Bunker Kap Arkona in Putgarten auf Rügen
Das Kap Arkona auf der Insel Rügen war der nördlichste Punkt der DDR und damit ein wichtiger Militärstandort. Direkt neben den beiden Leuchttürmen des Kaps befinden sich zwei Militärbunker. Einen davon, den Arkona-Bunker, hatte bereits die Wehrmacht im Dritten Reich erbaut und genutzt. In der DDR war dort die 6. Grenzbrigade Küste stationiert. Der zweite Bunker wurde zwischen 1979 und 1986 errichtet. Heute kann er in geführten Touren erkundet werden. Eine Ausstellung erläutert den Besuchern die Geschichte der 6. Flottille/Bug und der Volksmarine der DDR und zeigt ehemalige Bunkereinrichtungsgegenstände sowie eine Fotoserie über die Volksmarine. Der zweite, größere Bunker diente der Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte (VOF) als Gefechtsstand. Vom Hauptmittelgang führen zwei Zugänge zu mehreren autarken Einzelbunkern. Bei einer Gesamtfläche von 2 000 Quadratmetern besaßen sie zum Hauptgang Luftschleusen. Einige Bunker waren mit Schlafplätzen auf einer Zwischenetage und einem Notausstieg ausgestattet. Im Rahmen von Flottenmanövern traten mehrmals im Jahr 50 bis 70 Soldaten ihren Dienst im Bunker an. Zur Standardbelegschaft gehörten vier Mann. Am Tag der Deutschen Wiedervereinigung, am 3. Oktober 1990, wurde die gesamte Anlage stillgelegt.
Der Verein „Politische Memoriale e. V.“
Der Verein „Politische Memoriale e. V.“ ist 1996 als „Projektgruppe Gedenkstättenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern“ entstanden. Die Hauptaufgaben liegen in der Beratung des Landes und aller im Bereich der Gedenkstätten aktiven Vereine, Initiativen und Einzelpersonen in Fragen der Gedenkstättenarbeit einerseits und der Bildungsarbeit andererseits. Im Lauf eines Jahrzehnts hat der Verein dazu beigetragen, die Gedenkstättenaktivitäten im Land Mecklenburg-Vorpommern miteinander zu vernetzen. Das Netz der historischen Orte von Unterdrückung, Verfolgung und Widerstand soll für eine lebendige, gesellschaftliche Erinnerung sichtbar gehalten werden.
Rostock Dokumentations- und Gedenkstätte der BStU in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt
Wie auch in anderen ostdeutschen Städten, formierte sich in Rostock eine breite Protestbewegung gegen die SED-Herrschaft. Am 19. Oktober 1989 wurde zum ersten Mal in der Rostocker Innenstadt demonstriert. Am 4. Dezember 1989 erzwang eine Gruppe von Bürgern Einlass in die Stasi-Zentrale und ein Bürgerkomitee übernahm gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft die Kontrolle. In die Gebäude der Stasi-Zentrale zogen u. a. die Justiz und die Universität ein. 1998 begann das Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen seine Tätigkeit. In der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt sind gegenwärtig das Dokumentationszentrum mit der Forschungsbibliothek zur DDR-Geschichte und die Dokumentations- und Gedenkstätte der BStU (Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik) untergebracht. Die Mitarbeiterinnen der Rostocker Außenstelle der BStU begleiten Schulprojekte und bieten Führungen durch die Dokumentation- und Gedenkstätte an. Außerdem organisieren sie Vorträge, Zeitzeugengespräche und Wanderausstellungen.

