Das geht in einer neuen, einzigartigen Diskothek in Rotterdam nun nicht mehr. In der holländischen Partymetropole eröffnete  die erste „Öko Disco“. „Wir saugen unsere benötigte Energie aus unseren Besucher ohne dass es weh tut“, sagt der Clubbesitzer Aryan Thieleman. Über sechs Millionen Euro hat der Hotel- und Restaurantbesitzer in sein neues Projekt investiert.
Von innen wie von außen unterscheidet die neue Disco nichts von anderen. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man die kleinen aber entscheidenden Details. Um den Club zu heizen, fängt man die Luft, die von der Körperwärme der Besucher erhitzt wurde, auf, reinigt sie und führt die wieder zu. „Wir brauchen nur etwa 50% des Stroms die ein Club in vergleichbarer Größe benötigt“, berichtet der Besitzer stolz. Eine weitere Stromquelle ist die Tanzfläche selbst. Diese besteht aus beweglichen Platten, die die Schwingung des Tanzwilligens in Energie umwandelt. Je mehr Leute sich bewegen, desto aufwändiger und beeindruckender wird die Lichtshow. Zwar ist mit diesem System vorerst nur ein kleiner Bereich des Clubs ausgestattet, aber dieser stellt schon ein fünftel des gesamten Energiebedarfs.
Aryan Thieleman will diesen Bereich aber so schnell wie möglich vergrößern. Bis zu 2050 Partywillige finden in dem neuen Club Platz. Wer nun denkt, dass die Umweltbilanz durch die rieseigen Müllberge dieser Menschenmassen vernichtet wird liegt falsch. In der gesamten Disco fällt keinerlei Müll an. Alle Getränke kommen aus recyclebaren und wieder verwertbaren Fässern oder Kanistern und werden in Hartplastikbecher ausgeschenkt. Diese kann man mit einem minimalen Aufwand reinigen und bis zu 10000 mal wieder verwenden. Und auch in dem Bereich Wasserwirtschaft setzt das WATT neue Maßstäbe. Für die Toiletten  wird ausschließlich gesammeltes Regenwasser verwendet. Das bedeutet eine Wasserersparnis von 70%. Und das jeden Abend.
Nun mag man vielleicht denken, die Disco sei allein etwas für spießige Ökö’s. Aber bereits am ersten Tag nach der Eröffnung ist das WATT nach nur wenigen Stunden bis zum Rand gefüllt und zu einem der beliebtesten Discos in Rotterdam aufgestiegen. Und das mag in Rotterdam schon etwas heißen. Die Stadt ist bekannt für seine vielfältige Club und Partyszene. An jedem ersten Wochenende lädt die Stadt zum Club Cruise ein. Dann kann man für einmalige 12 Euro, 12 Discos besuchen und bis in die Morgenstunden feiern. Und neuerdings geht das auch völlig Klimabewusst.
Rotterdam geht mit gutem Beispiel voran. Durch die vielen neuen Hochhäuser hat es in den letzten Jahren den Namen „Frankfurt am Main Hollands“ erhalten. Zwar ist man hinter Amsterdam nur die zweit größte Stadt in Holland. Aber was die Events, Unterhaltung und das allgemeine Lebensgefühl angeht, muss man auch in Europa keinen Vergleich scheuen.
Die Aufbruchstimmung ist überall in der Stadt zu spüren. Kaum eine Metropole in Europa ist so sauber und ordentlich wie Rotterdam. Und auch Energietechnisch macht man große Schritte. Wo hin das Auge blickt sieht man vor der Stadt riesige Windräder und auf vielen Häusern findet man Solaranlagen. Auch die anderen Discos in der holländischen Hafenstadt wollen nachziehen. Denn mit dem WATT haben sie einen starken Konkurrenten bekommen.
In Deutschland sucht man nach einer solchen Einrichtung vergebens. Aber vielleicht gewinnt das Thema Energiepolitik in dem kommenden Jahr bis zur Bundestagswahl wieder an Bedeutung. Auch in Rotterdam griff der Staat Aryan Thieleman unter die Arme. Und nach seinen Berechnungen hat er die Investition in zwei Jahren wieder eingeholt. Und dann verdient er mehr als doppelt soviel wie alle anderen Clubbesitzer pro Nacht. Auch wenn es viele vielleicht nicht wahrhaben wollen, aber Holland hat in den letzten Jahren in vielen Bereichen enorm aufgeholt und wir können noch einiges von ihnen lernen.

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