China – das Land mit den meisten Ausgaben für internationalen Reiseverkehr und dem größten Markt für Ausreisetourismus weltweit – ist ein entscheidender Teil des internationalen Reiseverkehr- und Tourismusmarktes von heute. Laura Jepson, Analystin bei Timetric, geht der Sache auf den Grund. Laut Laura Jepson sind vor allem neureiche Erstreisende veranwortlich für die steigende Zahl der chinesischen Ausreisetouristen der letzten Jahre: „Diese Touristen neigen dazu sich für erschwinglichere Reiseziele mit niedrigeren Transportkosten zu entscheiden. Aufgrund ihrer bescheidenen Reiseerfahrung wählen sie außerdem Reiseorte an denen sie sich wohler fühlen.“
Obwohl China`s Ausreisetourismus in den letzten Jahren differenzierter geworden ist und von starkem Wachstum geprägt war, bleibt er, laut Jepson, weiterhin stark konzentriert: „Wenn man sich die beliebtesten Reiseziele der Chinesen ansieht, dominieren Ost und Südostasien die Top Ten; Hong Kong und Macau sind einzeln gesehen fast ebenso beliebt wie der Rest der Top Ten Reisedestinationen zusammen.“ Allerdings rechnet Jepson damit, dass Reisen zu weiter entfernten Ländern auf längere Sicht zunehmen werden, da chinesische Touristen an Erfahrung und Selbstvertrauen gewinnen werden.

Die Chinesen bevorzugen noch immer nahe Reiseziele. Hong Kong und Macau sind einzeln gesehen fast ebenso beliebt wie der Rest der Top Ten Reisedestinationen zusammen. Hier sieht man die Hong Kong Skyline bei Sonnenuntergang.


Der Anstieg des chinesischen Ausreisetourismus kann auf zwei Gründe zurück geführt werden: Erstens steigt das Pro-Kopf-BIP weiterhin an, was zur Folge hat, dass mehr Chinesen Geld für erste internationale Reisen zur Verfügung steht. Laut Jepson sei „der Raum für Expansion bei einer Bevölkerung von über 1,3 Milliarden groß.“ Zweitens wird durch die zunehmende Urbanisierung mehr Chinesen Zugang zu internationalen Reisen gewährt. „In urbanen Zentren verdienen Bewohner gewöhnlich nicht nur um einiges mehr, sondern ihnen steht auch ein viel besserer Zugang zu internationalen Flughäfen und Visa-Bearbeitungs-Einrichtungen zur Verfügung. Durch das Wachstum der sogenannten „second“ und „third tier“ Städte steigt auch deren Chance an die internationalen Luftverkehrslinien angebunden zu werden. Gegenwärtig haben die Flughäfen dieser Städte nur beschränkte Anbindung an den internationalen Luftverkehr; sollte sich diese Situation jedoch verbessern, wird die Zahl der ausreisenden Touristen weiter zunehmen. Da die drei größten chinesischen Fluggesellschaften ihr Angebot für internationale Flüge bereits in den letzten paar Jahren ausgeweitet haben, gelten die Chinesen selbst als Vorreiter dieser Expansion,“ so Jepson.

Trotz des erwarteten Wachstums nennt Jepson ein paar Dinge, die die Zahl der Chinesischen Ankömmlinge in den einzelnen Reisedestinationen beeinträchtigen könnten. Die ausschlaggebenden Faktoren seien, zum einen, die politischen Beziehungen zwischen China und dem Gastland und, zum anderen, die Sicherheit des Gastlandes: „Länder wie Taiwan, Japan oder auch neuerdings Vietnam haben ein angespanntes Verhältnis zu China, und je mehr Anspannungen, desto weniger Chinesische Touristen. Länder wie Thailand, Myanmar, Indonesien und Sri Lanka, die eine von Unruhen gezeichnete Vergangenheit oder Gegenwart haben, könnten es zusätzlich schwer haben Chinesische Touristen, die als besonders risikoscheu gelten, anzuziehen.“

Timetric’s neuer Report: ‘Source Market Insights – China’ bietet einen detailierten Blick auf diesen aufstrebenden Markt.
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