„Die Weltausstellung unterhält ein Millionenpublikum, und sie bietet jedem Teilnehmer die große Chance, bei aller Unterhaltung Kompetenz zu vermitteln. Es ist die Kompetenz der Bundesrepublik Deutschland als Wirtschaftsnation, als Innovationsführer und last not least auch als attraktives Reiseland.“ Knapp einen Monat vor Beginn der Weltausstellung in Shanghai, die vom 1. Mai bis Ende Oktober 2010 rund 70 Millionen Besucher erwartet, stellte Generalkommissar Dietmar Schmitz vom Ministerium für Wirtschaft und Technologie der Bundesrepublik Deutschland der Presse in Peking die deutsche Beteiligung vor. Die EXPO 2010 wird damit, so Schmitz weiter, „die größte Weltausstellung aller Zeiten. Auch der Deutsche Pavillon ist der größte, mit dem unser Land jemals auf einer EXPO aufgetreten ist.“Die diesjährige Weltausstellung widmet sich unter dem Leitmotiv „Better City, Better Life“ den urbanen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, die gerade in China, dem Land mit den meisten Millionenstädten der Welt, deutlich zu Tage treten. Der Deutsche Pavillon präsentiert mit „balancity“ eine Stadt im Gleichgewicht mit Ideen und Lösungen made in Germany und created in Germany, die diese Entwicklung positiv beeinflussen können.
Das Team vor Ort, das die Arbeit inzwischen aufgenommen hat, bringt nach den Worten von Dirk van der Coelen, Geschäftsführer der Koelnmesse International GmbH bei der gemeinsamen Vorstellung des Pavillons umfangreiche EXPO-Erfahrung mit. Die Koelnmesse, die in China einen Schwerpunkt ihres Auslandsgeschäftes setzt, hat erstmals im Jahre1986 in Vancouver die deutsche Beteiligung organisiert. Weitere folgten, zuletzt 2005 in Japan, wo der Deutsche Pavillon mit einem „Golden Award“ der Veranstalter ausgezeichnet wurde. Daran, so van der Coelen „wollen wir anknüpfen“. Als Tochtergesellschaft der Koelnmesse-Gruppe steuert sein Unternehmen das internationale Geschäft der Messegesellschaft mit einem Vertriebsnetz in mehr als 80 Ländern, darunter Tochtergesellschaften in Peking und Hongkong sowie Büros in Shanghai und Guangzhou.
45.000 Besucher pro Tag in balancity
Die EXPO in Shanghai wird mit Blick auf Fläche, Teilnehmer und Besucher voraussichtlich die Bestmarken der letzten großen Weltausstellungen in Sevilla, Hannover und Aichi deutlich übertreffen. Das EXPO-Gelände umfasst ein Areal von 5,3 Quadratkilometern mitten in der Stadt in einer ehemaligen Industrieregion beiderseits des Huangpu-Flusses. Davon sind 3,3 Quadratkilometer Ausstellungsfläche. 242 Länder und internationale Organisationen sind angemeldet. Der Deutsche Pavillon hat einen guten Platz in unmittelbarer Nähe der Lupu-Brücke in direkter Nachbarschaft zu europäischen Ländern wie Frankreich, Polen und der Schweiz. Bis zu 45.000 Menschen nimmt balancity pro Tag auf, mehr als 8 Millionen insgesamt während der EXPO-Laufzeit und damit voraussichtlich jeden zehnten Besucher. Sie werden von einer rund 450-köpfigen Mannschaft betreut, darunter ein Kernteam von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Koelnmesse International. Hinzu kommen mehr als 250 Hostessen und Hosts und noch einmal fast 200 Personen im deutschen Restaurant, das mit nordischen Fischgerichten, rheinischem Sauerbraten, Nürnberger Würstchen und bayerischer Schweinshaxe bewusst die asiatischen Erwartungen an Deutschland und seine Gastronomie bedient.
Bundeswirtschaftsministerium, Koelnmesse International, ARGE Deutscher Pavillon
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ist mit seinem Referat für Messepolitik/EXPO-Beteiligungen das verantwortliche Ressort für die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland. Neben der Koelnmesse International als Durchführungsgesellschaft übernimmt die ARGE Deutscher Pavillon EXPO 2010 Shanghai, die sich 2008 mit ihrer balancity-Idee gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt hat, Konzept, Planung und Realisierung. Die Stuttgarter Agentur Milla & Partner GmbH verantwortet die Ausstellungs- und Mediengestaltung, die Schmidhuber + Kaindl GmbH aus München die Architektur und die Generalplanung. Dritter im Bunde ist die Bauunternehmung Nüssli (Deutschland) GmbH aus Roth bei Nürnberg, die für die Ausführung und das Projektmanagement verantwortlich zeichnet.
