„Hat sie oder hat sie nicht?“ Das ist die große Frage im Fall der ehemaligen Gouverneurin (oberste Chefin) der TAT Tourism Authority of Thailand, dem thailändischen Fremdenverkehrsamt. Weil sie Bestechungsgelder im Rahmen des Filmfestivals Bangkok kassiert haben sollen, wurden die Ex-TAT-Gouverneurin Juthamas Siriwan und deren Tochter Jittisopa Siriwan in den USA angeklagt.
US-amerikanischen und thailändischen Zeitungen zufolge bestätigten amerikanische Staatsanwälte die Vorwürfe und Anklage, dass Juthamas und Jittisopa vorgeworfen wird, Bestechungsgelder genommen zu haben. Durch diese Bestechung erhielt ein amerikanisches Ehepaar als Filmproduzenten erhebliche Vorteile bei den Bangkoker Filmfestspielen zwischen den Jahren 2002 und 2007. Die beiden Amerikaner wurden bereits wegen Bestechung von einer Jury für schuldig befunden. Das Strafmaß kann bis zu 30 Jahren Gefängnis lauten und wird nächste Woche verkündet.
In den geprüften fünf Jahren sollen die beiden Thailänderinnen rund 1,5 Mio. Euro kassiert haben. Von den amerikanischen Tätern, Gerald und Patricia Green, sind die Zahlungen auf Konten von Banken in Großbritannien und Singapur geflossen, die Jathumas und ihrer Tochter gehörten. Dazu kommen noch mehrere Millionen, die die Amerikaner den beiden Thailänderinnen über Umwege in bar in Amerika und Thailand übergeben haben.
Außerdem gehen die amerikanischen und thailändischen Ermittler von einer Gesamtsumme von rund 9 Millionen Euro aus. Dabei ging es nicht nur um Filmprojekte und die Festivals, sondern auch um touristische Projekte.
Die beiden Damen, die der besten thailändischen Gesellschaft angehörten, waren auf Grund ihrer Tätigkeiten für die Tourismusbehörde nicht nur in ihrem Heimatland sondern auch in Europa, Asien und Amerika sehr bekannt. Frau Juthamas Siriwan war bis 2008 Gouverneurin der TAT.
Tharit Pengdit, Direktor des Department of Special Investigation (DSI) teilte dem Tourism-Insider auf Anfrage mit, in Thailand habe die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen und an die Anti-Korruptionsbehörde NACC weitergeleitet. Dort werde demnächst entschieden, wie das Verfahren weitergeht. Die amerikanischen Bundesanwälte in Los Angeles, Kalifornien, haben nun auch Mutter und Tochter angeklagt und, so normalerweise gut unterrichtete Kreise in Thailand, eine Auslieferung der thailändischen Regierung der Täterinnen in die USA sei nicht ausgeschlossen. Dort können sie bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Gefängnis erwarten.
Frau Juthamas hatte in ihrer Zeit als oberste Chefin der Tourismusbehörde von Thailand nicht nur die nationalen Büros sondern auch die internationalen Fremdenverkehrsbüros unter sich. Damit verbunden war auch die Oberaufsicht und somit die praktische Verfügungsgewalt über Millionen von US Dollar an Budget, die dazu dienen, den Tourismus nach Thailand zu fördern.
Trotz mehrfacher Versuche von uns, Frau Juthamas zu einer Stellungnahme zu befragen, gelang dies nicht. Ihr derzeitiger Aufenthalt sei momentan nicht bekannt, war aus thailändischen Kreisen zu hören.

