von Jutta Sein

Man hat so seine Vorurteile: Brasilien = Kaffee, Havanna = Zigarren, London = Nebel und Kenya = Safari.

Aber halt: Kenya hat viel viel mehr zu bieten als „nur“ Safari. Die Kenyaner (sagt man so? Der Minister of Forestry & Wildlife, Dr. Noah M. Wekesa, sagte jedenfalls „The people of Kenya are very friendly“, was sich besser anhört und leider nicht zu übersezten ist). Nicht nur die Kenyaner in Mombasa oder Nairobi. Nein, besonders die Menschen im Hinterland sind zu allen sehr freundlich.Kenya möchte sein Image ändern: Es gibt viele Golfplätze, viel Kultur und viel Wellness zu erleben in diesem West-afrikanischen Land. „Es ist wirklich nicht nur „Safari“, betonte der Tourismusminister Najib Balala. Dem Kenya-Tourist bieten sich ideale Möglichkeiten, das „wahre Afrika“ zu entdecken: die lokale Bevölkerung, reizvolle Landschaften, Regenwälder, Teeplantagen oder von Felskuppen durchsetzte Hügellandschaften, Flusspferdbeobachtung, Angeln oder Kayakfahren.

Kenya – das Land der Läufer

Wer kennt sie nicht, die Kenyaner, die fast immer die Langstreckenläufe gewinnen? Denken Sie nur an Moses Kiptanui, den Superstar. Er führte von 1991 bis 1995 die Weltrangliste im 3.000-Meter-Hindernislauf an und wurde sogar Weltmeister. Oder David Lekuta Rudisha, der die 800 Meter am 22.08.2010 in Berlin mit unglaublichen 1:41,09 lief und diesen Rekord eine Woche später sogar noch unterbot: Bei 1.41,01 blieb für ihn die Uhr im italienischen Rieti stehen. Oder die drei Olympia-Sieger von 2008 in Peking: Wilfred Bungi siegte beim 800-Meter-Lauf, Asbel Kiprop in der 1.500-Meter-Disziplin und Samuel Wanjiru war Marathon-Olympia-Sieger. Sie alle kamen aus Kenya.

Warum sind die Kenyaner so schnell? Um das herauszufinden, treffen sich immer mehr internationale Athleten in Kenya, um das Geheimnis der afrikanischen Wunderläufer zu entdecken und zu trainieren. In Kenyas höchstgelegener Stadt, in Nyahururu befindet sich auf über 2.300 Meter ein Trainingslager, in dem auch Samuel Wanjiru für seine Marathonläufe übt.

Entspannung am Airport

2013 will Mombasa ein neues Ankunfts-Terminal bauen. Im Moment sieht es noch schwer nach Rush-Hour aus. Das kommt daher, weil alle Touristen zur gleichen Zeit ankommen. „Afrika ist nicht mehr das Afrika wie man es noch vor fünf Jahren kannte“, betonte Balala weiter. Und: „Wir stehen nicht im Wettbewerb mit Afrika, sondern mit der ganzen Welt.“ Übrigens war in den letzten Jahren eine Menge politischer Prominenz in Kenya, um sich vom Wandel des Landes zu überzeugen. Wussten Sie eigentlich, dass sogar Barak Obama aus Kenya stammt? Er kommt aus dem Lake-District von Victoria.

Natürlich wird die Safari immer ein Teil Kenyas bleiben. „Die Safari wird niemals geändert,“ betonte Minister Dr. Wekesa. „Es wird immer eine Herausforderung bleiben. „Aber Safari heißt nicht, die Tiere umbringen. Das würden wir niemals zulassen! Die Menschen hungern, und wir lassen die Tiere von den Touristen umbringen. Nein, wir leben mit den Tieren. Wir brauchen die Tiere. Sie sind Teil unseres Lebens.“

Nachdem die Jagd auf Grosswild landesweit verboten wurde, verhalten sich die Wildtiere in den 56 Nationalparks sehr entspannt. Ohne Scheu lassen sie zu, dass sich die Safari-Fahrzeuge bis auf wenige Meter nähern. Übrigens: Safari heißt nicht anderes als „Reise“ auf Swahili, der Landessprache Kenyas. Und so wünschen wir allen eine sehr angenehme und eindrucksvolle „Safari“ durch Kenya.

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