Einschränkungen im Hotel- und Gastgewerbe in Zeiten von Corona
Die Anzahl der touristischen Übernachtungen sind in ganz Deutschland massiv eingebrochen und wurden jetzt sogar verboten
Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Visit Berlin sagte am Dienstag für die deutsche Hauptstadt, die Lage in Berlin katastrophal! „Wir haben eine Situation, die schwieriger ist als nach 9/11“. Das gesellschaftliche und soziale Leben ist auf ein Minimum herunter gefahren und es wird noch schlimmer kommen”.
Hoteliers stehen fast ohne Gäste in ihren Häusern und Gastronomen klagen über leere Tische. Zur Zeit sind bis auf weiteres alle Hotels bundesweit geschlossen und auch die Restaurants werden an diesem Wochenende alle geschlossen.
Entsprechend den Richtlinien, die der Bund am Montag verkündet hatte, können Übernachtungen in Hotels und Pensionen nur noch zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken getätigt werden. Gaststätten sollen ab dem 18.März nur von 6 bis 18 Uhr geöffnet haben. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 19. April, das war bis heute so, ab heute sind Gaststätten bis auf Lieferdienste und “to go-Geschäfte” auch geschlossen.

Weitere Auflagen bestehen für Mensen, Restaurants, Speisegaststätten und Hotels um das Risiko einer Verbreitung des Corona-Virus zu minimieren, etwa durch Abstandsregelung für die Tische, Reglementierung der Besucherzahl erweiterte Hygienemaßnahmen und Hygienehinweise.

Alle Kneipen, Bars, Cafe bis auf Weiteres geschlossen


Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband) sagt: „In unserer Branche verschärfen sich die fatalen wirtschaftlichen Folgen der Corona Krise von Tag zu Tag. Bereits jetzt befinden sich viele Betriebe am Rande ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit!. Leere Hotelzimmer, verwaiste Tagungssäle, leere Restaurants und Kneipen – die Corona-Krise trifft Deutschlands Hoteliers, Gastronomen und Caterer mit aller Härte“. Er fordert sofortige Maßnahmen für die Branche und sagt: „Notwendig sind jetzt schnelle, effektive Liquiditätshilfen mit einer 100-prozentigen Haftungsfreistellung und mit einer langjährigen Tilgung, die Möglichkeit von Steuerstundungen, ein effektives Hilfsprogramm in Form von direkten Finanzhilfen sowie Steuerentlastungen wie die Anpassung des Mehrwertsteuersatzes für alle Speisen im Gastgewerbe auf sieben Prozent.“. Die Forderung einer Mehrwertsteuersenkung auf Speisen,
steht beim DEHOGA seit der Senkung dieser für die Hotellerie seit 2010 auf der Agenda.

Zöllick betont zudem die große gesellschaftliche Bedeutung der Restaurants und Hotels als „öffentliche Wohnzimmer, Orte der Kommunikation, Begegnung und Lebensqualität.“.

Leere Tische und geschlossene Restaurants - wie lange weiss noch niemand (Foto: K-D.Richter)


Er betont ausdrücklich: „Ohne schnelle und effektive Hilfe befürchten wir eine Welle von Insolvenzen, die Zehntausende Arbeitsplätze vernichtet“. Viele Betriebe hätten kaum Liquiditätsspielräume. „Trotz ausbleibender Umsätze laufen die Kosten weiter.“ Zugleich brechen ganze Wirtschaftskreisläufe zusammen. „Große wie kleine Betriebe der Zulieferindustrie, regionale Partner aus Landwirtschaft, Handwerk und Dienstleistung sind betroffen“, erklärt der DEHOGA-Präsident. „Die Zukunft vieler der 223.000 Unternehmen des Gastgewerbes mit über 2,4 Millionen Erwerbstätigen ist akut bedroht.“

Besonders schwer wird es für Betriebe, welche sich in der Nähe von touristischen Hotspots befinden. Kleinere Betriebe sind genauso betroffen wie Größere. Unter anderem befürchten Terrassenbetriebe, Ausflugslokale, Unternehmen im Rahmen von Stadtrundfahrten, Taxibetriebe und der Fahrgastschifffahrt, einen massiven Umsatzrückgang. Keiner kann zur Zeit wissen, ob sie ihr Personal für den Betrieb behalten können oder doch entlassen müssen. Momentan wird vielerorts Kurzarbeit eingeführt und es werden betriebliche Regelungen in Zusammenarbeit mit Behörden getroffen, damit die Angestellten keine zu hohen Verluste erleiden müssen. Da die Regelungen bis zum 19.April gelten sollen, wäre dieses ein überschaubarer Rahmen. Was passiert aber, wenn es eine Verlängerung der Ausnahmeregelungen geben wird?

Nicht nur dem Hotel- und Gastgewerbe steht eine schwere Zukunft bevor! Wollen wir gemeinsam hoffen, dass der Virus sich schnellstmöglich bekämpfen lässt und wir gemeinsam positiv in die Zukunft blicken können.

Keine Insel der Glückseligkeit mehr . wegen Corona geschlossen (Foto:K_D.Richter)


Zur allgemeinen Information:
Für den Publikumsverkehr sind schon geschlossen:
- Kneipen, Bars, Diskotheken, Bordelle
- Museen, Ausstellungen, Kinos, Theater, Opernhäuser
- Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen
- Freizeit- und Tierparks
- Schwimm- und Spaßbäder, Fitnessstudios
- Der Sportbetrieb auf öffentlichen und privaten Sportanlagen
- Friseure
- Bau-und Gartenmärkte

Geöffnet bleiben bis auf Widerruf:
- Lebensmittel- und Getränkeläden, Großhandel
- Imbisse, Backstuben, Abhol- und Lieferdienste
- Wochenmärkte, Spätverkaufsstellen
- Sanitärhäuser, Optiker und Läden für Hörgeräte
- Apotheken, Drogerien, Bestattungsunternehmen
- Tankstellen, Banken, Sparkassen, Poststellen
- Zeitungs- und Buchverkauf
- Dienstleistungen (z. B. Waschsalons, Reinigungen)

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