Es gibt es wieder – das “Romanische Café”. Nun im Waldorf Astoria Berlin. Etwa 250 Meter entfernt von jenem Ort, wo der “Wartesal des Genius” gelegen war (dort etwa steht heute das Europacenter). So hatte Günther Birkenfeld einst den Treffpunkt der Berliner Bohéme in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts treffend beschrieben.
Jener Ort, wo sich einst Erwin Orlik und Max Liebermann, Egon Jacobsohn, Kurt Pinthus, Bruno Frei, Willy Haas, Stefan Grossmann ebenso wie Herbert Ihering, Bruno Cassirer und Ossip Flechtheim, Willy Münzenberg, Egon Erwin Kisch (der rasende Reporter), Berthold Brecht, Ringelnatz, Klabund… Nur einige Namen die hier ihren Kaffee tranken und ihr Ei aßen… Als der braune Spuk die Nacht über Deutschland sinken ließ, war es mit der Bohéme alsbald vorüber. Und als am Ende des letzten großen Krieges kam, war das Romanische Haus ein Schuttberg, und der “Wartesaal” lag darunter…
Das Waldorf Astoria Berlin versucht jetzt einen Hauch Bohéme-Zeit wieder zu beleben. In einem Literatur-Wettbewerb sollen Schriftsteller Kurzgeschichten um das neue Café schreiben. Die besten Geschichten werden prämiert, und alle zusammen sollen in einem Büchlein veröffentlicht werden. Über 40 Interessenten hatten sich gemeldet – 15 wurden von einer Jury ausgewählt, die nun innerhalb drei Monaten ihr literarisches Werk – eine Kurzgeschichte mit bis zu 5.000 Wörtern in deutscher Sprache zum Thema „Beobachtungen im Romanischen Café“ – schaffen müssen. Am 15. Juli trafen sich die 15 Kandidaten im Café zusammen mit zwei Jury-Mitgliedern (Dr. Christine Eichel Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin und Radio- und Fernsehmoderator Jörg Thadeusz und natürlich General Manager Friedrich W. Niemann, der mittlerweile allerdings nach Frankfurt a. M. berufen wurde, um dort das Hilton Frankfurt zu führen.

Der Gewinner wird am 1. Dezember bekannt gegeben. Als Preis ist ein Flug nach New York inklusive Übernachtung im legendären Waldorf Astoria New York sowie eine eigene Lesung im Romanischen Café. Ebenfalls erwartet den Sieger ein Eintrag an der so genannten „Signature Wall“ des Waldorf Astoria Berlin, auf der er sich neben prominenten Gästen verewigen kann. Alle Kurzgeschichten werden nach Ende des Wettbewerbes in einem eigenen Buch veröffentlicht.
Fotos: Hotel, Udo Rößling

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