24 internationale Künstler inszenieren Sarrasani-Geschichte
Darbietungen knüpfen an große Erfolge der Vergangenheit an. Sioux-Indianer und Cowboy-Künstler als Verbeugung vor der Leistung des Unternehmensgründers. André Sarrasani mit neuen Großillusionen .Heute Premiere.
110 bewegte Jahre in rund zweieinhalb atemberaubenden Stunden: In der neunten Spielzeit des Sarrasani Trocadero Dinner-Variétheaters greift André Sarrasani mit der Dinnershow Jubilée Meilensteine der Sarrasani-Geschichte auf.
Heute präsentierte der Starmagier, der das traditionsreiche Unternehmen in vierter Generation leitet, das international besetzte Künstlerensemble und gab erste Einblicke in die Zeitreise, die die Zuschauer ab dem 27. November 2012 auf dem Straßburger Platz erwartet. Jongleure, Luftakrobaten, Sioux-Indianer, Cowboy-Künstler, Tänzer und Artisten lassen mit ihren Auftritten die großen Erfolge vergangener Jahrzehnte aufleben und setzen sie neu interpretiert in Szene.
„Jede Darbietung ist eine Verbeugung vor meinen Vorgängern und nimmt Bezug auf ihre teils revolutionären Vorführungen“, erklärt Unternehmenschef André Sarrasani. So holte Firmengründer Hans Stosch-Sarrasani seinerzeit die ersten Indianer nach Dresden und feierte mit seiner Wild-West-Show spektakuläre Erfolge. In der diesjährigen Show spielen echte Indianer ebenfalls eine wichtige Rolle. Waren zudem vor rund 100 Jahren chinesische Artisten die Attraktion, haben sie auch in Jubilée ihren Auftritt. Trude Stosch-Sarrasani, 1941 die jüngste Circusdirektorin Europas, liebte Pferdedressur – heute bekommt der Zuschauer in der Trocadero-Manege Einblicke in die Hohe Schule der Reitkunst. „Jubilée spannt einen Bogen von der allerersten Sarrasani-Vorstellung bis zum heutigen Zeitpunkt“, so André Sarrasani.
Selbstverständlich wird der Starmagier höchstpersönlich sein Publikum mit neuen Großillusionen verblüffen. Wer dabei auf keinen Fall fehlen darf: die weiße Tigerdame Kaya, die schon lange zum Publikumsliebling avanciert ist. Neben neuen Elementen zeigt André Sarrasani auch die beliebtesten und spektakulärsten Großillusionen aus seinen bisherigen Shows. Ausgewählte Highlights präsentiert er vor allem aus seiner Erfolgsproduktion Magic Vision.
Mit Melone, Zigarre und feinem Anzug wirkt Alex Bass wie ein Gentleman der alten Schule. Allerdings verhält er sich nicht wie einer: Er nutzt seine Gentleman-Accessoires für verblüffend schnelle Jonglage-Nummern. Kunstvoll choreographiert lässt er mit vollem Körpereinsatz auch Bälle und Zylinder durch die Luft wirbeln. Die sogenannten Gentleman-Jongleure waren in früheren Zeiten sehr beliebt. Dass sie heute nur noch selten zu sehen sind, macht sie zu etwas ganz besonderem.
Die beiden Luftakrobaten des ukrainischen Duo Tereshchenko scheinen dagegen mit sich selbst zu jonglieren. Die zierliche Olena vollführt Salti und Pirouetten in atemberaubender Höhe. In die Luft gewirbelt und sicher wieder aufgefangen wird sie von ihrem Partner Roman. Für ihre außergewöhnlichen Luftakrobatik-nummern hat das Duo bereits auf zahlreichen internationalen Circus-Festivals Auszeichnungen erhalten.
