Kommentar
Tropical Island, die Freizeitanlage der Zukunft und Start einer weltweiten Kette – so beschrieb der aus Malaysia stammende Gründer und Erbauer der Anlage sein Vorhaben bei der Eröffnung im Jahre 2004.
Heute freilich sieht es ganz anders aus – es ist keine Rede mehr von einer „Tropical-Island-Kette“ und fast monatlich kommen aus Insiderkreisen neue Angaben und Gerüchte.
So erfährt man in diesen Tagen aus dem Jahresbericht des malaysischen Konzerns Tanjong in Kuala Lumpur, dass das deutsche Unternehmen „Tropical Islands“ im Jahre 2007 die stolze Summe von fast 12 Millionen Euro (…nicht Ringgit!) „erwirtschaftet“ hat.
Als Gründe wurden in Kuala Lumpur vom Vorstandssprecher die höheren Energiekosten und der Mehraufwand für Marketing genannt.
Allerdings, so war auch zu hören, stieg die Besucherzahl gegenüber dem Jahr 2007 um 35% auf knapp 700.000. Während der Eröffnungsphase hatten die Erbauer von einer jährlichen Besucherzahl von 1,3 Millionen Besucher zum break even „geträumt“.
Insgesamt, so die Insider, soll die Freizeitanlage Tropical Island rund 50 Millionen Euro Verlust seit ihrer Eröffnung gemacht haben.
Die Frage ist, wie lange sich die asiatischen Inhaber dieses Verlustgeschäft noch gefallen lassen.
Hat das Land Brandenburg eigentlich die von den Malaien geforderten und zugesagten 12 Millionen Euro Förderung schon bezahlt – oder müssen wir die dem Verlust noch hinzufügen?
Die Tropical-Island-Geschäftsleitung vor Ort und auch die Verantwortlichen des Tanjong-Konzerns in Malaysia sind für ihre geheimnisvolle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bekannt und es ist sehr schwer, von dort Informationen zu bekommen. Der damalige Gründer und Erbauer hatte sich ja bereits schon vor mehr als einem Jahr zurück gezogen und auch die neuen Manager üben sich in Stillschweigen.
Unklar ist außerdem, ob auch das Umfeld der Anlage, die geplanten mehr als 100 Ferienhäuser und die weitere Infrastruktur, nun kommen oder nicht?
Ein Problem hat das Tropical Island, auf Deutsch „tropische Insel“, von Anfang an: um die eigentliche Anlage herum ist fast nichts! Es ist den Verantwortlichen bislang auch nicht gelungen, die 3,5 Millionen Berliner oder die 1,2 Millionen Potsdamer und Brandenburger, aber auch die Leipziger und Dresdner zu erreichen und für den Besuch im „Wasserbad“ zu begeistern. War zur Eröffnung noch von Träumen zu hören wie z.B. die Billigflieger aus Schönefeld bringen uns jeden Tag Flugzeugladungen mit Gästen, oder der sich öffnende Osten bringt uns die Gäste, oder wir erwarten täglich Reisebusse aus dem Bundesgebiet – so hört man heute nichts mehr von diesen Plänen/Vorstellungen.
Ein altes Sprichwort sagt: „aller guten Dinge sind Drei!“. Vielleicht ist das ja das Schicksal des Standortes: nach den großen Träumen des deutschen Herrn von Gablonz und seinen Luftschiffen kamen die Asiaten und träumen derzeit von dem tropischen Paradies – wie geht es weiter… kann sich das deutsche Management wieder auf Plus-Kurs bringen – oder braucht die Halle noch einen dritten Träumer zum Erfolg?
Die Idee des Tropical Islands und die Anlagen sind toll! Die Ausführung und die Umgebung sind etwas seicht – das Marketing und die Präsentation nach außen, sind etwas wässrig, um beim Thema Wasser zu bleiben.


