von Wolfgang Weiß

„Ich fühle mich hier immer wie früher bei meiner Oma!“ Katrin Lehmann, Verkaufsleiterin im Victor’s Residenz-Hotel Berlin, weist auf den großen grünen Kachelofen, der in „Victor’s Stube“ die Blicke der CTOURisten auf sich zieht. „Hinter so einem Ofen habe ich mich immer versteckt,“ schwelgt die sonst so tough agierende Sales-Managerin in Erinnerungen. Der nostalgische Ofen trägt wesentlich zur gemütlichen Atmosphäre der mit Holzmöbeln im Bauernstil ausgestatteten Stube bei. Hier werden, so heißt es im Prospekt, den Gästen regionale Köstlichkeiten serviert.

Dagegen wirkt das benachbarte große Restaurant (120 Plätze), wo auch gefrühstückt wird, beinahe nüchtern. Im Sommer, und wenn es das Wetter erlaubt, können die Flügeltüren zum Innenhof geöffnet werden, erläutert Katrin Lehmann den Teilnehmern des CTOUR-Februar-Stammtisches. Der Hof ist vor fremden Blicken geschützt, sodass die Gäste hier ungestört essen können. Das spielt auch deshalb eine wichtige Rolle, weil das Konzept von Victor’s vorsieht, dass die Hotels immer in der Nähe und in direktem Zusammenhang mit Seniorenresidenzen gebaut werden. So geschah es auch beim Residenz-Hotel in der Strasse am Friedrichshain, das vor sechs Jahren gleichzeitig mit einer unmittelbar anschließenden Seniorenresidenz erbaut wurde. Hotel und Senioreneinrichtung sind aber räumlich voneinander getrennt. Die Idee zu dieser lukrativen Art Doppelpack war im Saarland entstanden, wo der Eigner zunächst nur Seniorenanlagen und erst später dann auch Hotels bauen konnte.


Wer die Lobby von Victor`s Residenz-Hotel in Berlin betritt, wird angenehm überrascht. Statt der oft anzutreffenden von wenigen Lampen erhellten, schummrigen Atmosphäre, fällt hier Tageslicht aus großen, über mehrere Etagen reichenden Außenglasfronten ein und gibt dem hohen Raum ein frisches, natürliches Ambiente. Den Gästen stehen 88 Zimmer und Suiten sowie 45 Studios für Langzeitaufenthalte, sogenannte Boarding-Studios, zur Verfügung. Die Standardzimmer in dem Vier-Sterne-Hotel haben eine Größe von 28 m² (kleinere gibt es nicht). Die Räume sind mit viel Liebe zum Detail ausgestattet, wie die Einkaufsleiterin betont. Warme Gold,- Rot- und Orangetöne verraten, dass hier Wert auf Ästhetik gelegt wurde, wofür insbesondere zwei Damen aus der Geschäftsführung verantwortlich zeichnen. Neben den für ein Haus in dieser Kategorie üblichen Ausstattungsmerkmalen (Farb-TV, Föhn, Internet, W-LAN, Safe, Minibar usw.), wartet Victor’s mit einer ganz besonderen Überraschung auf: Auf dem Nachttisch findet der Gast eine Spieluhr, deren sanfte Klänge wohl nicht nur Babys sondern auch gestresste Business-Men, die Hauptzielgruppe von Victor’s, in den Schlaf wiegen soll.

Die Bäder sind standardisiert, wobei angenehm die großen Ablageflächen für Kosmetika usw. auffallen. Der Einstieg zur Dusche – es gibt keine Badewannen – ist ebenerdig, was sicherlich auch von vielen Gästen dankbar angenommen wird. Bei 84 m² Fläche bieten die Boarding-Studios ein getrenntes Wohn- und Schlafzimmer sowie eine kleine, zweckmäßig eingerichtete Küche, die auch einen längeren Aufenthalt angenehmer machen kann. Übrigens: Wer sich telefonisch wecken lässt, wird auch immer gefragt, ob er Kaffee wünscht, der dann kostenfrei, noch vor dem Frühstück, auf das Zimmer gebracht wird.

Entsprechend seiner Business-Ausrichtung bietet das Hotel auch sechs Tagungsräume und drei Gruppenarbeitsräume an, die alle in Richtung Innenhof und damit abgeschottet von Straßenlärm liegen, dank großer Fenster aber über Tageslicht verfügen. Sie sind für 14 bis 500 Personen ausgerichtet und können von 90 auf 300 m² erweitert werden. Auch hier hält Victor’s eine Besonderheit bereit: Im Gang vor den Tagungsräumen gibt es einen Spiele-Tisch, wo seminargestresste Manager in den Pausen mit Bauklötzchen hantieren, kleine Autos bewegen oder Geschicklichkeitsspiele absolvieren können. Zu Victor’s gehört auch das Life-Prinzip: Alles ist auf Gesundheit ausgerichtet. Das beginnt beim Essen mit viel frischem Obst, Joghurt, fett- und kalorienarmen Speisen. An den Fahrstühlen sind Schilder mit folgendem Text angebracht: Lieber laufen als Fahrstuhl fahren!. In der Lobby befindet sich ein Jogging- und Fitnesstisch. Hier können sich Partner für einen gemeinsamen Lauf durch den Friedrichshain treffen. Nach dem Jogging stehen den Gästen kostenfrei Wasser und Mineralien zur Verfügung.

Die insgesamt 12 Hotels der Victor’s GmbH im Drei- bis Fünf-Sterne-Bereich, verteilt in der ganzen Bundesrepublik, fühlen sich auch dem sozialen Sponsoring verpflichtet. Sie unterstützen zum Beispiel die Organisation Kinderhilfe Organtransplantation KiO. Unter dem Motto „Kleiner Bär – große Hilfe“ werden in ihren Häusern Plüschbären für 10 Euro verkauft, die „Mut machen und Leben retten können“, wie es da heißt.

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