von Daniel Becht

 

Ein Erlebnisbericht
Wenn man hinter Nürnberg, auf der Autobahn 6 in Richtung Mannheim, unterwegs ist, kommt außer der Stadt Heilbronn erst einmal lange nichts. Links und Rechts der Strecke betrachtet man kleine Dörfer, und die dazugehörigen, in Frieden grasenden Weidetiere. Während man sich in freudiger Erwartung des nächsten bevölkerten Ortes namens Mannheim bewegt, genießt man die Idylle und die Ruhe dieser kleinen Siedlungen und nimmt Abstand von der Großstadthektik.

 

Neuerdings bekommt man jeden zweiten Samstag extra lange Gelegenheit sich an der reinen Natur zu erfreuen. Man steht nämlich im Stau. Ohne ersichtlichen Grund bleiben die Autos am frühen Nachmittag hinter einem kleinen Hügel einfach stehen. Der normale Autofahrer fasst sich an den Kopf und wundert sich warum. Lange Zeit wird einem nicht klar, weshalb man mitten auf der Autobahn Stillstand verzeichnet. In allen Radiosendern wird kein Unfall angesagt. Im Schritttempo schleicht man nun Meter für Meter weiter den Hügel hinauf um dann seinen Augen nicht zu trauen. Hell erleuchtet steht ein riesiges, kreisrundes und mächtig erscheinende Gebilde dar. Mitten im Nichts! Am Gipfel des Hügels angekommen erkennt man dann den Grund für den Stau und dass es sich nicht um eine der NASA zu meldende Sensation geht.

 

Die neue Autobahnabfahrt Sinsheim Süd ist es, die den zähfließenden Verkehr verursacht hat. Oder besser gesagt ist es der Grund für die Errichtung dieser neuen Ausfahrt. An ihrem Ende landet der Autofahrer auf einem 5000 Parkplätze umfassendem Areal vor der neuen Rhein Neckar Arena.

 

Die zukünftige Heimspielstätte des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Hier finden über 30.000 Menschen platz. Das vom Sportmäzen Dietmar Hopp finanzierte Fußballstadion steht direkt an der Autobahnabfahrt vor Sinsheim. Und sie ist auch der Grund für das gigantische Verkehrschaos. Die übliche Anreise zu einem Bundesligaspiel mit der U oder S Bahn ist hier unmöglich. Die Haltestelle Sinsheim Museum/Arena befindet sich derzeit noch im Bau und kann darum nur für die Anreise aus Richtung Heilbronn genutzt werden. Einzige Möglichkeit bietet ein Shuttlebus, der aber auch nach wenigen Minuten im Stauchaos versinkt.

 

Um seinen Parkplatz am anderen Ende der Arena einzunehmen benötigte man heute fast 40 Minuten. Und das zwei Stunden vor dem Spielbeginn. Überforderte Ordner, irreführende Ampeln und viel zu viele Autos machen ein weiterkommen schier unmöglich.

 

Obwohl die TSG erstklassig spielt und die neue Arena, gerade für VIP’s, Service erster Güte bietet ist das Verkehrssystem gerade einmal Regionalliga tauglich. Sicher läuft an einem ersten Tag nie alles glatt. Aber hier müssen noch einige Verbesserungen her. Gerade weil 2011 die Frauen Fußball Weltmeisterschaft zu Gast ist. Und gerade vor internationalem Publikum sollten es doch das Ziel eines jeden Investor sein, sich im Besten Licht zu präsentieren.

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