Vernetzung und Zusammenarbeit der Landkreise verbessern
Die Vorsitzende des Tourismusausschusses des Bundestages, Marlene Mortler, sieht beim Thema Wassertourismus in Deutschland noch Wachstumspotenzial: “Deutschland kann seine Rolle als wassertouristisches Transitland noch stärker nutzen”, urteilte die CSU-Politikerin nach einem Gespräch mit Professor Heiner Haass von der Forschungsgruppe Wassersport/Wassertourismus der Hochschule Anhalt. Der Wissenschaftler hatte darauf hingewiesen, dass Deutschland touristisch noch erheblich mehr von seinen über 13000 Kilometern Bundeswasserstraßen profitieren könne. Zum Vergleich: Frankreich verfügt über 7000 Kilometer. Bestehende Angebote müssten besser beworben und vernetzt werden.
Insbesondere im Osten etwa im Elbe-Bereich, aber auch im Westen etwa entlang des Mains und der Donau fehlt es dem Wissenschaftler zufolge noch an der nötigen touristischen Erschließung. Mortler betonte angesichts der hierfür erforderlichen Landkreis übergreifenden Zusammenarbeit: “Das Überwinden der Kirchturmpolitik rechnet sich, gilt doch die Zielgruppe der Bootstouristen als vergleichsweise ausgabefreudig.” Da laut Haass vermehrt mobile Jungsenioren den Wassertourismus für sich entdeckten, sei dieser mit Blick auf den demografischen Wandel zudem ein Zukunftsthema.
Selbst die Touristenmetropole Berlin kann nach Angaben von Haass ihre touristische Bilanz noch verbessern, wenn sie die Wassersporttouristen stärker in den Blick nehmen und die wassertouristische Infrastruktur (z.B. neue Anlegestellen) ausbauen würde. So befahren nach Angaben des Professors jährlich rund 45000 Wassertouristen den Mittellandkanal – Tendenz pro Jahr um etwa 1000 Wassersportler steigend. Mortler sicherte Haass zu, sie werde die Anregungen an die entsprechenden Stellen weitergeben.


