Die Ausbreitung des Corona-Virus und die damit einhergehenden Beschränkungen des Reiseverkehrs haben verheerende Folgen für alle Akteure des Tourismus. Dabei ist die Kinder- und Jugendreiseszene besonders stark betroffen, denn in diesem preissensiblen Bereich, mit ihren vielen gemeinnützigen und gewerblichen Organisationen, ist die Finanzdecke ohnehin grundsätzlich dünn. Die aktuellen Entwicklungen sind für Reise- und Schulfahrtenveranstalter, für die Unterkünfte und Programmanbieter, die sich mit ihrem Angebot an Kinder und Jugendliche richten, schlichtweg existenzbedrohend.
Die unterschiedlichen Verbände dieses Marktsegmentes der Touristik haben sich nun mit einem gemeinsamen Hilferuf an die politisch Verantwortlichen gewandt und im Tourismusausschuss der SPD im Deutschen Bundestag bereits Gehör gefunden. Denn Stornierungen und Absagen vieler Reisen für die bevorstehenden Osterferien und für die schon lange gebuchten Klassenfahrten in den nächsten Monaten haben schon jetzt ein dramatisches Ausmaß. Dabei sind die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf ebenfalls mehr als düster.

Allein der Wegfall von ca. 60 – 80.000 Klassenfahrten in Deutschland, mit ca. 1,3 bis 1,8 Mio. Teilnehmer*innen verdeutlicht die Dimension und wird eine bislang noch nicht vorstellbare, zerstörerische Wirkung entfalten.

Mehr als ein Dutzend Verbände und Organisationen haben sich der Initiative des

asr Bundesgeschäftsführerin, Schatzmeister Anke Budde

Reisenetz e. V. (Deutscher Fachverband für Jugendreisen) angeschlossen, die vom asr (Allianz selbstständiger Reiseunternehmen – Bundesverband) federführend an die Politik herangetragen wird.

Mit dabei sind praktisch alle Gruppierungen, vom Sprachreiseverband über das Bundes- und Landesverbände des Kinder- u. Jugendreisens, von Erlebnispädagogen bis hin zu Hochseilgärten. Ausbildungseinrichtungen, tausende Trainerinnen und Trainer sowie die vielfältigen kleinen, mittleren und großen Organisationen der Bildung, Erziehung und Jugendhilfe sehen sich natürlich ebenfalls als Betroffene.

Zu den Forderungen gehören Garantien zur Übernahme von Stornokosten, die Reiseveranstalter und nachgelagert die Unterkünfte, Busunternehmen und alle anderen an einer Reise beteiligten Leistungsträger bei der Absage von Touren nicht vereinnahmen können. Ebenso gefährden die bei Nichtdurchführung von Reisen den Reisebüros entgehende Provisionen den Fortbestand der Firmen, weswegen auch dafür existenzerhaltende Zusagen eingefordert werden.

Niemand kann derzeit abschätzen, wie sich die Situation entwickeln wird. Eine weitere dramatische Zuspitzung ist aber zu befürchten, zumal bereits viele andere Länder Einreisesperren für Deutsche verhängt haben und auch die Reisen ausländischer Gäste nach Deutschland, das „Incoming“, bereits jetzt deutlich erschwert ist.

Eine Vielzahl ungewollter Marktaustritte scheint unausweichlich, wenn nicht schnelle und unbürokratische Hilfe kommt. Eine Insolvenzwelle würde dabei – wie im Vorjahr im Falle von Thomas Cook – erneut die bei den Versicherungen zur Verfügung stehenden begrenzten Beträge für die daraus resultierenden Rücktransportkosten und Kundenrückzahlungen sprengen.

Die Initiative denkt in Ihren Forderungen dabei auch schon an die Zeit nach dieser Krise. Die dann hoffentlich noch vielen verbliebenen Anbietern von „Jungen Reisen“ benötigen auch dann Unterstützung, um verlorenes Terrain zurückzugewinnen und Kindern und Jugendlichen weiterhin ihre so wertvollen Reiseerfahrungen zu ermöglichen.

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