memphis.jpgEin neues Museum im US-Bundesstaat Mississippi erzählt den Werdegang der lebenden Blueslegende B. B. King und vermittelt tiefe Einblicke in das wirtschaftlich arme, aber musikalisch reiche Baumwollland des Mississippi Delta. Das B. B. King Museum in Indianola verfolgt eine Musikerkarriere, die in den Clubs dieser Kleinstadt begann und den “Blues Boy“ Riley B. King nach ersten Plattenaufnahmen im Jahr 1949 im nahen Memphis zum Weltstar des Blues aufsteigen ließ.

Zu sehen sind Kostüme, die berühmten Gitarren namens „Lucille“ und 14 Grammy-Trophäen sowie persönliche Exponate aus dem Besitz des Musikers. Schaukästen, Musikstationen und Filme zeigen, wie auf den Baumwellfeldern der ärmsten Region des ärmsten Bundesstaates der USA der Blues entstand – eine eigenständige Form amerikanischer Kultur, die bis heute auf die Populärmusik der ganzen Welt ausstrahlt. Das Mississippi Delta, eine flache Landschaft von großer Weite, überwand erst in den frühen 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts die Rassentrennung.

Für Afroamerikaner war die Musik über Generationen einer der wenigen Auswege aus harter Feldarbeit und Unterdrückung. „Delta“ bezeichnet hier nicht etwa das Mündungsgebiet eines Flusses, sondern das alte Schwemmland des Mississippi südlich von Memphis im Nachbarstaat Tennessee, das heute von hohen Deichen geschützt wird.
Das Museum entstand auf einem Hektar Grund und zählt mehr als 1800 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Seinen architektonischen Mittelpunkt bildet das restaurierte Backsteingebäude eines “Cotton Gin“ für die Entkernung und Wäsche von Baumwolle, in dem der junge Riley B. King gearbeitet hatte. Zur Anlage gehören auch ein Café mit Souvenir- und CD-Laden in einem Neubau sowie ein kleiner Park. Von den 15 Millionen Dollar Baukosten spendeten viele der 12000 Bürger Indianolas ein Zehntel. Stiftungen und staatliche Stellen trugen den Rest bei.

Mit einem viertägigen Stadtfest vom 10. bis 14. September, nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit, weihten Bluesmusiker, Veteranen der Bürgerrechtsbewegung, tausende von Menschen aus Mississippi sowie Besucher aus zahlreichen Ländern die Ausstellungen ein. Sie machten der lebenden Blueslegende “Blues Boy“ Riley King kurz vor seinem 83. Geburtstag am 16. September das Geschenk, ihn als ersten Musiker zu Lebzeiten mit einem großen Museum zu würdigen.

Die erste internationale Reisegruppe besuchte bereits am 15. September, dem ersten Tag nach den Eröffnungsfestivitäten, das Museum: Der Musik-Veranstalter AAR aus Westerkappeln brachte pünktlich zum Beginn des regulären Museumsbetriebs um 10.00 Uhr 31 Reisende aus Deutschland, die auf dem Weg von Memphis nach New Orleans war. Das neue Museum liegt ideal für den Zwischenstopp auf der Route mit guten Hotels in Greenwood

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