Mongolei – weite Steppen, Nomaden und Pferde.

Viermal so groß wie Deutschland, 20 mal so groß wie Österreich, 41 mal so groß wie die Schweiz und nur 2,76 Millionen Menschen – das ist die Mongolei. Das Land, weit hinter Moskau, in dem die meisten Menschen noch Nomaden sind und mit ihren Tieren von Weide zu Weide ziehen. Hunderttausende von Quadratkilometer unberührte und faszinierende Natur und eine für Europäer sehr fremde Kultur. Die berühmte Gastfreundschaft der Steppennomaden mit ihrem urtümlichen Kehlkopfgesang und am Abend die Melodien der klassischen „Pferdekopfgeige“ vor den Jurten – drum herum nichts als weite Steppe, Pferde und Kamele. Die Mongolen – ein stolzes Volk mit uralter Tradition – öffnen sich jetzt immer mehr auch den westlichen Touristen.
In der Mongolei, dem Land der Khaane, verbinden sich mystische Tradition und ursprüngliche Natur zu einem atemberaubenden Erlebnis. Nationalparks, Naturreservate und Schutzgebiete zeigen auf 18 Mio. Hektar in beeindruckender Weise den besonderen ökologischen Reichtum des Landes. Wie die Landschaft ist auch das Nomadenleben von erstaunlicher Vielfalt.
Im Jahre 2006 feierte dieses Volk das 800jährige Bestehen seines Landes mit vielen Festen und Treffen der einzelnen Steppenvölker.
Unterschiedliche Regionen und Ethnien bringen unterschiedliche Rituale hervor – andere Tänze und Gesänge, Kleidung und Kunstwerk, Kultur und Religionen. Die kulturelle Vielfalt wird durch eine endlose und mächtige Natur geprägt. Tänze und Lieder erzählen von der Weite der Steppe, dem ewig blauen Himmel, der Mutter-Erde, von den Menschen, den Tieren, den Göttern- und der Liebe zur Heimat Mongolei.
Der Mongolei-Tourist wird nach langen Fahrten durch einzigartige, völlig unberührte Natur und Begegnung mit einer ihm fremden Kultur reichlich belohnt: Wildpferde im Nationalpark Hustain Nuruu, die gigantischen Sanddünen Mongol els‘, der riesige Huvsgul See, Bruder vom weltberühmten Baikalsee, der zweitgrößte Süßwassersee mit seinem klarem Wasser und Fischreichtum, Wildschafe und -Steinböcke sowie ewiges Eis der Gletscher in der Geier Schlucht Yolyn am Rande der Gobi, das Orkhon-Tal mit der historischen Hauptstadt Khara Khorum, Adler und Schneeleoparden im Altai-Gebirge, das prächtige buddhistische Kloster Gandan, zahlreiche nationale touristische Highlights wie Naadam-Fest, Yak Festival, Hunting with Eagle Festival, Tsam Dance, Nationales Kulturfestival – Impressionen aus dem Reich von Chinggis Khaan und seinen Nachkommen.
Wer sich entschlossen hat, dieses gastfreundliche Land mit 280 sonnigen Tagen im Jahr zu besuchen, benötigt von Berlin aus nur 8 Stunden Flug mit der Mongolischen Fluggesellschaft MIAT. In den letzen Jahren kommt die Mongolei auf den Welttourismusmarkt wie ein zweites Mekka für Abenteuer und Studienreisen, für Jeep Safaris, für Wander-Reisen, für Reit-Urlaub, Jagd-Reisen und vieles mehr.
Eine spannende und erlebnisreiche Anreise ist auch die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn ab Moskau. Nach dem Aufenthalt in der Mongolei bietet sich dann eine Weiterfahrt auf der chinesischen Strecke der „Trassib“ nach Beijing an.
Statistik
Im Jahr 2000 besuchten 137.400 Touristen die Mongolei. Bis heute hat sich die Zahl verdreifacht (fast 400.000) und die Tourismus-Industrie ist neben dem Bergbau zu einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Staates angewachsen. Im Rahmen der letzten Zählung wurden 170.345 Touristen aus China, 59.000 aus Russland, 31.000 aus Südkorea, 13.000 aus Japan, 11.000 aus den USA und 5.200 aus England gezählt. Die Zahl der deutschen Touristen steigerte sich vom Jahr 2000, wo es nur 3.515 Reisende waren auf heute 8.200 Deutsche, die in der Mongolei Urlaub machten.
Das zuständige Ministerium für Transport, Verkehr und Tourismus unternimmt große Anstrengungen, um den Tourismus zu fördern. Die Regierung plant bis zum Jahr 2015 die 1-Millionen-Grenze zu erreichen. Das sind zweieinhalb Mal so viel Touristen wie heute.
Dies soll geschehen und unterstützt werden durch gezielte Marktforschung, die Entwicklung einer neuen Marketing- und PR-Strategie, sowie die Unterstützung von Investitionen der privaten Unternehmer. Dazu gehören auch die Errichtung neuer Hotels, neue Camps und der Ausbau von Straßen und Infrastruktur im gesamten Land. In der Nähe von Ulaanbaatar wird gerade begonnen, einen neuen internationalen Flughafen zu bauen. Durch die Privatisierung verschiedener staatlicher Unternehmen wie z.B. der Fluglinie Mongolian International Airline MIAT, soll eine stärkere Einbindung der Privatwirtschaft erfolgen. Außerdem sollen neue PPP-Unternehmen (Privat Public Partnership) die Verbesserung des Schienenverkehrs und des inländischen öffentlichen Verkehrs stärken.
Der Staat bzw. der Premierminister und der Präsident wollen die Kosten der staatlichen Einrichtungen senken und unterstützen PPP´s. Die MNTO Mongolian National Tourism Organisation ist solch eine PPP-Einrichtung, die mit dem zuständigen Ministerium zusammen arbeitet. Die MNTO ist im Juli 2007 gegründet worden und besteht zurzeit aus 23 Mitgliedsunternehmen aus der heimischen Tourismus-Industrie. Das Ziel ist in diesem Jahr das 50. Mitglied begrüßen zu können.
„Mongolei – das Dubai des Ostens“ ist in diesen Tagen ein vielzitierter Wunsch der Regierung. Sobald in der Mongolei die zwei wichtigsten Lagerstätten von Kupfer und Braunkohle, im Süden des Landes zur Grenze nach China, zu „sprudeln“ beginnen wird sich das bewahrheiten.
Die freundlichen und den fremden Touristen gegenüber aufgeschlossenen Mongolen bieten in der Weite der Steppe ihre Jurten (Zelte) zum übernachten an. Tagelange Ausritte mit dem Pferd oder Kamel, stundenlange Fahrten mit Geländewagen, der Besuch der Reiterspiele, die schmackhaften Fleischgerichte vom Grill, die Natur unter klarem Sternenhimmel, den Kopf am Hals des Pferdes angelehnt und der Blick zurück auf die Zeiten eines Dschingis Khan – diese Erlebnisse und Erfahrungen bleiben soviel Mal besser in Erinnerung, als ein einfacher Badeurlaub.

[Galerie nicht gefunden]

(Sämtliche Bilder entstammen Wikimedia Commons)

Hinterlassen Sie einen Kommentar.