Thailändische Truppen haben in der thailändischen Hauptstadt Bangkok auf Gruppen der regierungsfeindlichen Demonstranten das Feuer eröffnet; die Demonstranten wehrten sich mit Feuerbomben und Steinen. 94 Menschen wurden verletzt und das Land tiefer in die politische Krise getrieben.
In Kämpfen zwischen den Demonstranten und über die gewalttätigen Unruhen verärgerten Bürgern wurden zwei Menschen erschossen.
Vor der Abenddämmerung rückten Soldaten in ein von den Demonstranten gehaltenes Gebiet nahe des Regierungshauses, des Büros des Premierministers, vor und setzten die Voraussetzung für einen letzten Vorstoß zur Beendigung der Demonstrationen, die das noch immer vom politischen Chaos des letzten Jahres und der weltweiten Finanzkrise beeinträchtigte Land weiter geschädigt haben.
Hunderte von Soldaten mit Bereitschaftspolizei im Rücken reihten sich auf zwei zum Regierungshaus führenden Straßen auf, wo sich seit Ende März die als “Rothemden” bekannten Demonstranten festgesetzt haben, die den im Exil lebenden ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra unterstützen.
In Vorbereitung auf den Konflikt zündeten Demonstranten mehrere Stadtbusse an, um die Truppen zu blockieren. Der Konflikt entfachte zwei Tage, nachdem Demonstranten den Abbruch eines hochrangigen Asiengipfels in Thailand erzwungen hatten – eine Blamage für den derzeitigen Premierminister Abhisit Vejjajiva, der erst im Dezember sein Amt aufgenommen hatte.
Mehrere Länder haben für Thailand Reisewarnungen herausgegeben. “Da wir keine schnelle Lösung der anhaltenden Entzweiung ausmachen können, gehe ich davon aus, dass die dunkelsten Stunden der thailändischen Geschichte noch bevorstehen”, sagte Prinn Panitchpakdi, Analytiker des Asien-Pazifik-Raums bei CLSA.
Reisewarnungen für die thailändische Hauptstadt wurden weltweit ausgesprochen. So rief Japan seine Bürger auf, in Bangkok das Tragen roter oder gelber Farben zu vermeiden, während Frankreich und Großbritannien ihren Einwohnern rieten, sich möglichst im Inneren aufzuhalten. Australien riet seinen Bürgern, Reisen nach Bangkok zu überdenken und “aufgrund der politischen Instabilität in Thailand und der möglichen politischen Demonstrationen ein hohes Maß an Vorsicht zu üben.”
Hunderte von regionalen und ausländischen Touristen kamen dennoch vor zwei Tagen zusammen, um in der Khao San Road in Bangkok das Wasserfestival zu feiern, das zahlreiche Reisende mit kleinem Budget anzieht. Manche Geschäftsleute fragen sich jedoch, wie viele Ausländer nächstes Jahr wohl wiederkommen werden.
“Etwa 80 Prozent der Touristen haben ausgecheckt und weitere werden voraussichtlich nach Songkran abreisen”, sagte Surat Wongcharnslip, Vorsitzender der Association of Khao San Business Operators.
Apichart Sankary, Vorsitzender des Verbands Thailändischer Expedienten, sagte laut Bangkok Post am Montag, die Touristeneinreisen könnten dieses Jahr auf unter 10 Millionen fallen. “Im Moment gibt es keine Hoffnung für die thailändische Tourismusbranche”, sagte Surat.
Der Tourismus ist die größte Branche in Thailand, und Experten gehen davon aus, dass 200.000 Menschen ihre Arbeitsplätze im Tourismus verlieren werden. Ein Desaster, nicht nur für die Tourismusbranche in Thailand.
Aktuell: In den letzten Stunden riefen die Anführer der Demonstranten ihre Leute auf, nach Hause zu gehen und die Krise zu beenden. Journalisten vor Ort berichteten, die Demonstranten seien im Begriff, diese Ausnahmesituation zu beenden und nach Hause zu gehen. Die gleichzeitig aufkommende Frage jedoch – ist dies das Ende, oder bloß eine Pause! Bitte senden Sie Ihren Kommentar an: reader@tourism-insider.com.

