Das malaysische Ministerium für Tourismus hat die Erstellung eines neuen nationalen Tourismus-Aktionsplans angekündigt, der die Entwicklung der Branche von 2011 bis 2020 aufzeigen soll. Ministerin Datuk Seri Dr. Ng Yen Yen erklärte, das Ministerium habe außerdem eine erstklassige Consulting-Firma damit beauftragt, sie in dieser Hinsicht zu beraten.
„Wir begrüßen alle Vorschläge, die dabei helfen, die Popularität unseres Landes in der Tourismuswelt zu fördern“, erklärte sie am Montag gegenüber Reportern nach einer Gesprächsrunde mit Entscheidern der Tourismusbranche von Langkawi.
Indessen, so berichtete sie, sei das Ministerium im Begriff, gegen 15 illegal operierende Reiseführeragenturen und Reisebüros vorzugehen. „Wir werden nicht zulassen, dass sie weiterhin illegal ihr Geschäft betreiben, denn es könnte den guten Ruf des Landes beeinträchtigen,“ sagte sie.
Zuvor hatte Dr. Ng in der Gesprächsrunde betont, die Bundesregierung habe nie zugelassen, dass politische Differenzen die Entwicklung des Tourismus behindern, besonders in Staaten, die von der Opposition geführt werden.
„Die Regierung bringt viel Geld auf, um die beste Infrastruktur bereitzustellen und so ausländische Touristen zu gewinnen. Die Dienstleistungen der Branche sind dagegen noch immer enttäuschend“, sagte sie.
Sie betonte außerdem, dass die Einreisen von Touristen nach Langkawi um 16 Prozent gesunken waren, von 3,4 Millionen im Jahr 2007 auf nur 2,8 Millionen im letzten Jahr. „Die Touristeneinreisen auf landesweiter Ebene sind dagegen um fünf Prozent von 20,9 Millionen in 2007 auf 22 Millionen in 2008 gestiegen“, sagte sie.
Die Ministerin berichtete auch, dass trotz der Beeinträchtigung Malaysias durch die globale Rezession und die Grippepandemie A(H1N1) die Bemühungen um die touristische Werbung für das Land ungebrochen seien.
Förderung des malaysischen Tourismus mit Unterstützung der Formel 1?
Die Regierung hat Jean Todt, dem ehemaligen Formel 1 Ferrari-Teamchef, 1 Million RM für die Verwendung im Rahmen seiner zweijährigen Position als Tourismusbotschafter für Malaysia zur Verfügung gestellt.
Doch die Ministerin für Tourismus Datuk Seri Ng Yen Yen erklärte, es hätten seit seiner Ernennung im Mai noch keine Auszahlungen stattgefunden. Die Vizepräsidentin der MCA stritt ebenso ab, dass Todt als Teil der Vereinbarung Grundstücke in Terengganu überschrieben worden seien.
„Soweit ich weiß, besitzt Todt kein Land in Terengganu“, sagte sie. Azmin Ali, Vizepräsident der PKR, hatte für Aufregung gesorgt, als er die vollständige Offenlegung des Deals mit Todt und seiner Verlobten, der malaysischen Schauspielerin Datuk Michelle Yeoh, forderte. Er behauptete, dass bereits knapp 1 Million RM für den Franzosen ausgegeben worden seien.
Ng behauptete dagegen, die vom Ministerpräsidenten von Gombag zitierten Zahlen seien unwahr, da Todt auf ehrenamtlicher Basis agiere und die Regierung lediglich seine Reisekosten im Rahmen der Werbung für Malaysia als Tourismusdestination decke. „Mit einer Million kriegen Sie in Europa heutzutage gar nichts“, verteidigte sie die Ernennung.
Kommentar:
Sollte Jean Todt tatsächlich freiwillig arbeiten und Malaysias Tourismusbranche unentgeltlich unterstützen, können sich die Malaysier glücklich schätzen, denn Herr Todt ist ein internationaler VIP. Mit seinen Verbindungen kann er wirksam helfen – wie er es bereits in Paris getan hat, wo er das Ministerium mit vielen wichtigen Kontakten bekanntmachte.
Jean Todt ist außerdem der kommende Chef der Formel Eins und wird mit seiner Ablösung von Max Mosley einen frischen Wind in den Verband bringen – noch eine großartige Möglichkeit, Malaysia zu unterstützen.
Sollte er allerdings für seine Dienste als „Tourismusbotschafter für Malaysia“ bezahlt werden, hätte das Ministerium wohl kein ausreichendes Budget für ihn. Er hat nicht nur als Ferrari-Teamleiter über ein Millionenbudget verfügt – auch als Privatperson hat er genügend Geld, um im Luxus zu leben.

