von Jutta Sein
Am besten geben Sie die Landsberger-Alle Hausnummer 106 ins Navi. Es sei denn, Ihr Navi ist auf dem aller-allerneuesten Stand. Das Andel’s Hotel ist ziemlich neu in Berlin , und liegt rechts von der Stadtmitte, vier Kilometer vom Alexanderplatz entfernt. Es gehört zu den Vienna International Hotels & Resorts und ist (noch) ein echter Geheimtipp, Mehr als zehn Jahre hat das Gebäude als Bau-Ruine leer gestanden. Davor war es der Schlachthof des Ostens. Hier wurde der gesamte Osten Berlins mit Fleisch versorgt. Aber keine Sorge: Es riecht schon lange nicht mehr nach Schlachthof. Auch wenn noch zwei Gebäude innerhalb des Geländes unter Denkmalschutz stehen.
Das Andel’s liegt sehr verkehrsgünstig: Direkt vor der Türe hält die S-Bahn und die U-Bahn. Das Straßennetz in Berlin ist leicht zu durchschauen. Und der Concierge im Andel’s hilft in – fast – jeder Situation. Überhaupt ist das gesamte Personal so was von freundlich und hilfreich, dass es eine reine Freude ist, hier zu wohnen. Oder zu „meeten“: 3.800 Quadratmeter Konferenz- und Eventfläche können bis zu 3.000 Personen aufnehmen.
Überhaupt hat das Andel’s einen sehr großzügigen Charakter, es ist super modern eingerichtet, fast minimalistisch. Die Farbkombination schwarz-weiß-grün dominiert alle Räume (ob General Manager Ralph Alsdorf ein Borussia Dortmund-Fan ist, habe ich nicht herausgefunden.) Das Hotel hat 534 Zimmer, und das Tollste ist: Das Bad hat Tageslicht. Gibt es ja nicht mehr so oft. Ich persönlich achte immer auf solche Kleinigkeiten, weil ich in vielen Hotels auf der Welt zu Gast war. So habe ich auch hier zu allererst gesehen, dass es eine Steckdose im Bad hat. Und einen Fön, aber der ist – wie die meisten Hotel-Föns – nur in Gang zu bringen, wenn man den Finger drauf hält. Ich für meinen Teil habe lieber meinen eigenen Fön. Und ich finde eine Steckdose im Bad so klasse, denn meist haben die Bäder keine elektrischen Anschlüsse. Und wenn es im Zimmer Steckdosen gibt, dann hat es da keinen Spiegel. Sie wissen, was ich meine?
Die Großzügigkeit der Zimmer fasziniert: Schreibtisch, Couchtisch, Couchecke, Betten in der richtigen Höhe, ich meine, man kann sich bequem hinsetzen. Es war ja mal angesagt, die Betten so niedrig wie möglich zu gestalten und nicht so angenehm wie möglich für den Gast. Bitte schön: Hier sind sie angenehm hoch.
Sehr viel Glas hat es in den Zimmern: Glas-Umrandung des Flachbild-Fernsehgerätes, Glastisch als Schreibtisch, Glas-Couchtisch, Glaswürfel als Nachttisch, Glastüre am eingebauten Kühlschrank, Glastüre zum Nassbereich, Glasfenster zum Bad. Im Bad selbst noch mehr Glas: Es gibt eine Badewanne, eine glaseingefasste Dusche und – natürlich auch mit Glas eingefasst – die Toilette. Unter dem Spiegel am Waschbecken: Natürlich eine Glas-Ablagefläche. Da kriegt man wirklich alles untergebracht, was man so braucht. Und noch viel mehr.
Nicht ganz so großzügig ist der Einbauschrank. Der ist wohl mehr für Business-Gäste mit einer oder zwei Übernachtungen gedacht. Für mich mit reichlich weiblichen Accessoires und für fünf Nächte während der diesjährigen ITB (Internationalen Tourismus Börse) reichte es nicht ganz. Aber ruckzuck hatte ich einen zusätzlichen Schrank in Zimmer. Ein Rollcontainer, der sich aber nahtlos ins Ambiente einreihte.
Der Day-Spa-Bereich ist 550 Quadratmeter groß und wird bewirtschaftet von afino Spa. Der Gründer Beni Durrer ist ein bekannter Schweizer Visagist. Seine Handschrift spürt man immer noch, auf den verschiedenen Kosmetik- und Massagestühlen. Drei Saunen, ein Whirlpool und ein großzügiger Ruhe-Raum laden zum Relaxen ein. Nicht nur für Hotelgäste, dieser Spa ist natürlich auch für Gäste von außerhalb geöffnet. Der Fitnessraum mit allerlei Geräten hat sogar 24-Stunden offen für die mehr oder weniger schweißtreibenden Aktivitäten.
Der Frühstücksraum: Eine Augenweide! Nicht nur das Mobiliar, auch die Auswahl: Ein fast nicht enden wollendes Buffet mit allem Drum und Dran. Und immer wieder: sehr aufmerksames, sehr freundliches und sehr hilfsbereites Personal.
Auf der gleichen 2. Etage befindet sich das a-la-carte-Restaurant „a.choice“. Die Speisekarte beginnt mit dem Spruch eines Unbekannten: „Nach dem Nichtstun weiß ich für mich keine köstlichere Beschäftigung als anständig zu essen.“
Kulinarische Köstlichkeiten warten hier auf Sie: Ein sehr kreativer Koch (Roland Markgraf) und der Restaurantleiter & Sommelier Stefan Jüling sorgen mit allerlei Leckereien für Ihren Gaumenkitzel: zum Beispiel mit Gehobelte Gänsestopfleber, Apfel-Selleriemousse und marinierter Granatapfel oder Offene Lasagne von Jacobsmuschel und Riesengarnele in Tomaten-Basilikumfond oder Seeteufelbäckchen aus dem Aromadampf, Karotten-Sternanispüree, Fondantkartoffel . Abgehobene Speisen, aber keineswegs abgehobene Preise.
Im 12. Stock findet der Gast das Sky.Café. Mit herrlichen (österreichischen) Leckereien für zwischendurch, mit Cocktails und Kaffee. Und erst die Sky-Bar im 14. Stock! Man hat von hier einen wundervollen Blick über Berlin by night und kann mit dieser Aussicht so richtig schön die Seele baumeln lassen.

