Die Lufthansa verlangt nach heutiger Ankündigung künftig pro Buchung eine GDS Gebühr von 16 €. Nach Aussage von Lufthansa Passagevorstand Jens Bischof sollen Reiseverkäufer und Firmenkunden direkt bei den Airlines der Lufthansa Gruppe buchen, bei denen als gebührenfreie Vertriebskanäle kein Entgelt anfallen würde.
Grund dafür seien zu hohe Gebühren der GDS – Anbieter pro Segment gegenüber den Airlines.
„Diese Problematik könne aber nicht zu Lasten des Vertriebs umverteilt werden“, so Norbert Pfefferlein, Präsident des ASR. „Alle bisherigen Schritte gegen den Vertrieb haben offensichtlich die finanzielle Situation der Airline nicht verbessert, wenn nicht sogar verschlechtert, so Pfefferlein“. Im Gegensatz dazu gäbe es mittelständische Unternehmen, die mit dem stationären Vertrieb ihren Umsatz vergrößert haben.

Der asr Bundesverband e.V. verurteilt die Ankündigung als eine ungerechtfertigte Entscheidung zu Lasten des Vertriebs, der regelmäßig alle möglichen Serviceaufgaben für diese Airline übernommen hat. „Die Lufthansa scheint zu vergessen, dass es gerade die Reisebüros waren, die bei den noch nicht lange zurückliegenden Pilotenstreiks mit unzähligen Umbuchungen und mit großem Zeitaufwand Unterstützung gegeben haben“, so Jochen Szech, Vizepräsident und Vorsitzender vom Ausschuss Flug beim ASR.

„Der ganze Auftritt der Lufthansa geht in die Richtung, den Vertrieb auszugrenzen“, so Szech, „Diese Entscheidung trifft Reisebüros, Reiseveranstalter und alle Vertriebsebenen gleichermaßen. Damit folgt die Lufthansa lediglich den Interessen seiner Sharholder und schadet nachhaltig den touristischen Mittelstand.“

„Erst wurden die Vorzugspreise gekündigt und nun bleibt abzuwarten, wie die weiteren Schritte der Lufthansa aussehen werden. Mit diesem Schritt jedenfalls wird die LH den Vertrieb näher an die Konkurrenz aus den Golfstaaten und Lowcoster bringen“, so Szech. Der ASR wird den Schulterschuss mit den Kooperationen und Verbänden suchen, um gegen diese Entscheidung vorzugehen.

asr: Die Allianz selbständiger Reiseunternehmen vertritt als strikt unabhängiger Bundesverband die Interessen von mittelständischen Reisebüros und Reiseveranstaltern. Ziel des Verbands ist, bei Reisemittlern und Reiseveranstaltern eine möglichst große Vielfalt auf dem Markt zu erhalten. Die Bandbreite von Umsätzen und Beschäftigungszahlen variiert bei den inhabergeprägten, von großen Reisekonzernen unabhängigen Mitgliedsunternehmen. Neben den jährlichen Mitgliederversammlungen veranstaltet der asr Tagungen und Seminare zu aktuellen Themen der Branche und arbeitet an branchenrelevanten Projekten. Unterstützt wird der asr Bundesverband e.V. von außerordentlichen und fördernden Mitgliedern aus der Tourismusbranche.

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