Die Zukunft von NIKI ist gesichert: Der vorläufige Insolvenzverwalter der Fluglinie, Prof. Dr. Lucas F. Flöther, hat große Teile des NIKI-Geschäftsbetriebs an die „International Airlines Group“ (IAG) verkauft. Rund drei Viertel der Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Erwerber ist eine österreichische Tochtergesellschaft des spanischen Luftverkehrsunternehmens „Vueling Airlines S.A“. Die Gesellschaft übernimmt die NIKI-Markenrechte, alle Start- und Landerechte der NIKI Luftfahrt GmbH sowie bis zu 15 Flugzeuge der Typen Airbus A320 und A321. Zudem plant der Erwerber, rund 740 der früheren NIKI-Arbeitnehmer zum Betrieb der „neuen“ NIKI zu übernehmen.
Vueling ist eine Tochtergesellschaft der IAG, dem drittgrößten europäischen Luftfahrtkonzern, zu dem auch British Airways, Iberia, Aer Lingus und LEVEL gehören.

Der Verkauf soll bis Ende Februar 2018 vollzogen sein („Closing“). Zusätzlich zum Kaufpreis wird Vueling einen Betrag in zweistelliger Euro-Millionenhöhe investieren, um ab Anfang Januar 2018 die laufenden Betriebskosten von NIKI zu decken, die trotz der derzeitigen Einstellung des Flugbetriebs tagtäglich anfallen. Dazu zählt auch die Entlohnung der Mitarbeiter, die der Investor beschäftigen will. Der vorläufige Gläubigerausschuss von NIKI hat dem Verkauf zugestimmt. Die EU-Kommission muss der Übertragung noch zustimmen.

Prof. Lucas Flöther

„Die Übernahme durch Vueling ist für beide Seiten eine sehr gute Lösung“, betonte Flöther nach Unterzeichnung des Kaufvertrages. „NIKI erhält einen finanzstarken Partner mit einem langfristigen Fortführungskonzept; dies war neben dem besten Kaufpreisangebot auch der Grund, warum sich der vorläufige Gläubigerausschuss für Vueling als Erwerber ausgesprochen hat. Vueling hingegen wird durch die Übernahme der Einstieg in viele attraktive Verbindungen ermöglicht, zu denen die Fluglinie zuvor keinen Zugang hatte.“

Die NIKI Luftfahrt GmbH hatte am 13. Dezember 2017 Insolvenzantrag gestellt, nachdem der Verkauf der Gesellschaft an die Lufthansa-Gruppe letztlich an der fehlenden Zustimmung durch die EU-Kommission gescheitert war. Flöther hatte darauf hin einen Schnellverkauf – einen sogenannten „Fire Sale“ – des NIKI-Geschäftsbetriebs eingeleitet. Damit ist es vermutlich zum ersten mal gelungen, eine bereits „gegroundete“ größere europäische Fluglinie an einen Investor zu verkaufen. Dies galt zuvor als unmöglich.

Flöther dankte allen Beteiligten, die ihn dabei nicht zuletzt über die Weihnachtsfeiertage unterstützt hatten: den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von NIKI und Air Berlin in Österreich und Deutschland, der Unternehmensberatung Roland Berger, der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP sowie dem Generalbevollmächtigten von Air Berlin, Dr. Frank Kebekus.

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