Mittelstandsverband begrüßt klares Bekenntnis der DER Touristik zum Reisebürovertrieb.In einem Gespräch haben asr und DER Touristik die in der Vorwoche entstandenen Differenzen zur beiderseitigen Zufriedenheit klären können. Auslöser war eine Online-Meldung zu einem Interview von ‘Reise vor 9′ mit Sören Hartmann, CEO DER Touristik Group, gewesen. Vor allem die Überschrift der Meldung hatte beim asr den Eindruck erweckt, die DER Touristik stehe einer möglichen Abschaffung des Handelsvertreter-Modells offen gegenüber und sei dieser nicht abgeneigt.
“Die Reaktion auf das Interview in der Fachpresse und den sozialen Netzwerken hat deutlich gezeigt, wie wichtig vielen Reisebüros ein Beibehalten der bewährten Basis der Zusammenarbeit zwischen Veranstalter und Reisebüros ist”, fasst Jochen Szech, Präsident des asr, noch einmal Auslöser und Bedeutung der Diskussion zusammen. Mark Tantz, der in der Geschäftsführung der DER Touristik Deutschland den Veranstaltervertrieb verantwortet, und Tobias Jüngert, Leiter der Unternehmenskommunikation der DER Touristik Group, tauschten sich in dem Gespräch mit dem Präsidium des asr zu allen Aspekten der aktuell entstandenen Diskussion aus.

asr-Präsident Jochen Szech

Im Anschluss an das Gespräch zeigt sich der asr mehr als zufrieden: “Wir sind erfreut, dass die DER Touristik sich in einem konstruktiven und offenen Austausch klar dazu bekannt hat, auch weiterhin unverbrüchlich zu ihren Vertriebspartnern zu stehen und keineswegs beabsichtigt, die Form der Zusammenarbeit zu verändern”, so Szech. Mark Tantz bedauerte in dem Gespräch zudem, dass in Teilen des Marktes der missverständliche Eindruck entstanden sei, dem sei nicht so. Er unterstrich, dass sowohl der 2017 umgestaltete Agenturvertrag als auch die jüngst bekannt gegebene Provisionsregelung 2018/19 ein klares Commitment zur Fortsetzung der bewährten Zusammenarbeit mit den Reisebüros seien.

Einigkeit bestand zwischen den Gesprächspartnern auch darüber, dass Reisebüros zukünftig noch mehr als bisher über Spezialisierung, individuelle Angebote und auch Beratungsentgelte nachdenken sollten, dass dies jedoch völlig unabhängig von der Frage der rechtlichen Basis des Agenturvertrages zu sehen sei. “Es gilt für jeden einzelnen Unternehmer – egal, ob Reiseveranstalter oder Reisebüro – über den Tellerrand zu schauen und zu sehen, was in anderen europäischen Ländern ‘Best Practice’ ist”, ermuntert Szech Mittelständler zu mehr Offenheit, warnt aber gleichzeitig auch: “Fast nirgendwo sonst in Europa ist der Anteil inhabergeführter Reisebüros am Reisevertrieb so hoch wie in Deutschland; anderswo wurden diese meist weitgehend durch Ketten und Direktvertrieb verdrängt: Diese Stärke des unabhängigen Vertriebs gilt es zu bewahren.”

asr: Die Allianz selbständiger Reiseunternehmen vertritt als strikt unabhängiger Bundesverband die Interessen von mittelständischen Reisebüros und Reiseveranstaltern. Ziel des Verbands ist, eine möglichst große Vielfalt von Reisemittlern und Reiseveranstaltern auf dem Markt zu erhalten. Die Bandbreite von Umsätzen und Beschäftigungszahlen der inhabergeprägten, von großen Reisekonzernen unabhängigen Mitgliedsunternehmen variiert. Neben den jährlichen Mitgliederversammlungen veranstaltet der asr Tagungen und Seminare zu aktuellen Themen und arbeitet an branchenrelevanten Projekten. Unterstützt wird der asr Bundesverband e.V. von außerordentlichen und fördernden Mitgliedern aus der Tourismusbranche.

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