Deutsche Urlauber trotzen dem Trend und reisen vermehrt

 

Auch an Serbien gingen die Probleme des Jahres 2008 nicht spurlos vorbei, das Reiseland musste nach acht Jahren Wachstum in Folge einen Dämpfer einstecken. In wirtschaftlich schweren Zeiten den Vorjahressprung auf 696.045 Gäste noch einmal zu erreichen, wäre auch einem kleinen Wunder nahe gekommen. Dennoch: Mit 646.494 registrierten ausländischen Gästen kann sich der kleine Balkan-Staat im internationalen Vergleich sehen lassen, obwohl dies ein Minus von knapp sieben Prozent bedeutet.

 

Erfreulicherweise generierten weniger Besucher mehr Übernachtungen, so dass hier nur ein Rückgang von fünf Prozent gezählt wurde – von 1.475.675 Übernachtungen im Jahr 2007 auf nunmehr 1.398.887 für ganz 2008. Hintergrund: die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg wieder leicht auf 2,2 Tage (2007: 2,1).

 

2,2 Tage verweilten auch 2008 wieder durchschnittlich deutsche Reisende in Serbien. Der sensationelle Entwicklungssprung auf knapp 30 Prozent mehr Einreisen im Jahr 2007 konnte zwar nicht wiederholt werden – aber ein Plus stand dennoch unterm Strich. 2008 kamen 37.194 Deutsche (2007: 36.356), ein Wachstum von 2,3 Prozent. Dabei wurden mit 80.819 Übernachtungen minimal (0,3 Prozent) mehr Nächtigungen registriert als 2007 (80.571). Vernachlässigt man die Touristen aus den ex-jugoslawischen Gebieten, stellt Deutschland damit die größte Übernachtungszahl aller ausländischen Besucher.

 

Bei so viel Stabilität in der Krise zeigt sich einmal mehr, warum Deutschland nicht zuletzt deswegen neben den direkten Anrainerstaaten Serbiens sowie Frankreich, Großbritannien, Italien und Österreich zu den wichtigen Quellmärkten und vor allem Wirtschaftspartnern des Landes gehört. Immerhin ist Deutschland mit einem elfprozentigen Anteil am Außenhandelsvolumen Serbiens dessen wichtigster EU-Handelspartner. Allein bis November 2008 stieg das Handelsvolumen um 28 Prozent, wobei deutsche Importe um 29, serbische Exporte im gleichen Zeitraum um 26 Prozent wuchsen. Damit ist Deutschland drittwichtigster Export- (nach Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro) und sogar zweitwichtigster Importpartner (nach der Russischen Föderation).

 

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Tourismus-Sektor dabei weiterhin als tragender Zweig der serbischen Wirtschaft positioniert und zudem an Bedeutung gewinnt. Für das Gesamtjahr 2008 betrugen die Einnahmen aus dem Tourismus 944 Millionen US-Dollar – und damit ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Gesamtvorjahresergebnis. Das Bruttoinlandsprodukt Serbiens wuchs 2008 insgesamt um 6,1 Prozent.

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