Mit Texas Jack Fulbright kommt ein Cowboy-Künstler mit seiner Partnerin in die Trocadero-Manege, dessen Vorführungen eine Referenz an Ingrid Sarrasani ist, André Sarrasanis Mutter. Sie reiste als erstes Cowgirl aus Deutschland durch Amerika und schwang dort Peitsche wie Lasso gleichermaßen kunstvoll. Der US-Amerikaner Fulbright versteht es, das Publikum mit rasant kreisendem Lasso und knallender Peitsche in den Wilden Westen zu versetzen. In seiner Heimat hat er zahlreiche Preise gewonnen, ist begehrter Gast auf Rodeo-Shows und tourt mit seinem Programm durch Südamerika. Der Auftritt in Jubilée ist sein erster in Europa.
An die Anfänge der Sarrasani-Geschichte knüpft der Auftritt von John Edgar Moore (laughing wolf) an. Der waschechte Sioux-Indianer bringt gemeinsam mit seinem Sohn Trajen Lee Moore (walking horse) und Harry P. Littlebird III (little bird) einen Teil seiner jahrhundertealten Kultur nach Dresden. Dass in ihren Adern reines Indianerblut fließt, spürt der Zuschauer an ihrer ursprünglichen Authentizität und ihrer fast greifbaren Spiritualität, wenn sie den rituellen Hoopdance vorführen. Den ersten Original-Indianer, einen Sioux, präsentierte Unternehmensgründer Hans Stosch-Sarrasani in der Saison 1906/07. Die große Sensation war Sarrasanis erste Sioux-Indianertruppe unter Führung des Häuptlings Two Two, der auch in Dresden beerdigt wurde.
Trude Stosch-Sarrasani, die das Unternehmen von 1941 bis 1945 leitete, galt als „Königin der weißen Pferde“: Sie zeigte ihrem Publikum Dressur-vorführungen mit Lipizzanern. Den Bogen in die Jetztzeit schlägt Katja Kossmayer. Die Niederländerin zeigt eine anspruchsvolle und äußerst ästhetische Dressur-Show – die Hohe Schule der Reitkunst, also Pferdedressur des höchsten Schwierigkeitsgrades. Bereits als Siebenjährige hatte Katja Kossmayer ihren ersten Auftritt in der Manege. Sie stammt aus einer Zirkusfamilie, die viele berühmte Dompteure hervorgebracht hat.
Der Chinese Tseng-Hai Sun entführt die Zuschauer in die faszinierend-fremde Welt fernöstlicher Künste. Er stammt aus einer der ältesten Circus-Familien Chinas, „The Sun Family“. Schon als Kind arbeitete er mit seinen Eltern auf internationalen Bühnen. Neben Jonglage mit dem singenden Diabolo, dem Feuersprung durch mit Messern gespickte Reifen und der beeindruckend-filigranen Tellerakrobatik, ist der einzigartige Doppelzopfhang sicher das Highlight der China Show. Dabei hängen Tseng-Hai und seine Partnerin Bilinda mit ihrem gesamten Körpergewicht an ihren langen, nach überliefertem Vorbild geflochtenen Haaren – und jonglieren dabei mit höchster Fingerfertigkeit mit Tellern. In der Show von Sarrasani-Gründer Hans Stosch-Sarrasani waren chinesische Artisten die Publikumslieblinge.
Das Jubilée-Ballett ist mit zwölf Tänzerinnen doppelt so groß wie in der vergangenen Saison. Für die Choreographie und das Training der Showgirls zeichnet die Künstlerin und Choreografin Camilla Bevans verantwortlich. Gemeinsam mit Künstlermanagerin Edith Slavova hat sie ein Konzept entwickelt, das sich sowohl bei den einzelnen Darbietungen als auch bei der Kreation der Kostüme an vergangene Zeiten anlehnt. Tänzerisch anspruchsvoll umgesetzt, greifen die Ballerinas aus Australien, England, der Ukraine, Bulgarien, Frankreich und Spanien Momente aus der Geschichte Sarrasanis auf.
Weitere Details im Internet auf www.sarrasani.de.





