Die WHotels Group, Teil des weltgrößten Hotelbesitzers Starwood, hat Berichten zufolge einen Managementvertrag über die Verwaltung eines Luxushotels für Sun Hung Kai Properties in Shanghai zurückgenommen. Als Grund wurde die wirtschaftliche Rezession genannt. Der Vertrag über die Leitung des 8 Milliarden HKD teuren Bauprojektes sei von einem Rückgang der Geschäftsreisen beeinflusst worden, so mit der Situation vertraute Quellen.
Das Hotel in Shanghai IFC soll nächstes Jahr fertiggestellt werden. Das gesamte Projekt soll planmäßig im ersten Halbjahr 2011 beendet sein. Weder SHKP, noch WHotels waren für einen Kommentar zu sprechen.
Im Jahr 2004 hatten SHKP und Starwood eine Absichtserklärung unterzeichnet, die WHotels zur Verwaltung eines ihrer zwei Luxushotels in Shanghai IFC in Lujiazui im Finanzbezirk Pudong ermächtigte. Ritz-Carlton wird das zweite Hotel leiten. Dem Bebauungsplan von SHKP zufolge werden die beiden Hotels zusammen über 656 Zimmer verfügen. SHKP könnte nun die Zimmer, die ursprünglich in die Leitung von WHotels übergehen sollten, in Serviced Apartments umwandeln. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, so Quellen.
„Luxushotels sind von der Ausbreitung der globalen Finanzkrise hart getroffen worden“, erklärte Lee Hing-yin, Leiter der Forschungsabteilung und Berater für Ostchina der Unternehmensberatung Colliers International. Die Zimmerraten in Fünf-Sterne-Hotels seien seit dem Hochstand Ende 2006 um 15 bis 25 Prozent gefallen, sagte er.
Fünf-Sterne-Hotels verlangten nun etwa 1.200 Yuan (1.362 HKD) pro Zimmer und Nacht, im Gegensatz zu den vorherigen 1.400 und 1.600 Yuan in 2006, berichtete er. „Vier- und Fünf-Sterne-Hotels kämpfen mit Belegungsraten von etwa 50 Prozent“, sagte er.
Er erklärte weiter, dass außerdem die Überversorgung mit Hotels Druck auf den Sektor ausgeübt habe. Über die nächsten zwei Jahre sollen in Shanghai jährlich 3.000 bis 4.000 Zimmer hinzukommen.
Im Angesicht eines Liquiditätsengpasses seien die Bauherren gezwungen gewesen, die Bauarbeiten zu verlangsamen, da Hotels nun noch länger bräuchten, um die Gewinnzone zu erreichen, so Analytiker. Anfang diesen Jahres wurde inmitten der globalen Kreditkrise die Arbeit an zwei Luxushotels im gemeinsamen Besitz von Leo Investment aus den Vereinigten Staaten und Shui On Private Group in Shanghai ausgesetzt.
Neben Shanghai wird auch Peking in den nächsten Jahren hart von der Flut neuer Hotels getroffen werden. Nach Angaben des Beratungsunternehmens Horwarth werden auf dem Festland im nächsten Jahr 75.651 neue Zimmer eröffnet werden und damit das Gesamtinventar auf 913.399 anheben. Diese Ziffer soll bis 2012 um weitere 7,8 Prozent auf 984,655 ansteigen.
In einer Umfrage des Unternehmens äußerte der Großteil der Hoteliers wenig Zuversicht in die internationale Nachfrage dieses Jahr, verschlechtert sich doch die Lage für ausländische Geschäfts- und Freizeitgruppen. Andreas Flaig, Managing Director der Jones Lang LaSalle Hotels für China, hingegen, behauptete, es gäbe keine Anzeichen für einen Rückzug internationaler Marken vom Festland, trotz eines Rückganges bei den Zimmerraten und der Belegungsdichte.
„Die Liquidität hat sich seit dem Sommer verbessert und die Kreditvergabe gestaltet sich sehr viel einfacher für die Bauträger“, erklärte er. (von South China Morning)

