von Wolfgang Weiß
Das etwas andere Mercure bereichert Berlins Hotelszenerie
„Wir sind nicht Mercure, wir sind anders, unsere Mitarbeiter sind anders!“ Holger Berg, Direktor des erst Anfang November vergangenen Jahres eröffneten Mercure Hotels Berlin Wittenbergplatz, legt auf diese Feststellung großen Wert. Zwar gehört das Haus zum international mit führenden Hotelkonzern Accor, aber es unterscheidet sich doch wesentlich von den 11 anderen in und um Berlin existierenden Beherbergungsstätten vom Typ Mercure…
Das fängt schon beim Outfit des Generalmanagers Holger Berg an. Der 48-Jährige, der fast seine ganze Hotelkarriere bei Accor gemacht hat, trägt zum weißen Hemd Jeans mit Hosenträgern. Seinen Kopf schmückt ein angedeuteter Irokesenschnitt. Auch für das Personal scheint Jeanskleidung die Arbeitsuniform zu sein. Schon beim Betreten des Hotels merkt der Gast, das hier vieles anders als gewohnt ist.. Die Ausstattung wirkt lockerer, zeitgemäßer, frischer und moderner. Ein Model aus Kräutern grüßt gleich neben dem Eingang. „Wenn man etwas Neues machen möchte, dann ist Berlin der richtige Ort“, freut sich Holger Berg.

Das Mercure Hotel Berlin Wittenbergplatz neben dem KADEWE


Das Grundmotiv, das sich in allen öffentlich zugänglichen Räumen und in den Hotelzimmern widerspiegelt, heißt „Mode“. Es wurde unter dem Motto „Fashion is my profession“ vom Innenarchitektenbüro Kitzig entwickelt und umgesetzt. Es reflektiert Berlins Ruf als Modemetropole – übrigens passend zur gerade beendeten Fashionweek. Modezeichnungen, Modeutensilien, wie Stoffe, Schnittmuster, Kordeln oder Spitzen, verleihen Bar und Lobby eine besondere Atmosphäre. Dem Eingangsbereich schließt sich eine Art Catwalk, der zur Rezeption führt, die nicht mehr die klassische Trennung von Gast und Personal aufweist. Motto: „Wir haben nichts zu verbergen!“. Die Ausstattung im öffentlichen Bereich, Stühle, Sessel usw., ist geprägt durch eine frische abwechslungsreiche Farbgebung. Das Einrichtungskonzept legt Wert sowohl auf eine offene als auch auf eine anheimelnde, gemütliche Atmosphäre. Das höchste Lob der Gäste ist für den Manager die Aussage: „Ich habe mich gefühlt, wie in meinem Wohnzimmer.“ Vielseitige und zum Teil mit lustigen Sprüchen versehene Kissen tragen dazu sicherlich ebenso bei, wie eine große Schrankwand im Restaurantbereich. Ein großes stilisiertes „R“ hinter der Bar steht für „Relax“.

Das interesssante Hotel am Wittenbergplatz


Das Hotel Mercure am Wittenbergplatz, Anfang Dezember 2016 als 4-Sterne-Haus zertifiziert, besteht aus einem Altbau, der mit einem Neubau ergänzt wurde (Nutzfläche 8200 Quadratmeter). In dem U-förmigen Bau gibt es 183 Zimmer (von 21,9 bis 46 Quadratmeter). Alle sind mit dicker Auslegeware versehen, was in der Hotellerie heutzutage eher ungewöhnlich ist aus Hygienegründen und wegen des hohen Reinigungsaufwandes. Die Standard- und Privilege-Zimmer sind vollklimatisiert und verfügen über kostenfreies. WiFi und natürlich über TV-Flachbildschirme. Sie sind mit Dusche, zum Teil auch mit Bädern, ausgestattet. Getreu dem Motto des Hauses zieren großflächige Paneele mit No-Name-Models die Stirnwände der Zimmer. Holger Berg: „Wir wollen durch Leistung überzeugen, nicht durch Namen.“. In keinem der Zimmer gibt es noch Schreibtische. Jeder habe heute schließlich ein Laptop und sei nicht mehr auf so ein Möbelstück angewiesen. Ersetzt wurde der große Schreibtisch durch eine moderne funktionelle mobile Arbeitsplatte. Dafür kann man die übrigen Ausstattungsstücke selbst nach Belieben verstellen. Als besonders angenehm werden von den Gästen die Leselampen über den Betten empfunden, weiß der Hotelmanager.

Der als Laufsteg gestaltete Eingangsbreich


Im Fahrstuhl kann man nur mit der Zimmerkarte und nur zu dem jeweiligen Stockwerk fahren. Das Mercure am Wittenbergplatz ist ein Nichtraucherhotel. Wer dennoch unbedingt rauchen will muss ein entsprechend teureres Balkonzimmer buchen. Dabei hätte man theoretisch vielleicht auch die Möglichkeit einen der vielen Überfälle auf das gegenüberliegende Kaufhaus KaDeWe live mitzuerleben. Es gibt keine Allergiker-Zimmer (war bei der Planung übersehen worden). Auch Sauna- und Fitnessräume sucht man vergebens, ebenso wie übrigens hoteleigene Parkplätze (es gibt viele Parkhäuser in der Umgebung). Kinder sind als Hotelgäste eher weniger vorgesehen. Die 28 Mitarbeiter des Hotel Garni bieten ein reichhaltiges (und teueres) Frühstücksbuffet an. Abends kann man in der Bar kleine Snacks bestellen.

Ein Gästezimmer der Kategorie privelege


Mercure Hotel Berlin Wittenbergplatz: 183 Nichtraucher Zimmer in den Kategorien Standard (rund 22 qm) und Superior (rund 25 qm, zum Teil mit Balkon), Kaffee & Tee-Station, Flatscreen-TV, kostenlos Wi-Fi, kostenlos übernachtet ein Kind unter 6 Jahren; 6 Zimmer sind behindertengerecht. Lobby als Mode-Laufsteg gestaltet. Business Corner. Frühstücksrestaurant und Bar RELAX Food, Drinks and You; der Name ist Programm: sitzen, trinken, essen, arbeiten
www.mercure.com / www.accorhotels.com
Fotos: Udo Rößling

Schlafbereich im privelege Zimmer


Der moderne offene Empfang freut viele Gäste


Die stylisch gestaltete Eingangstür


Auch die heimisch gestaltete Bar lädt zum relaxen und treffen ein


Interessante Blickrichtungen in den Bädern

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