Fachkräftemangel in der Gastronomie: zwei Drittel der Gastronomen bereit Flüchtlinge anzustellen
Fachkräftemangel laut resmio-Umfrage nach wie vor groß: Aktuell sind rund 65 Prozent der Gastronomen auf der Suche nach Personal. Vergangenes Jahr hatten 70 Prozent der befragten Gastronomen Probleme Personal zu finden. Hauptgrund für die Fachkräfte-Problematik sind die abschreckenden Arbeitsbedingungen.
Unregelmäßige Arbeitszeiten, viel Stress und hohe körperliche Belastung: Die Arbeit in der Gastronomie ist nicht ohne. Ein Image, das sich auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt. So leidet die Gastronomie nach wie vor unter einem Fachkräftemangel wie die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von resmio (http://www.resmio.de), Anbieter einer Marketing- und Managementlösung für die Gastronomie, unter 120 Gastronomen bestätigen. Zwei Drittel sind bereit, diesen mit Flüchtlingen kurzfristig zu kompensieren, insgesamt aber sieht knapp die Hälfte von ihnen darin keine dauerhafte Lösung.

Zwei Drittel der Gastronomen sind dazu bereit Flüchtlinge anzustellen
Das Thema Fachkräftemangel in der Gastronomie ist nichts Neues. In der Diskussion um den Zuzug vieler Flüchtlinge ist es jedoch wieder aufgeflammt. Können Flüchtlinge die Lösung für den Mangel an Personal sein? Für die Gastronomen eher weniger. Der Großteil (52 Prozent) geht nicht davon aus, dass Flüchtlinge den Fachkräftemangel gänzlich beheben. Dennoch: Wäre die Anstellung erlaubt, wären bei rund zwei Drittel der Befragten Flüchtlinge angestellt. 34 Prozent gaben demnach an Flüchtlingen eine Stelle anzubieten, wenn diese entsprechende Qualifikationen wie Deutschkenntnisse oder eine Ausbildung mitbringen. Weitere 32 Prozent wären sogar bereit sie anzulernen oder auszubilden. „Die Gastronomie lebt von Vielfalt und Offenheit. Durch Migration konnte sich erst so ein differenziertes, kulinarisches Angebot entwickeln”, so Yasha Tarani, Gründer und Geschäftsführer von resmio, der selbst iranische Wurzeln hat. „Viele Gastronomen haben selbst einen Migrationshintergrund. Da wundert es nicht, dass sie Flüchtlingen gegenüber grundsätzlich so aufgeschlossen sind.”

Fast zwei Drittel der Betriebe ist aktuell auf der Suche nach Personal
Die Hochsaison für die Gastronomie steht vor der Tür und damit auch die Dringlichkeit nach neuem Personal: Denn der nahende Sommer und die Fußball Europameisterschaft machen das Thema Personalsuche aktueller denn je. So sind laut der Umfrageergebnisse rund 65 Prozent der Gastronomen momentan auf Personalsuche. Insbesondere für einfache Servicekräfte haben viele Gastronomen (65 Prozent) offene Stellen zu besetzen, gefolgt von zu besetzenden Stellen für Köche (45 Prozent), Küchenhilfen (39 Prozent), leitende Servicekräfte (25 Prozent) und Auszubildende (21 Prozent). „Das Thema Fachkräftemangel ist für die Gastronomen seit einigen Jahren ein immer dringlicher werdendes Problem”, erklärt Tarani. „Wir hören von vielen unserer Kunden, dass es schwierig ist offene Stellen zu besetzen.” Auch im letzten Jahr gab es Probleme: Rund 70 Prozent der Gastronomen gaben an, dass sie im vergangenen Jahr nicht ausreichend qualifizierte Fachkräfte fanden.

Abschreckende Arbeitsbedingungen als Hauptgrund für Personalmangel
Dass der Personalmangel vor allem bei den Servicekräften sehr groß ist, liegt mitunter auch an den in diesem Arbeitsfeld belastenden Arbeitsbedingungen. Das veranschaulichen auch die Ergebnisse der Umfrage. Als einer der Hauptgründe für die Fachkräfte-Problematik im vergangenen Jahr wurden die abschreckenden Arbeitsbedingungen genannt. „Gerade Servicekräfte haben einen enormen Stress. Sie stehen zwischen dem Gast und der Küche, haben ein enorm großes Tätigkeitsfeld und müssen oft alles gleichzeitig erledigen. Es bedarf extrem viel Organisationstalent für diesen Job”, so Tarani. „Umso wichtiger ist es, sie entsprechend zu entlasten. Vor allem digitale Lösungen können dazu einen großen Beitrag leisten, Prozesse vereinfachen und so Arbeit abnehmen.”

Die Umfrage fand im April 2016 statt. Es wurden deutschlandweit 120 Gastronomen befragt.

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