balancity – Stadt im Gleichgewicht
Kreativ Direktor Peter Redlin von Milla & Partner formulierte die Botschaft von balancity so: „Es ist erstrebenswert, in einer Stadt zu leben, wenn sie sich in Balance befindet – im Gleichgewicht zwischen Erneuern und Bewahren, Innovation und Tradition, Stadt und Natur, Gemeinschaft und Individuum, Arbeit und Freizeit.“ Dies wird dem Besucher auf einer erlebnisreichen Tour durch typische Stadträume vermittelt. Die Besucher erreichen den Eingang über eine begehbare Terrassenlandschaft. Über einen Tunnel gelangen sie in einen Hafen. Der Weg führt weiter durch ein Planungsbüro, einen Garten und einen Park in eine Fabrik und über den Stadtplatz schließlich in die Energiezentrale, das Kraftwerk der Stadt. In allen Räumen werden innovative Prozesse, Ideen oder Produkte aus Deutschland gezeigt, die zu einem besseren Leben in der Stadt beitragen. Die Besucher bewegen sich, wie in einer Stadt üblich, aktiv und passiv durch die Räume: zum Teil zu Fuß, zum Teil auf Fahrsteigen. Begleitet werden die Besucher von Jens und Yanyan, dem Protagonistenpaar, das als Botschafter zwischen den Kulturen fungiert und zunächst virtuell erscheint. In der Energiezentrale am Ende des Rundgangs treten sie live auf und animieren 600 Menschen, eine tonnenschwere, mit 400.000 LEDs besetzte Kugel allein durch Rufen zum Schwingen zu bringen. Während der siebenminütigen Show entwickelt die Kugel eine atemberaubende Dynamik. Die Bildwelten auf dem gigantischen Pendel vermitteln ein Stadtbild, in dem sowohl das Erneuern als auch das Bewahren wichtig sind. Die eigens für den deutschen Auftritt auf der EXPO 2010 entwickelte hochkomplexe Konstruktion ist das eindrucksvollste Beispiel deutscher Technologie auf höchstem Niveau in balancity, verbunden mit einer überraschend spielerischen Leichtigkeit.
Die Architektur spiegelt das balancity-Prinzip wider
Deutschland präsentiert sich in Shanghai aus einem Guss. Das Prinzip der Stadt in Balance zeigt sich nach den Worten von Pavillon-Architekt Lennart Wiechell bereits in der Architektur des Deutschen Pavillons. Nach der EXPO 2000 in Hannover ist die diesjährige Weltausstellung die erste, bei der nicht die Veranstalter die Pavillongebäude zur Verfügung stellen, sondern die großen Teilnehmerländer wieder selbst bauen. Die Bundesrepublik Deutschland belegt die maximal verfügbare Fläche von 6.000 m². Das 20 Meter hohe Bauwerk spiegelt seinerseits das balancity-Prinzip des Gleichgewichts wider. „Es ist als Raumskulptur konzipiert, dessen vier große Ausstellungskörper erst im Zusammenspiel miteinander ein stabiles Gleichgewicht finden“, erklärt der Architekt das Konzept von balancity. Die schwebenden Ausstellungskörper mit der darunter liegenden begehbaren Landschaft erzeugen einen spannungsvollen Wechsel, von Innen- und Außenraum, von Licht und Schatten, von Gebautem und Natürlichem, von Stadt und Landschaft. Markant ist die silberne Hülle, eine spezielle Membran, die die Sonneneinstrahlung reduziert, nachts zum Lichtsegel wird und dem Pavillon seine Leichtigkeit verleiht.
Eröffnung am 1. Mai, Deutscher Nationentag am 19. Mai 2010
Die EXPO wird am Vorabend des 1. Mai 2010 mit einem Festakt der chinesischen Veranstalter eröffnet. Erstes Highlight aus deutscher Sicht ist der 19. Mai 2010, der Deutsche Nationentag, zu dem Bundespräsident Horst Köhler erwartet wird und der seinerseits im Zeichen deutscher Kultur steht: von den Young Euro Classics über das Pop-Duo „2raumwohnung“ bis hin zu einer Darbietung des Hiphop-Stützpunkts Berlin.
Unsere Bilder zeigen:
Arbeiten vor dem deutschen Pavillion ( Foto: Dt. Pavillion)
Die Skyline des Shanghaier Stadtteils Pudong ( Foto. Dt. Pavillion)


