne-Segment. Ende 2000 waren es dann schon 41 und gegenwärtig sind es 52 Gästezimmer. Das Hotel besteht eigentlich aus zwei verschiedenen Gebäudeteilen. Dem ehemaligen Wohnhaus vorn und einem früheren Mädchenpensionat hinten, die architektonisch zusammengefügt wurden. Gegenwärtig befindet es sich in einer Umbauphase, die vor zwei Jahren begann und Ende dieses Jahres beendet sein soll, hofft der Projektmanager. Dann werde es rund 60 modernisierte Zimmer geben, das Haus wäre vollklimatisiert, den Gästen stände eine Sauna im Keller zur Verfügung und einige Zimmer erhielten einen eigenen Whirlpool. Wenn alles fertig ist, will man nach den Sternen greifen oder, wie Sascha Hilliger es ausdrückt: „Wir streben nach dem Umbau die Vier-Sterne-Kategorie an.“
Wer in den Zimmern bei Myer`s einen bestimmten durchgehend prägenden Stil sucht, wird einerseits enttäuscht, andererseits aber auch positiv überrascht sein. In den von Größe und Zuschnitt her sehr unterschiedlichen Räumen, geschuldet der früheren Nutzung, gibt es eine Gemeinsamkeit: Es sieht alles sehr gediegen und gemütlich aus. Da gibt es Vollholzmöbel, Tiffany-Lampen und Stofftapeten. In der Premiumklasse fallen mit grünem Marmor gekachelte Bäder auf. „Wir haben versucht, verschiedene Stilarten zu mischen, um einen eigenen Stil zu finden”, erklärt der Manager des mittelständischen privaten Garni-Hotels, das sich seit 15 Jahren gegen die ständig wachsende Konkurrenz auf dem Berliner Hotelmarkt behauptet. Den Gästen werden Parkvignetten angeboten, den Platz dazu müssen sie sich allerdings selber suchen, was im Szene-Viertel rund um die Kollwitzstraße nicht immer leicht ist. Da macht auch der Hotel eigene Fahrradausleih Sinn .Im romantischen kleinen Garten des Hotels gibt es Plätze zum Entspannen, Nachdenken und kreativ sein.
Die besondere Attraktion von Myer`s Hotel macht jedoch seine Fokussierung auf Kultur und gute Nachbarschaft aus. Das Haus, so Sascha Hilliger, definiere sich als Stätte der Gastlichkeit und der Kultur. Zusammen mit Direktor André Falckenberg wird ein entsprechendes Konzept zielstrebig umgesetzt. Es beinhaltet unter anderem wechselnde Gemäldeausstellungen im Glas überdachten ehemaligen Innenhof, der jetzt sowohl als Galerie wie auch als erweiterter Frühstücksraum dient. Die dort ausgestellten Werke kann man auch kaufen. Im Myer`s finden auch Konzerte und Lesungen statt. Bekannt ist das „Arbolyrikum“, die „Galerie der dichtenden Bäume“, in der noch bis Ende August Lyrik, Märchen, Abstraktionen und Interpretationen rund um das Thema „Mein Freund der Baum“ behandelt werden. Immer am Mittwoch ist „Myer`s Tag“ mit Theateraufführungen, musikalischen Veranstaltungen, Rezitationen, die entweder im Veranstaltungsraum „Saal der Begegnungen“ oder in der Galerie stattfinden. „Wir wollen den Saloncharakter verstärken, „ meint Sascha Hilliger, „und nicht nur als Hotel sondern auch als künstlerischer Ort attraktiv sein.“
Viel Wert legt man bei Myer`s auf ein lebendiges Zusammenleben in der Nachbarschaft. Nachbarn und deren Angehörige und Freunde können einen zehnprozentigen Rabatt auf alle Angebote des Hauses, einschließlich der Übernachtungen, erhalten.
52 Zimmer und Suiten in den Qualitäten Economy, Economy-plus, Comfort und Premium. Lobby mit Lobby-Bar, Gelber Salon als Frühstücksraum mit Terrasse, Garten, Roter Salon (für Raucher), Galerie für wechselnde Kunstausstellungen, Saal der Begegnungen für Tagungen und Veranstaltungsraum (unter anderem für Lesungen, Konzerte, Aufführungen). kostenfreies W-Lan im ganzen Haus. Ab Winter 2015/16 Saunabereich. Fahrradverleih.
Fotos: Udo Rößling









