Radfahren steht für Freiheit, Bewegung und Naturerlebnis. Trotzdem gibt es ein Geräusch, das viele Radfahrer eher mit Stress als mit Entspannung verbinden: die Fahrradklingel. Ihr Klang bedeutet oft „Achtung“, „Aus dem Weg“ oder sogar Konflikt. Genau dieses alltägliche Signal stellt Österreich nun auf den Kopf.

Mit der neuen internationalen Kampagne „The Austrian Bike Bell“ will die Österreich Werbung aus dem warnenden Ton ein positives Symbol machen. Die Idee dahinter: Die Fahrradklingel wird zum freundlichen akustischen Markenzeichen für Gelassenheit, Gastfreundschaft und das besondere Lebensgefühl beim Radfahren in Österreich.

Im Zentrum der Kampagne steht ein atmosphärisch inszenierter Film. Darin wird die Entstehung der „österreichischen Fahrradklingel“ begleitet: Auf einer Reise durch verschiedene Regionen des Landes werden visuelle Eindrücke und typische Klangmomente gesammelt und zu einem unverwechselbaren Sound verdichtet. Dieser Klang soll für das stehen, was viele Gäste bereits mit Österreich verbinden – entspannte Naturerlebnisse, freundliche Begegnungen und Radfahren ohne Hektik.

Laut Sandra Stichauner, Chief Marketing Officer der Österreich Werbung, soll die Kampagne vor allem neue Zielgruppen ansprechen: Menschen, die neugierig sind und das Radfahren vielleicht neu für sich entdecken wollen. Denn obwohl Radurlaub traditionell besonders bei Sommergästen beliebt ist, hat sich das Angebot in Österreich längst weiterentwickelt – von sportlichen Gravel-Bike-Touren bis zum genussvollen Radeln durch Weinregionen.

Radurlauber schätzen Natur, Landschaft und Gastfreundschaft
Dass Österreich als Rad-Destination gut ankommt, zeigt auch eine aktuelle Untersuchung der Österreich Werbung. Die sogenannte **T-MONA-Studie** belegt, dass Radurlauber mit ihrem Aufenthalt besonders zufrieden sind. Auf einer Bewertungsskala von 1 bis 6 liegen die Werte zwischen 1,5 und 1,7 – ein sehr starkes Ergebnis.

Besonders hoch bewertet werden dabei drei Aspekte: die Landschaft, die Natur und die Gastfreundschaft. Viele Gäste erleben Österreich beim Radfahren als erholsam, freundlich und naturnah. Auffällig ist allerdings die Altersstruktur: Radurlauber sind im Durchschnitt über 50 Jahre alt und damit älter als der typische Sommergast. Genau hier setzt die neue Kampagne an – sie soll auch jüngere Menschen für Radreisen in Österreich begeistern.

Internationale Kampagne in mehreren Märkten
Die Kampagne läuft vom **2. März bis 15. Mai** in den wichtigen Zielmärkten Deutschland, Niederlande und Tschechien. Ausgespielt wird sie vor allem online, unter anderem über YouTube und Amazon Prime. Interessierte werden dabei auf die Kampagnenplattform **austrianbikebell.com** weitergeleitet.

Zum Weltfahrradtag am 3. Juni soll die „Austrian Bike Bell“ auch außerhalb des Internets erlebbar werden. Geplant sind verschiedene Aktionen in den Zielmärkten – darunter Outdoor-Spinning-Events, Gewinnspiele sowie Presseveranstaltungen, bei denen die neue Fahrradklingel live zum Einsatz kommt. Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne gemeinsam mit der Agentur Wien Nord Serviceplan.

Wie der typische Radurlaub in Österreich aussieht
Ein Blick auf die Daten der T-MONA-Studie zeigt außerdem, wie der klassische Radgast in Österreich reist:
Viele verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen, reisen meist als Paar und bleiben im Durchschnitt etwa sieben Nächte – also länger als typische Sommerurlauber.

Bei der Wahl der Destination spielen vor allem drei Faktoren eine entscheidende Rolle:
eine attraktive Natur- und Berglandschaft, ein gut ausgebautes Radwegenetz und eine gute regionale Kulinarik.

Im Jahr 2025 gaben rund 13 Prozent der Sommerurlauber an, ihren Urlaub in Österreich als Rad- oder Mountainbike-Urlaub verbracht zu haben. Die wichtigsten Herkunftsmärkte sind Österreich selbst (43 Prozent) und Deutschland (41 Prozent). Dahinter folgen die Niederlande (6 Prozent) und Tschechien (3 Prozent).

Radfahren wird immer mehr zum Ganzjahresthema
Auch die Saisonverteilung verändert sich spürbar. Bereits 28,1 Prozent aller Nächtigungen in Österreich entfallen inzwischen auf die Monate April, Mai, September, Oktober und November. Fast ein Drittel aller Gäste reist also außerhalb der klassischen Hochsaison.

Beim Radurlaub zeigt sich ein ähnlicher Trend. Während früher vor allem im Hochsommer geradelt wurde, verteilt sich die Nachfrage heute deutlich stärker über das gesamte Jahr. In den Jahren 2018/2019 machten rund 12 Prozent der Gäste in der Sommer-Hochsaison Radurlaub. In der Vorsaison waren es 10 Prozent, in der Nachsaison 9 Prozent. Im Tourismusjahr **2024/2025** hat sich das Bild deutlich verändert: 14 Prozent reisen bereits in der Vorsaison zum Radfahren, 15 Prozent in der Sommer-Hauptsaison und 12 Prozent im Herbst.

Beispiel aus der Steiermark: Radfahren fast das ganze Jahr
Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist das Thermen- und Vulkanland im Südosten der Steiermark. Die Region bietet rund **6.000 Kilometer Genussradwege** sowie **14 Themenrouten** und zählt aufgrund ihres milden Klimas zu den sonnenreichsten Radregionen Österreichs.

Laut Christian Contola, Geschäftsführer der Region Thermen- und Vulkanland, ist besonders die Nachfrage im Frühling und Herbst stark gestiegen. Im Frühjahr locken Touren durch bärlauchduftende Wälder und sanfte Hügellandschaften, im Herbst wiederum kulinarische Highlights wie Wein, Kürbisgerichte, Buschenschank-Jausen oder Sturm und Maroni. Dank des milden Klimas ist Radfahren hier sogar im Winter möglich – ideal kombinierbar mit Erholung in einer der sechs Thermen der Region.

Radfahren bleibt strategischer Schwerpunkt
Radfahren gehört auch künftig zu den wichtigsten Themen im österreichischen Tourismusmarketing. Für **2026** zählt es zu den zentralen Schwerpunkten der Österreich Werbung. Seit inzwischen acht Jahren arbeitet die Organisation gemeinsam mit sieben Landestourismusverbänden an der strategischen Kooperation „Rad“. Ziel ist es, Österreich international noch stärker als vielseitige Rad-Destination zu positionieren. Für das Jahr 2026 umfasst dieses gemeinsame Portfolio insgesamt **25 Leitprodukte und Leitregionen** – darunter auch die Erlebnisregion **Thermen- und Vulkanland** in der Steiermark.
Copyright: Österreich Werbung

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