Auf dem Weg zu einem einheitlichen Luftraum über Europa soll beim Europäischen Luftverkehrs-Gipfel vom 18.-19. November 2008 in Bordeaux ein wichtiger Schritt gemacht werden. In einer Absichtserklärung wollen die Länder Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Schweiz übereinkommen, ihre Lufträume in einem so genannten Functional Airspace Block Europe Central (FABEC) zusammenzufassen. Damit würden die Weichen dafür gestellt, dass im Herzen Europas ein einziger Luftraum für sechs Länder entstehen kann. Ein Staatsvertrag soll dies bis 2011 fixieren.
Jetzt ist die Gelegenheit für die Bundesregierung gekommen, einen wichtigen Schritt für mehr Klimaschutz im Luftverkehr zu tun“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Michael Engel in Berlin. „Die Fakten sind seit langem bekannt. Mit kürzeren Flugrouten, weniger Umwegen und weniger Warteschleifen können die CO2-Emissionen des Luftverkehrs um bis zu 12 Prozent reduziert werden“, so Engel weiter. Die Fluggesellschaften fordern seit Jahrzehnten den Fall der innereuropäischen Grenzen am Himmel. Zwar wurden auf der Erde die Grenzen zwischen den Ländern der Europäischen Union abgeschafft; im Himmel müssen Flugzeuge über Europa aber noch immer mehrere Kontrollstellen passieren und Umwege von durchschnittlich 49 Kilometer pro Strecke in Kauf nehmen.
Dies führt zu künstlichen Verlängerungen der Flugstrecken und unnötigen Emissionen. Aus Sicht der Fluggesellschaften ist der Single European Sky (SES) das größte Klimaschutzprogramm für den Luftverkehr in der EU. Der BDF-Geschäftsführer räumte ein, dass die Umgestaltung der Luftraumstrukturen keine einfache Aufgabe sei. So werde mit der Absichterklärung etwa eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich, damit Deutschland seinen Verpflichtungen aus diesem europäischen Verkehrs- und Umweltschutzprojekt nachkommen kann. Dennoch gebe es hierzu keine Alternative, wenn man es mit dem Klimaschutz und der Modernisierung der Flugsicherung in Europa ernst meine.
Der BDF vertritt die Interessen der deutschen Linien-, Charter- und Low Cost-Carrier gegenüber Wirtschaft und Politik. Die Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten Fluggesellschaften. Sie befördern jährlich knapp 120 Millionen Passagiere. Dabei kommen mehr als 700 moderne Flugzeuge zum Einsatz. Die Unternehmen erwirtschafteten im Jahr 2007 einen Umsatz von rund 27 Milliarden Euro. In Summe beschäftigen die BDF-Fluggesellschaften nahezu 120.000 Mitarbeiter.

