Vor dem Hintergrund kontinuierlich steigender Kerosinpreise strebt die deutsche Luftverkehrsindustrie mit Hilfe neuer Technologien und Verfahren nach mehr Ökoeffizienz im Luftverkehr. Zu Beginn der Internationalen Luftfahrtmesse ILA in Berlin informierten die Verbände BDF und BDLI über verschiedene Maßnahmen, mit deren Hilfe nicht nur der Treibstoffverbrauch reduziert, sondern auch die Umweltbilanz des Verkehrsmittels verbessert werden kann.

„Der Bedarf nach modernem Fluggerät wird insbesondere aus ökonomischen Gründen zunehmen“, unterstrich Dietmar Schrick, Präsidialgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). „Dass hierin auch ein ökologischer Gewinn liegt, weil weniger Kerosinverbrauch immer auch weniger Emissionen bedeutet, zeigt, wie stark die Interessen Rentabilität und Umweltschutz hier miteinander verknüpft sind.“

Seit 2003 haben sich die Ausgaben für Treibstoff mehr als verdoppelt. „Mittlerweile betragen die Belastungen aus dem Kerosineinkauf rund 25 % der Kosten einer Airline“, sagte die Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Tanja Wielgoß, in Berlin. „Eine Entspannung im Ölpreis ist absehbar nicht zu erwarten, weshalb die Unternehmen in dieser kritischen Situation nun Entlastung brauchen und selbst nach effizienten Lösungen suchen.“

Kerosineinsparungen verspricht sich die Branche von der technischen Verbesserung des Fluggeräts durch den Einsatz Gewicht sparender Werkstoffe, Effizienz steigernde Flugzeugsysteme und verbesserte Aerodynamik. Auch im Bereich der Triebwerkstechnik gelte es, weitere Einsparungspotenziale zu nutzen. Deutschland sei stark in der Luftfahrtforschung. Die weltweit hohe Nachfrage nach treibstoffeffizientem Fluggerät sei zugleich eine Chance für Sicherung von Wertschöpfung am Standort Deutschland.

Im operativen Bereich soll Treibstoff durch reduzierte Fluggeschwindigkeiten gespart werden, durch Anpassung der Flughöhen oder auch durch ein verbessertes Flugmanagement bei Streckenführung und Landeverfahren. Gleichzeitig liegen hohe Einsparpotenziale in einer effizienten Infrastruktur am Boden und im Luftraum wie auch in einem sorgfältig konzipierten Emissionshandel. Da dies nur mit politischer Unterstützung umsetzbar ist, appellierten die Verbände erneut, die Vier-Säulen-Strategie zügig umzusetzen. Politisches Commitment hierzu gibt es bereits seitens der UNO-Weltluftfahrtorganisation ICAO.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) vertritt die Interessen der deutschen Linien-, Charter- und Low Cost-Carrier gegenüber Wirtschaft und Politik. Die Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten Fluggesellschaften. Sie befördern jährlich knapp 120 Millionen Passagiere. Dabei kommen mehr als 700 moderne Flugzeuge zum Einsatz. In Summe beschäftigen die BDF-Fluggesellschaften nahezu 120.000 Mitarbeiter.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) mit 161 Mitgliedern vertritt die Interessen einer Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft. Die High-Tech-Branche Luft- und Raumfahrtindustrie bündelt nahezu alle strategischen Schlüsseltechnologien und hat ein jährliches Umsatzvolumen von gegenwärtig 19,5 Milliarden Euro und rund 85.500 Mitarbeiter.

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